Rodungen an alter Bahntrasse ins Stocken geraten

Der kleine Bagger blieb im sumpfigen Gelände der alten Bahntrasse bei Wambeln stecken.
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Der kleine Bagger blieb im sumpfigen Gelände der alten Bahntrasse bei Wambeln stecken.

WAMBELN -  Voller Tatendrang rückten Arbeiter samt Bagger und Werkzeugen am Mittwochmorgen in Wambeln an der Sönnernstraße an. Ihr Auftrag: Rodung der Bäume und Freischneidung der alten Bahntrasse bis zur Stadtgrenze zum Kreis Soest als Vorarbeit zum Weiterbau des Alleenradweges von Königsborn nach Welver (der WA berichtete). Doch nach wenigen Metern stellten sie ihre Arbeiten wieder ein. Der Bagger hatte sich im Morast festgefahren.

„Die Arbeiter waren offenbar von falschen Voraussetzungen ausgegangen“, erklärt Stadtsprecher Christian Strasen. „Sie erwarteten auf einer alten Bahntrasse noch Schotter als Untergrund“, so Strasen weiter. Allerdings hatte sich die Natur in den vergangenen Jahrzehnten diesen Abschnitt längst zurückerobert, so dass die Arbeiter nicht nur auf dichtes Buschwerk, sondern auch auf tiefe Böden trafen.

So rückte die Kolonne nach wenigen Minuten bereits wieder ab und ließ den kleinen Bagger zurück. Unter Zeitdruck gerät die Stadt Hamm nun aber nicht, auch wenn die Arbeiten bis zum Ende des Monats abgeschlossen sein müssen. Denn ab dem 1. März beginnt offiziell die Vegationszeit. In dieser Zeit dürfen Bäume und Sträucher nur mit einer Sondergenehmigung gefällt oder geschnitten werden, um die Lebensstätten wild lebender Tierarten zu erhalten und insbesondere die Vögel während der Brut- und Aufzuchtszeit zu schützen. Die alte Trasse ist zudem als Naturschutzgebiet eingetragen.

Bereits heute aber sollen die Rodungsarbeiten fortgesetzt werden, dann auch mit einem Kettenbagger, der sich in diesem Gelände bewegen kann. Und den Termin bis zum Monatsende werden die Arbeiter auch einhalten können. „Bis Dienstag werden die Arbeiten beendet sein“, so Stadtsprecher Strasen. Ohnehin hätte man in diesem Fall wohl eine Ausnahmegenehmigung erteilen können, da bei diesen Temperaturen auch am Stichtag 1. März noch keine Bäume ausschlagen, meinte Strasen.

Die weiteren Baumaßnahmen am Radweg in diesem Teilstück schließen sich dann im zweiten Quartal des Jahres an, wenn der erste Bauabschnitt in Osterflierich komplett abgeschlossen ist. Hier werden in naher Zukunft die Asphaltarbeiten starten. - jb

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