Verdacht der illegalen Vermietung im Einkaufszentrum in Werries

Ärger um Maxicenter: Bezirksvertreter fordern mit Nachdruck Aufklärung

 Mängel und Sanierungsstau sind an dem Einkaufszentrum Maxicenter, Ostwennemarstraße 106,  in Hamm-Werries unübersehbar.
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Ein- und Durchblicke im Maxicenter: Mängel und Sanierungsstau sind an dem alten Einkaufszentrum in Werries unübersehbar.

Die Bezirksvertreter machen Druck: Die Tinte auf dem SPD-Antrag zum Maxicenter und zu den Hinweisen der illegalen Vermietung war sprichwörtlich noch nicht trocken. Dennoch nahmen die Lokalpolitiker ihn am Montag entgegen der gebräuchlichen Fristen auf die Tagesordnung der Bezirksvertretung (BV) Uentrop.

Werries – Auch wenn der geforderte Prüfauftrag an die Stadtverwaltung nicht Sache der Bezirksvertretung sei, wie Bezirksbürgermeister Björn Pförtzsch gleich zu Beginn erklärte, nach Jahren der Diskussionen über den schlechten Zustand der Immobilie witterten die Bezirkspolitiker offenbar einen Hebel, um eine Verbesserung der Situation erwirken zu können. Die Sozialdemokraten fanden dazu deutliche Worte. Zur ersten BV-Sitzung im neuen Jahr soll die Verwaltung dem Gremium Bericht über die offenbar illegale Vermietung des Maxicenters erstatten und wie es dazu kommen konnte. Eine neuen Sachstand gab es am Montag noch nicht.

Vor zwei Wochen war die Feuerwehr zu einem Mülltonnenbrand am Maxicenter ausgerückt. Sie holte 17 Bewohner aus dem Gebäude. Wie sich zeigte, hätten sie dort gar nicht wohnen dürfen. Es besteht der dringende Verdacht, dass der Eigentümer entgegen der Nutzungsgenehmigung Zimmer an EU-Arbeitskräfte vermietete. Die SPD beantragte daher am Freitag, „dass die Verwaltung alle baulichen und sonstigen Mängel im alten Teil des Maxicenters sorgfältig prüft und den Eigentümer der Immobilie dazu auffordert, alle Mängel zeitnah zu beseitigen und seinen Pflichten als Eigentümer nachzukommen“.

Das hätte mancher gerne schon früher gefordert. Doch es fehlten die Möglichkeiten. Konkret geht es um das ursprüngliche Maxicenter-Gebäude aus den 1980er-Jahren, Ostwennemarstraße 106. Es ist in Privateigentum. Der Eigentümer wollte sich vor einer Woche gegenüber unserer Zeitung nicht zu den Vorwürfen äußern.

Zustände im Maxicenter eine „große bezirkliche Angelegenheit“

Angesichts der Situation erscheint es unerheblich, dass aus dem Antrag der SPD am Montag ein Vorschlag – eine so genannte Anregung – wurde: reine Formsache. Das Thema ist auf dem Tisch und soll es bleiben. Es sei eine „große bezirkliche Angelegenheit“, verteidigte Jan-Hendrik Flecke, Vorsitzender der SPD-Bezirksfraktion, den Antrag zur Prüfung. Der bezieht sich allerdings auf das laufende Geschäft der Verwaltung. Bezirksbürgermeister Pförtzsch verwies daher auf die Zuständigkeit von Oberbürgermeister Marc Herter. Flecke versteht ihn als Aufforderung an die Verwaltung und als Bestärkung, die ihr „zustehenden rechtlichen Mittel“ zu nutzen. „Ich glaube, wir sind uns alle einig, dass die Dringlichkeit, was zu tun, absolut nötig ist.“

Der Altbau des Maxicenters wird immer wieder als „Schandfleck“ des ansonsten beliebten Nahversorgungsbereichs bezeichnet. Gutachter zum Einzelhandel verwiesen auf Mängel und einen Entwicklungsstau am Gebäude mit seinen Dauer-Leerständen. Ganz anders das Bild von den übrigen Gebäuden und Geschäften in dem großen Nahversorgungszentrum: Der Standort ist gefragt, wie sich noch jüngst bei einer Neuvermietung zeigte. Kik hat eine neue Filiale eröffnet. Der Leerstand nach dem Ladenlokalwechsel von Sport Deppenkemper war nur von kurzer Dauer. Schon früh war von einem Interessenten die Rede.

Hinweise zur Situation im Einkaufszentrum in Werries

SPD-Ratsherr Stefan Heitkemper betonte in der BV-Sitzung die Funktion als Sonderbau mit „bestimmten“ Nutzungsvorschriften. Er kritisierte, dass erst durch den Brand und die Berichterstattung im WA aufgefallen sei, „dass mitten im Stadtbezirkszentrum widerrechtlich Menschen wohnen“. Hinweise auf zu prüfende Auffälligkeiten hat es seiner Kenntnis nach immer wieder in den vergangenen Jahren gegeben. Ob Mängel, wie von der Decke hängende Kabel, oder Klagen über Verschmutzungen, das sei zig mal auch in der Bezirksvertretung thematisiert worden, sagte er.

„Dieses Gebäude verrottet langsam vor sich hin. Wir ärgern uns alle darüber“, sagte der SD-Ratsherr. Regelmäßige Überprüfungen des Gebäudezustandes und der -nutzung sind für ihn selbstverständlich. Er erwartet, dass die Verwaltung erklärt, was sie in dieser Sache in der Vergangenheit gemacht hat. Heitkemper zog den Vergleich mit „uns Privaten“, die ein Einfamilienhaus auch nicht einfach in ein Hotel umwidmen dürften.

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