In der Fußgängerzone

Aggressive Bettler als Problem: Stadt sucht Lösungen - Schnell Ergebnisse?

+
Symbolbild

Hamm - Während des zwischenzeitlichen Corona-Lockdowns fielen sie besonders auf: die vielen Bettler in der Stadt. Weil sie teilweise aggressiv werden, sind sie nicht nur vielen Passanten ein Dorn im Auge, sondern mittlerweile auch der Stadt.

Als die Geschäfte geschlossen waren und die meisten Passanten Fußgängerzone und Nebenstraßen mieden, bevölkerten vor allem Mittel- und Obdachlose, Mitglieder der Trinker- und der Drogenszene und Bettler die leeren Gassen.

Die Corona-Krise hat ihre prekäre Lage ganz offenbar weiter verschärft. Denn Beschwerden von Innenstadt-Besuchern über aggressives, penetrantes und unangenehmes Betteln häufen sich. Das ist jetzt ganz offensichtlich auch bei der Stadt angekommen.

Entscheider der Verwaltung sitzen zusammen

In einem eineinhalbstündigen, verwaltungsinternen Gespräch kamen verschiedene Dezernate, Ämter und Fachbereiche im Rathaus an einen Tisch, um über die Situation zu beraten. Das bestätigte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann.

Jetzt müsse die derzeitige Situation im Detail analysiert und dann nach Lösungen gesucht werden. Dabei sei auch die Frage zu klären, ob es sich bei einigen Bettlern um Mitglieder professioneller, krimineller Banden handelt. Die Stadt werde dieses Problem aber nicht allein lösen können, so Hunsteger. Involviert werden müssten auch die Polizei, die Bundespolizei sowie Sozialarbeiter.

Erste Ergebnisse der Analyse sollen schon in den kommenden Tagen vorgestellt werden, hieß es aus dem Rathaus.

Schon mindestens vier Drogentote in 2020

Darauf, dass Menschen am Rande der Gesellschaft durch die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie noch mehr auf sich selbst gestellt sind, machte Ende Juni auch der Arbeitskreis für Jugendhilfe aufmerksam. Nach Kenntnis der Organisation, die sich etwa um Süchtige kümmert, gab es in diesem Jahr in Hamm schon mindestens vier Drogentote.

Das richtige Mittel im Umgang mit der Trinker- und Drogenszene scheint die Stadt bislang nicht gefunden zu haben. Als die schärfsten Kontaktbeschränkungen galten, trafen sich trotzdem im Umfeld der verrammelten Szeneanlaufstellen - etwa am Nordring - zahlreiche Angehörige dieser Gruppe. Zwischenzeitlich wurde gar überlegt, Verstöße gegen die Auflagen mit Gefängnis zu bestrafen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare