Tausende Euro wegen Abfall

Ärger ohne Ende: Unbekannte laden in Hamm-Mitte immer wieder Müllberge ab

Gewohntes Bild: Am Parkplatz der Firma Nibotec an der Otto-Brenner-Straße wird ständig Unrat abgeladen.
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Gewohntes Bild: Am Parkplatz der Firma Nibotec an der Otto-Brenner-Straße wird ständig Unrat abgeladen.

Windeln, Drogenbestecke, Hausmüll, Sofas, Motorroller: Immer wieder legen Unbekannte Müll jeglicher Art und zum Teil sogar ganze Hausstände auf dem Parkplatz der Firma Nibotec an der Otto-Brenner-Straße ab. Der Eigentümer verzweifelt.

Hamm-Mitte - „Das geht so, seit ich das Gebäude mit Parkplatz gepachtet habe: seit fast 20 Jahren“, erklärt Firmeninhaber Werner Nimmert. Dass er genug von der Situation hat, ist allzu verständlich. Auf dem Parkplatz der Firma Nibotec in Hamm-Mitte laden Unbekannte immer wieder Müll ab.

Nimmert hat schon einiges unternommen, um das illegale Müllabladen auf dem privaten Parkplatz für die Mitarbeiter von Nibotec sowie der im Gebäudekomplex untergebrachten Untermieter zu stoppen. „Wir haben eine Schranke, aber die wird immer wieder ausgehebelt“, sagt Nimmert. Er hat einen Teil des Parkplatzes eingezäunt. Wirklich viel nützt es dennoch nicht. Immer wieder müsse er Container bestellen, damit der Müll anderer entsorgt wird. „Und das nur, weil die Leute ein paar Euro und den Weg zur Mülldeponie sparen wollen“, sagt er kopfschüttelnd. Er hat kein Verständnis für ein derartig rücksichtsloses Verhalten mancher Menschen.

Müll in Hamm-Mitte: Abladestelle ist schwer einsehbar

Das Problem: Der Parkplatz gegenüber des Gebäudekomplexes auf der anderen Straßenseite ist in einer zumindest abends schwer einsehbaren Ecke. Den Schutz der Dunkelheit nutzen die Umweltsünder aus – wieder und wieder und wieder. Was sie alles auf dem Areal abladen? Von Windeln über Autoreifen bis zu Fernsehern, Sofas, Motorrollern, benutztes Drogenbesteck und Hausmüll war schon alles dabei. Einmal sei die Vermüllung so schlimm gewesen, dass Nimmert fast fünf Container mit Müll entsorgen lassen musste – auf eigene Kosten.

„Wir schaffen hier Arbeitsplätze und zahlen überproportionale Gehälter an die Mitarbeiter“, sagt Nimmert. Er stellt auch ältere Mitarbeiter sowie Langzeitarbeitslose ein, sieht darin einen wichtigen gesellschaftlichen und arbeitsmarktpolitischen Beitrag für Hamm. Dass er mittlerweile jedoch schon fast 25.000 Euro für die Müllentsorgung von fremden Menschen bezahlen hat müssen, ärgert ihn daher umso mehr. „Es hält auf“, sagt der Firmeninhaber.

Abladen von Müll ist verboten - doch die Verursacher sind nicht bekannt

Wer die Verursacher sind, ist unklar. Klar ist aber, dass das Müllabladen auf dem Grund anderer Menschen sowie im öffentlichen Raum verboten und damit auch strafbar ist. Viel Handhabe gibt es dennoch nicht gegen die Übeltäter.

„Ich kann nur bei der Polizei eine Anzeige gegen Unbekannt aufgeben“, erklärt Werner Nimmert. Zu allem Übel komme es auch am Gebäudekomplex immer wieder zu Schäden durch Vandalismus.

Müll auf Gelände: Eigentümer will Kamera installieren

Dazu kommt: Immer wieder melden Bürger den Müll, der auf dem Parkplatz abgelegt wird, sodass sich auch die Stadt einschaltet und auf das Entfernen des Mülls hinweist. Nimmert kümmert sich aber bereits regelmäßig um die Müllbeseitigung, doch wöchentlich könne er auch keinen Container kommen lassen, um den Müll fremder Menschen zu entfernen.

Nimmert möchte daher aufrüsten und eine Videoüberwachung installieren. Darüber hinaus ist der Firmeninhaber für Hinweise auf die Täter an die E-Mail-Adresse dankbar: an info@nibotec.de.

Unrechtmäßig entsorgter Abfall ist in Hamm immer wieder ein Problem - beispielsweise am Kappenbusch in Heessen, wo Umweltschützer ihn kürzlich in einer größeren Aktion entsorgt haben.

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