Inzwischen steht Diagnose fest

Abschlussfahrt nach Prag wird zum Albtraum: Schüler in Quarantäne im EVK

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Erst Kunst und Kultur, dann kollektiv ins Krankenhaus: Schüler einer Abschlussfahrt wollten wiederkommen mit schönen Eindrücken aus der tschechischen Hauptstadt Prag und unvergesslichen Erinnerungen an ihre Abschlussfahrt. Stattdessen hatten sie Salmonellen im Gepäck. 

Hamm - Schon am Freitagmorgen gegen 5.30 Uhr hatten sich nach WA-Informationen die ersten Teilnehmer der Abschlussfahrt einer Hammer Schule nach Prag im Evangelischen Krankenhaus (EVK) in Hamm gemeldet. 

Der Grund: Durchfall und Erbrechen. 

Im Laufe des Tages kamen weitere dazu. Da der Erreger zunächst unbekannt war, musste das EVK eine Station öffnen, die sonst am Wochenende geschlossen ist. So konnten die Erkrankten in Einzelzimmern untergebracht werden.

Fall ans Gesundheitsamt gemeldet

Außerdem wurde der Fall beim Gesundheitsamt gemeldet. Das sei Pflicht, wenn man nicht wisse, mit welchem Erreger man es zu tun hat, erklärt Susanne Grobosch, Pressesprecherin des EVK auf Anfrage. Inzwischen hat man aber Gewissheit: Es handelt sich um Salmonellen.

Insgesamt hatten sich 30 Teilnehmer der Abschlussfahrt beim EVK gemeldet. Zwar konnte der Großteil nach der Erstversorgung und mit Medikamenten nach Hause geschickt werden, doch neun mussten im Krankenhaus bleiben. 

Das Krankenhaus kann auf dieser Station keine Patienten mehr aufnehmen. Allerdings halte sie Absprache mit der Barbaraklinik, wenn die Kapazitäten erschöpft sind, sagt Grobosch. Es herrscht also kein grundsätzlicher Aufnahmestopp. 

Bis zu drei Wochen krank

Salmonellen sind eine Bakterien. Behandelt werden die Erkrankten durch Flüssigkeitszufuhr und Diät. "Glücklicherweise sind alle junge, gesunde Menschen, die das gut verkraften", so Dr. Ulrich Kandzi, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie. Die Dauer der Erkrankung schätzt er zwischen einer und drei Wochen.

Gibt's ein Pfleger-Problem auch in Hammer Krankenhäusern?

Die Ansteckungsgefahr bei Salmonellen sei in der Regel sehr gering, wenn die hygienischen Maßnahmen stimmen, sagt Kandzi. Dennoch wurden die Patienten in Einzelzimmern untergebracht und in Quarantäne gesetzt.

Mutmaßlich übers Essen infiziert

Salmonellen werden normalerweise durch Lebensmittel übertragen. Da die Klasse von einer Abschlussfahrt aus Prag zurückgekommen ist und die Schüler im selben Hotel wohnten, wird gemutmaßt, dass sich die Krankheit durch das Essen verbreitete.

Eine stationäre Behandlung von neun Salmonellen-Fällen sei eine Ausnahme und somit eine logistische Herausforderung, sagt Grobosch. Einige Mitarbeiter sind an ihrem freien Wochenende zum Dienst erschienen, um sich angemessen um die Erkrankten zu kümmern. "Die Mitarbeiter verdienen großen Respekt", lobt Grobosch.

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