Schlaflos in Hamm-Süden

Alptraum im Traumhaus durch mysteriösen Brummton

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Symbolbild

Hamm – Als Familie P. (auf eigenen Wunsch bleibt der volle Name ungenannt) 2012 ihr Eigenheim im Hammer Süden zwischen Werler Straße und Pilsholz bezog, ging für sie ein Traum in Erfüllung. Inzwischen ist aus dem Traum ein Albtraum geworden.

Nächtliche Träume finden inzwischen nur noch selten statt. Seit 2017 bringt ein wiederkehrender Brummton das Paar um den Schlaf – und damit an den Rand der Verzweiflung. Die Quelle des Tons kennen sie nicht, aber jeden Abend fürchten sie: Dies wird die nächste schlaflose Nacht.

Sabine P. und ihr Mann haben schon vieles versucht: Ohrstöpsel, Schlaftabletten, Regengeräusche als Tonaufnahme oder das laute Ticken eines Weckers, um vom Brummen abzulenken. Nichts war das Mittel der Wahl, das einzige, was Bestand hatte, war massiver Schlafentzug und das undefinierbare Geräusch.

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Eine Art mechanisches Laufgeräusch

Dem wollte das Paar zunächst selbst auf die Spur kommen. Sie nahmen sämtliche Stromquellen im Haus vom Netz, doch der Ton blieb. Stammt er von einer Abluftanlage, einer Wärmepumpe, einem Generator, einem Trafohäuschen oder vielleicht von Funkmasten? Fragen über Fragen, auf die es bislang keine Antworten gibt.

Beschreiben würden sie den Ton am ehesten als eine Art mechanisches Laufgeräusch, das tagsüber periodisch und abends durchgängig auftritt. Im Juni des vergangenen Jahres begann das Paar eine schriftliche Dokumentation der Uhrzeiten. Dabei wurde zumindest eines deutlich: Abends ab circa 22 Uhr finden sich mit großer Regelmäßigkeit Einträge in der Tabelle.

Messungen der Stadt Hamm

Im vergangenen Oktober wandte sich das Paar an die Stadt. Diese führte sowohl an einem Wochentag abends ab 22 Uhr wie auch an einem Wochenende eine Dauerschallpegelmessung durch. Das Ergebnis fiel ernüchternd aus: Ein identifizierbares Geräusch wurde nicht festgestellt. „Das heißt für uns aber nicht, dass es nicht da ist“, sagt Sabine P., im Gegenteil. Die Situation sei unverändert.

Aufgeben wollen sie nicht. P. hat das Phänomen jetzt auf verschiedenen Plattformen in sozialen Netzwerken beschrieben und – neben den üblichen dummen Kommentaren – Menschen aus Hamm mit einer ähnlichen Wahrnehmung gefunden. Acht Personen aus Ostwennemar, Heessen, Hamm-Norden und -Westen sowie aus der erweiterten Südener Nachbarschaft nehmen den Ton demnach ebenfalls vor allem nachts wahr.

Ton auch anders wahrnehmbar

Aufhören wollen sie auch nicht mit ihren nächtlichen Touren im Stadtgebiet, um die Quelle ausfindig zu machen. Wie beispielsweise in der Nacht vom 7. auf den 8. Juni. Ergebnis: Nicht nur im Süden am Langewanneweg sei der Ton sogar im geschlossenen Auto wahrnehmbar gewesen, sondern auch in Ostwennemar am Kirchweg, an der Ostwennemarstraße und auf dem Rückweg dann auch am Hohefeldweg.

In der Vergangenheit sei der Ton bereits auf der Straße Forstlandwehr und der Dr.-Loeb-Caldenhof-Straße in Höhe Berufsförderungswerk und auch auf dem Parkplatz Pilsholz hörbar gewesen, ebenso auf dem Parkplatz von Gartencenter Hesse, hier allerdings etwas leiser, sagt P. Sie hofft, gemeinsam mit anderen Betroffenen, die geheimnisvolle Geräuschquelle doch noch ausfindig und dem Spuk damit ein Ende zu machen.

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