Klimawandel

Alte Wasserläufe in der Hammer Innenstadt könnten wieder freigelegt werden

Die Grünen-Politik Reinhard Merschhaus (von links), Carsten Weymann und Siegbert Künzel am Gedenkstein für Stadtbaurat Otto Krafft, der das Wasser 1913 aus der Innenstadt verbannte.
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Die Grünen-Politik Reinhard Merschhaus (von links), Carsten Weymann und Siegbert Künzel am Gedenkstein für Stadtbaurat Otto Krafft, der das Wasser 1913 aus der Innenstadt verbannte.

Fließen Ahse und Rothebach bald wieder oberirdisch durch die Innenstadt? Ein 250 Millionen Euro schweres Sonderprogramm des Lippeverbandes für das Ruhrgebiet eröffnet zumindest Möglichkeiten. Hamm soll eine der Pilotkommunen werden, die davon profitieren. Ziel ist es, durch stadtplanerische Maßnahmen dem Klimawandel zu begegnen.

Hamm – Stadt und Lippeverband unterstützen die Initiative, die sich offiziell „Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft“ (KRIS) nennt. Am 14. September stimmt der Rat der Stadt Hamm über die Teilnahme an diesem Projekt ab. Für Bündnis 90/Die Grünen herrscht nicht zuletzt vor der Kulisse der jüngsten Hochwasserkatastrophe lokaler Handlungsbedarf. Sie empfehlen dringend, dem Programm beizutreten. „Diese Chance darf sich die Stadt nicht entgehen lassen“, sagt Ratsfraktionsvorsitzender Reinhard Merschhaus. „Wir können jetzt Dinge umsetzen, die früher nicht gingen.“

Wasser soll schneller verdunsten und versickern

Dabei geht es den Grünen nicht in erster Linie um plätschernde Bachläufe in der Innenstadt, sondern um Maßnahmen, um dem Klimawandel entgegenzutreten („Klimaresilienz“). Sie wollen verdichtete, asphaltierte „Hitzeinseln“ aufbrechen oder gar nicht erst entstehen lassen, die Verdunstungsrate erhöhen, weniger Regenwasser in Mischwasserkanäle abfließen lassen und dafür verrohrte Gewässer – wie Rothebach, Ahse oder im Bezirk auch die Geinegge – zumindest in Teilen wieder offenlegen. „Wir müssen dafür jetzt die ergänzenden Mittel in den Haushalt der Stadt einstellen“, sagt Merschhaus.

Gewässer, die reaktiviert werden können

Rothebach: Das Einzugsgebiet reicht vom Tierpark bis unterhalb des Wehres an der Münsterstraße. Es geht um die Offenlegung eines naturnahen Gewässers von der Ahornallee über Caldenhofer Weg, Otto-Krafft-Platz bis zum Nordring.

Alte Ahse: Die „alte“ Ahse zwischen Ahsedeich und OLG-Teich könnte entschlammt und das Niederschlagwasser der umliegenden Bebauung an die „alte“ Ahse angeschlossen werden.

Ringanlagen: Wo heute die um die Altstadt verlaufen, flossen bis 1913 die Ahse und die mittelalterlichen Stadtgräben. Die Ringanlagen könnten vom Stadtwerkehaus bis zum Bärenbrunnen wieder geflutet werden und damit einen Beitrag gegen Hitzestress in der Innenstadt leisten.

Gefahren durch Starkregen besser erkennen

Mit Mitteln des Programms soll außerdem die Starkregen-Gefahrenkarte der Stadt Hamm aktualisiert werden. Für alle gefährdeten Bereiche sollen Abwehrmaßnahmen entwickelt und umgesetzt werden.

Zudem beinhaltet die Beratungsvorlage eine Intensivierung der Dachbegrünung bei städtischen Liegenschaften und eine Ausweitung des Förderprogramms zur Fassaden- und Dachbegrünung auf das gesamte Stadtgebiet (bisher nur für Hamm-Mitte und Westen). Zuletzt hatten die Grünen eine Fassadenbegrünung schon für die Neu- und Umbauten an der Rödinghauser Straße in Hamm-Mitte angeregt.

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