Alternative im Lockdown

Gastro-Newcomer bringen sich mit „To go“ in Spiel

Bei „Sissi + Franz“ werden Schirme montiert – für später einmal.
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Schattenspender für die Außengastro: Bei „Sissi + Franz“ werden Schirme montiert – für später einmal.

Während der Corona-Pandemie einen Gastronomie-Betrieb zu eröffnen, klingt ein wenig danach, als hätten die Inhaber ein Jahr lang das Weltgeschehen nicht verfolgt. Während viele etablierte Betriebe, die rein auf stationäres Geschäft und große Anlässe ausgelegt sind, am Rande der Existenz wandeln, sehen Anbieter von Liefer-, Abholservice oder Speisen „to go“ genau darin ihre Chance.

Hamm – „Bärlin-Curry“-Gründer Christian Seller, der am vergangenen Wochenende einen Standort am Marktplatz eröffnete, ist zufrieden mit der Nachfrage bisher. Zwar hält der Currywurst- und Döner-Anbieter auch Sitzplätze drinnen und draußen vor, doch auch der Außer-Haus-Verkauf sei sehr gut angelaufen, sagt Seller. Der Andrang sei so hoch gewesen, dass er sich zügig um Wurst-Nachschub aus der Hauptstadt bemühen musste. Anlass zur Klage gebe es für ihn also bisher nicht.

Zu Sellers Nachbarn gehört der Burger-Spezialist „Sissi + Franz“. Nach langem und aufwendigen Umbau sollte der Restaurantbetrieb in der Adventszeit öffnen, doch die Pandemie machte Betriebsleiter Maurice Pöhler einen Strich durch die Rechnung. Statt Gäste im Lokal und in der Außengastronomie zu bewirten, setzt Pöhler nun auch auf Burger zum Außer-Haus-Verzehr. „Es bringt nichts, in einem fertigen Lokal zu sitzen und abzuwarten“, so Pöhler. „Wir versuchen, aus der schlechten Situation das Beste herauszuziehen.“

Für ihn, so Pöhler, biete sich nun die Chance, die Mitarbeiter einzuarbeiten für die Zeit, wenn zumindest wieder Außengastronomie erlaubt sein sollte und mit den „To go“-Produkten Werbung für das spätere stationäre Angebot zu machen. Das Angebot komme gut an, Stoßzeiten seien vor allem mittags und am frühen Abend.

„Die Menschen sind bequemer geworden“

The Kitchen“, Anbieter von neapolitanischer Pizza und Pasta an der Südstraße 1, hatte von vornherein einen Schwerpunkt auf Liefer- und Abholservice gesetzt. Seit dem 1. März läuft der Betrieb und mehrere Fahrer liefern die Speisen täglich im gesamten Stadtgebiet aus. „Einen Lieferdienst kann ja theoretisch jeder aufbauen“, sagt Niko Burnic, Ideengeber für „The Kitchen“. „Die Menschen sind bequemer geworden. Nicht umsonst bieten auch große Fast-Food-Ketten Lieferservice an.“

Mit diesem Schwerpunkt habe sein Team richtig gelegen, bilanziert Burnic gut sechs Wochen nach der Eröffnung. Natürlich sei er aber froh, wenn auch irgendwann die Plätze im Ladenlokal und davor besetzt werden dürfen.

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