Holthöfen bleibt trocken: Stadt erteilt Anwohnern eine Absage für Anschluss ans öffentliche Netz

Trinkwasser aus dem öffentlichen Netz wird es in Holthöfen wohl so bald nicht geben.
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Trinkwasser aus dem öffentlichen Netz wird es in Holthöfen wohl so bald nicht geben.

Der April war sehr trocken und hat die Probleme der Siedlung Holthöfen an der Pollgartenstraße und dem Holthöfener Weg in Allen wieder in Erinnerung gerufen.

Allen – Sollte der kommende Sommer ähnlich wasserarm werden wie die beiden vergangenen, so könnte schon bald Ebbe sein in den Trinkwasserbrunnen, aus denen sich die Bürger dort versorgen.

Und die erhoffte Lösung durch einen Anschluss an das Frischwassernetz der Stadtwerke Hamm scheint es nicht zu geben. Die Stadt hat dem Wunsch jedenfalls eine Absage erteilt – aus wirtschaftlichen Gründen. Das aber wollen die Anwohner so nicht stehen lassen.

Frisches Wasser für Höfe und Wohnhäuser

Für die Bürger in dieser ländlichen Siedlung, die mit dem Reiterhof Schulze-Buxloh und dem Hof des Reitvereins Rhynern zwei große Wasser-Abnehmer hat, sei die aktuelle Situation nicht mehr tragbar.

Daher hatten sie die Gespräche mit der Stadtverwaltung gesucht und schließlich auf Tipp eines Verwaltungsangestellten einen offiziellen Antrag gestellt, die Stadt möge nach einer Lösung suchen. Unterstützt wurde der Antrag durch die CDU-Bezirksfraktion, die sich ebenfalls dafür stark machen wollte, dass die Höfe und Wohnhäuser frisches Wasser aus der Leitung bekommen.

Eigenversorgung durch private Hausbrunnen

Dabei beriefen sich die Anwohner insbesondere auf das NRW-Wassergesetz, das unter anderem die Kommunen in die Pflicht nimmt, die öffentliche Wasserversorgung sicherzustellen. Dieser Pflicht sei die Stadt nachgekommen, heißt es nun im Antwortschreiben der Stadt Hamm. Dazu habe sie ein Wasserversorgungskonzept bei der Bezirksregierung Arnsberg vorgelegt.

Und dieses Konzept sehe ausdrücklich die Eigenversorgung mit privaten Hausbrunnen vor. Das habe die Bezirksregierung zuletzt 2018 als vollständiges Konzept bestätigt, da keine Pflicht bestehe, das Trinkwassernetz bis zu jeder Grundstücksgrenze auszubauen.

Bau einer Trinkwasserleitung zu aufwendig

Die Stadt habe nun noch einmal geprüft, was in Holthöfen möglich sein könnte. Und hat keine gute Nachrichten für die Anwohner: Aufgrund der starken ländlichen Prägung und den daraus resultierenden Leitungslängen sei es nicht möglich, eine Trinkwasserleitung bis zu den Häusern und Höfen zu legen.

Gründe hierfür seien die Anforderungen an die Trinkwasserhygiene für öffentliche Leitungen (Stichwort Keimfreiheit). „Diese sicherzustellen ist wirtschaftlich nicht darstellbar“, teilt die Stadt mit.

Andere Option: Trinkwasserübergabeschachte

Eine Alternative gebe es da noch. Die dürfte sich allerdings für die Bürger nicht als wirtschaftlich darstellen. Zwar teilt die Stadt mit, dass die Stadtwerke bei der Anfrage eine individuelle Einzelfallprüfung durchführen und individuelle Versorgungsmöglichkeiten anbieten. Dies könne zum Beispiel die Errichtung eines Trinkwasserübergabeschachtes im Bereich des öffentlichen Netzes sein.

An diesen könne ein Haushalt dann mit einer nachgelagerten privaten Leitung angeschlossen werden. Ein entsprechendes Angebot wurde den Anwohnern bereits im August 2019 gemacht. „Dass wir den Anschluss nicht umsonst bekommen würden, war uns ja bewusst“, erklärt Katja Schulze-Buxloh, eine komplette Privatleitung komme da aber nicht infrage.

Keine Übereinstimmung

„Das ist uns auch zu einfach. Wir werden uns damit nicht zufrieden geben“, so Schulze-Buxloh. Denn eins sei klar: „Es muss etwas passieren. Das Wasser wird immer knapper.“

CDU-Ratsherr Manfred Schmitz, der seinerzeit den Antrag unterstützte, nahm die Antwort der Stadt enttäuscht zur Kenntnis. Er könne die Begründungen der Stadt aber nachvollziehen, sagte er. Die Möglichkeit der Privatleitung sei aber immerhin überlegenswert.

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