Sorge vor Coronavirus auch in den Bezirken

Absagen aus purer Vorsicht überall im Hammer Stadtgebiet

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Nach der Absage von Großveranstaltungen in NRW zur Eindämmung der Coronavirus-Infektionen rücken lokal auch kleinere Ereignisse in den Fokus. Aus reiner Vorsicht reagieren zum Beispiel Veranstalter aus dem Stadtbezirk Uentrop mit Absagen - vor allem, weil ihre Angebote von Risikogruppen besucht werden.

Uentrop – Hunderte Besucher erwartete der Förderverein der Kita Immanuel am morgigen Freitag. Der Late-Night-Trödel im Gemeindehaus an der Erlöserkirche in Werries ist stark gefragt. Wenn auch alles organisiert war - jetzt kam die Absage. „Der Trödel fällt aus“, sagt Kita-Leiterin Britta Wewer-Melis über die gemeinsam mit dem Förderverein getroffene Entscheidung. „Das ist eine reine Vorsichtsmaßnahme“, erklärt sie hörbar entspannt und mit Verweis auf ältere Menschen, die das Gemeindehaus nutzen, und auf Schwangere, die schon eine halbe Stunde vorher auf Schnäppchensuche gehen dürfen. (Klicken Sie sich hier in unsere große Übersicht zum Thema und hier in unser Sonderressort.)

Die Wahrscheinlichkeit dürfte zwar äußerst gering sein, dass sie sich an der Braamer Straße anstecken. Die Verantwortung für den Fall der Fälle wollten Verein und Kita aber nicht übernehmen, sagt sie. Der Trödel gehört zudem zu einer Art von Veranstaltung, die „nicht zwingend stattfinden muss“.

So differenzieren auch Anbieter von Senioren-Veranstaltungen im Stadtbezirk. „Wir haben im Augenblick in Hamm keinen Fall, aber wir treffen Vorsichtsmaßnahmen, weil wir es mit Hochrisikogruppen zu tun haben, mit älteren Menschen“, sagt Birgit Heydemann, Ehrenamtskoordinatorin im Café Amalie. „Wir haben Veranstaltungen, die eher ,unnötig’ sind und durch die ,fremde Leute’ ins Haus kommen, abgesagt“, sagt sie.

Verantwortliche im engen Kontakt

Dabei stehe sie zwecks Absprache im engen Kontakt mit Quartiersentwicklerin Jutta Jeretzky im DRK-Senioren-Stift Mark. Der von beiden geplante Start eines regelmäßigen Gesundheitskaffeeklatschs mit Referent und zusammen mit Altenhilfeeinrichtungen ist erst einmal auf Eis gelegt. Auftakt sollte in diesem Monat im Café Amalie sein. Doch zwingend erforderlich ist er nicht. Der Gesprächskreis mit Angehörigen ist abgesagt, wie auch das Frühlingsfest im Amalie-Sieveking-Haus. Die Aufzählung ist nicht vollständig.

Neben dem Late-Night-Trödel findet der Max- und Moritz-Basar in der Schützenhalle in der Mark nicht statt. Das steht schon seit Montag fest. Der Grund hat vermutlich nichts mit dem Coronavirus zu tun. „Wir haben zu wenig Helfer“, sagt Susanne Demand, Leiterin der Evangelischen Kindertageseinrichtung Mark, auch im Namen des Fördervereins als Veranstalter. Der Mangel zeichnete sich schon vor Tagen ab. Hinzu kamen zuletzt noch erkrankte Mitstreiter, sodass sich die Zahl der Helfer weiter reduzierte.

Im Grunde ist die Absage nur vorweggenommen worden, denn seit Mittwoch folgt die Kita der Empfehlung von Landeskirche und Kirchenkreis. „Wir sollen größere Veranstaltungen absagen und verschieben“, sagt sie.

Vorsichtsmaßnahmen unaufgeregt

Allen gemein ist, dass sie die Vorsichtsmaßnahmen unaufgeregt in die Wege leiten. „Wir haben keinen Notstand“, sagt Kita-Leiterin Britta Wewer-Melis. Der Kita-Alltag laufe uneingeschränkt weiter. Dazu zählen Angebote in Kita-Gruppengröße wie das Osterbasteln mit Eltern. Anders ist nur, dass die Kinder ans intensivere Händewaschen erinnert werden. Das gelingt spielerisch. Beim Händewaschlied etwa, das so lange dauert, bis Viren & Co. beseitigt sein sollten.

Das Café Amalie in Hamm-Osten, die Tagesbetreuung für ältere Menschen, läuft weiter. Nur auf gewohnte Begrüßungsrituale wie Händeschütteln und Umarmungen wird erst einmal verzichtet. Das Coronavirus sei bei den Senioren Thema, sagt Ehrenamtskoordinatorin Heydemann. Alle blieben dabei entspannt. „In Panik zu geraten, ist sicher völlig falsch“, sagt sie, „aber Vorsichtsmaßnahmen sollte man beherzigen. Das ist alles, was wir zurzeit machen können.“

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