Hochschullehrerbund schlägt Alarm

Ärger an der HSHL: Führungsstil von Präsident Zeppenfeld "Katastrophe"?

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Dunkle Wolken über der HSHL? Die Unzufriedenheit in der Professorenschaft ist offenbar groß.

Hamm – Hinter der schicken Fassade der Hochschule Hamm-Lipppstadt (HSHL) ist offenbar nicht alles eitel Sonnenschein.

Gab es vor zwei Wochen noch die Auszeichnung für die in Hamm dozierende Dr. Laura Große als „Professorin des Jahres 2018“, so gibt es unter den Lehrenden an den beiden Standorten Hamm und Lippstadt insgesamt augenscheinlich eine große Unzufriedenheit mit der Führung der HSHL.

Als „besorgniserregend“ bewertet der Hochschullehrerbund (hlb) NRW die Ergebnisse einer von ihm im Frühsommer dieses Jahres an der HSHL durchgeführten Studie. Hinter vorgehaltener Hand spricht man angesichts einer Schulnote von 4,3 (ausreichend minus) in Bezug auf die Zusammenarbeit mit HSHL-Präsident Prof. Dr. Klaus Zeppenfeld gar von einer „Katastrophe“.

Jobmesse der HSHL künftig nur noch in Lippstadt

Kein Klima des Vertrauens?

Der hlb hatte die Professoren an den beiden Standorten zu den Themen „Führungsverhalten und Kooperation“ sowie „Wertschätzung“, „Unterstützung“, „Gremienarbeit“ und „Wechselbereitschaft“ befragt. 45 der 105 in Hamm und Lippstadt lehrenden Professoren beteiligten sich daran. Keiner von ihnen unterstützte beispielsweise die These, dass der Präsident „für ein Klima der Offenheit und des Vertrauens sorge. 43 Befragte lehnte diese Aussage ab, lediglich zwei antworteten mit „teils-teils“.

Hochschulpräsident Prof. Dr. Klaus Zeppenfeld steht in der Kritik.

Der Hochschullehrerbund kommt zu dem Ergebnis, dass „die Führung durch den Präsidenten in vielen Bereichen problematisch ist und dass von ihm sogar ein belastetes oder gestörtes Verhältnis zu den Professorinnen und Professoren in Kauf genommen wird, um die eigene Vorstellung von ,Führung’ durchzusetzen“.

HSHL mit weitem Abstand Schlusslicht

Anlass für die Studie war, dass der hlb bereits im Jahr 2017 eine Umfrage an allen Fachhochschulen des Landes zur Zufriedenheit der Lehrenden durchgeführt hatte. Damals hatte die HSHL mit der Note 4,7 abgeschnitten und den schlechtesten Wert aller FHs in NRW eingefahren. Drei weitere Hochschulen hatten eine „4“ vor dem Komma, die Bestnote hatte bei 1,8 gelegen. Die Beteiligung war vor zwei Jahren in Hamm und Lippstadt allerdings deutlich geringer als jetzt gewesen. Um zu überprüfen, ob sich seit 2017 das Stimmungsbild unter den Professoren geändert hat, wurde die Befragung durchgeführt.

Zeppenfeld sieht Fehler nicht bei sich

Persönliche Fehler räumt HSHL-Präsident Zeppenfeld auf WA-Anfrage nicht ein. „Nach unserem raschen Aufwuchs und den Erfolgen in der Gründungsphase der HSHL sind wir uns den Herausforderungen der Verstetigung, der Aushandlung von organisatorischen Bedingungen und der damit verbundenen qualitativen Fokussierung bewusst. Die Befragung zeigt auf, dass bestehende Kommunikationsmöglichkeiten an der HSHL noch nicht ausreichend genutzt werden, um Themen offen zu platzieren und lösungsorientiert zu diskutieren. Dies möchten wir ändern“, teilt Zeppenfeld mit.

Hochschulrat: "Kein Kommentar"

Der Hochschulrat, dem Stadtwerke-Chef Jörg Hegemann vorsteht, lehnte eine Stellungnahme ab. „Es geht um Interna der Hochschule, die ich nicht bereit bin, öffentlich zu kommentieren“, so Hegemann.

Präsidium und Hochschulrat waren die Ergebnisse der Studie vom hlb am 11. November vorgestellt worden. Dem Vernehmen nach soll nun ein externes Beratungsunternehmen die Lage an der HSHL analysieren. Am Ende soll eine Befragung unter allen Lehrenden durchgeführt werden.

60 Prozent der Professoren signalisierten in der Studie eine Wechselbereitschaft. In echten Zahlen schlug sich das bislang nicht nieder. Acht Professoren haben seit 2017 die HSHL verlassen ( (2017: 5, 2018: 2, 2019: 1).

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Kommentare

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Kommentare

GabrielAntwort
(0)(0)

Tja, dann diskutieren wir künftig auch mal einfach ihre Personalakte öffentlich, ihre Leistung, ihr Gehalt und ob wir sie nicht einfach ersetzen können.

Personalsachen sind nur dann öffentlich wenn es z.b. um Stellenpläne geht, alles andere Dusziplinarische, Fachaufsichtliche nur eine bestimmte Person betreffende unterliegt immer dem Datenschutz. Da können sie widersprechen soviel sie wollen.

Und damit hat Herr Hegemann sich ruchtig verhalten. Diese Dinge klärt man intern.

truemanNRWAntwort
(1)(0)

Dem widerspreche ich.

Auslöser waren nicht etwa zwei Facebookeinträge von Studierenden, sondern Aussagen des Hochschullehrerbundes und es geht hier nicht um den Chef einer Wûrstchenbude.

truemanNRWAntwort
(0)(0)

Genau, das ist unüblich. Platz 8 unter Lokalmeldungen und nicht Platz 8 auf der Startseite.

"Nur über die Suchfunktion" stimmt allerdings dann nicht, richtig. Danke für den Hinweis.