Affen aus dem Tierpark nur schwer vermittelbar

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HAMM - Die Vermittlung von Zootieren ist ein schwieriges Unterfangen. Davon kann die ärztliche Leiterin des Hammer Tierparks, Nicole Gies, schon ein kleines Klagelied singen. Besonders die Affen lassen sich nur schwer vermitteln.

„Wir haben viele Anfragen“, sagte Gies. Andere Zoos im In- und Ausland hätten bereits auf die von ihr erstellte Abgabeliste von Tieren reagiert. Auch hätten in den vergangenen Monaten bereits etwa 80 Tiere aus dem Hammer Tierpark ein neues Zuhause gefunden. Doch das gelte nicht für die Affen, sagte Gies auf WA-Anfrage. Und davon hat der Hammer Tierpark bekanntlich zu viele.

Aktuell interessiere sich ein Tierpark in Paris für einen Marabu. Es gebe aber viele Fragezeichen, ob dieser Transfer überhaupt zustande kommt. Denn für die Abgabe ins Ausland seien die Vorschriften noch strenger, über die das Kreisveterinäramt wache. Diese noch strengeren Richtlinien würden auch für EU-Länder gelten. Die Situation bei den vielen verschiedenen Affenarten im Hammer Tierpark werde dadurch erschwert, dass einige Affen auch schon sehr in die Jahre gekommen seien. „40 Jahre alte Gibbons nimmt keiner mehr“, sagte Gies. Und das sei auch folgerichtig so; denn die wären den Strapazen eines Umzugs mit Neuansiedlung wohl kaum noch gewachsen. „Unsere Abgabeliste ist europaweit von allen Zoos und Tierparks einsehbar. Aber die Mühlen werden weiterhin sehr langsam mahlen“, so Gies.

Immerhin gebe es gute Nachrichten für einen Husarenaffen. Er war von einem jüngeren männlichen Tier verdrängt worden und musste außerhalb der Gruppe sein Dasein fristen. Nun sei man aber fündig geworden und der Hammer Affe werde schon bald das neue Männchen einer Husarenaffen-Gruppe in einer anderen Einrichtung. Den für Affen üblichen „Familienausschluss“ von verdrängten männlichen Tieren gebe es immer wieder. Aktuell seien auch zwei Mandrill-Männchen von der Gruppe ausgeschlossen.

Gies berichtete außerdem, dass im Park die Arbeiten für die Schaffung der Themenwelten Afrika, Indien und Australien bereits begonnen haben. „Die Afrika-Anlage ist bereits im Entstehen“, sagte Gies. Das Gehege und die Stallanlagen würden bereits umgestaltet, nachdem das Kreisveterinäramt grünes Licht gegeben habe. Zebras, Elenantilopen und Wasserböcke werden künftig auf einem gemeinsamen Gehege siedeln. Dazu werden die Tiere, die in der freien Natur auch einen gemeinsamen Lebensraum teilen, „vergesellschaftet“ (allmählich aneinander gewöhnt).

Bis zum Saisonstart im April soll es neben dem Ziegengehege ein zweites begehbares Gehege geben, das sich Kängurus und Emus teilen werden. Ferner werde das Eulen-Gehege deutlich vergrößert. In einem weiteren Arbeitsschritt sollen dann die in Indien beheimateten Antilopen, Hirschziegen-Antilopen und Dybowski-Hirsche „vergesellschaftet“ werden, so Gies. Das Highlight des Jahres werde aber die Eröffnung des neuen Mandrill-Geheges werden, das neueste Standards erfüllt und naturnah gestaltet wird. „Das wird eine ganz neue Zeit einleiten“, sagte Gies. - dfb

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