Kritik trägt schnell Früchte

Absage an Standort für neue Hammer Groß-Kita - Angst vor Verkehrschaos

Kiga Unter dem Regenbogen soll nicht zu  Groß-Kita ausgebaut werden
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Nur eine Übergangslösung: Die Kiga „Unter dem Regenbogen“ in Hamm soll nicht zu einer Groß-Kita ausgebaut werden.

Warum letztlich auch immer: Kaum gelangen Bedenken gegen den Ausbau einer Kita in der Nähe des Maxiparks in der Welt, wurde die Stadtverwaltung plötzlich schnell.

Braam-Ostwennemar – Das ging schnell: Erst am Montag reagierte die CDU auf Kritik von Anwohnern zur geplanten Groß-Kita an der Feuerdornstraße/Marker Dorfstraße und bat die Verwaltung „inständig“, die Pläne zu überprüfen und Alternativen zu erarbeiten; am Mittwoch berichtete der WA darüber – und schon kurze Zeit später verkündete die Stadt das Aus für den Standort auf dem Grundstück des Friedrich-Wilhelm-Stifts. Das durch eine Erweiterung der Kita Unter dem Regenbogen noch zunehmende Verkehrschaos erwies sich als ausschlaggebender Knackpunkt.

Ist das Wahlkampf? In ihrer Mitteilung von Mittwochnachmittag verweist die Verwaltung ausschließlich auf die Bedenken von Anwohnern. Der Beschluss zur Entwicklung einer neuen Vier-Gruppen-Kita im Stadtbezirk stammt zwar bereits aus dem Sommer vergangenen Jahres, aber erst infolge der laufenden Arbeiten auf dem Gelände des Friedrich-Wilhelm-Stifts haben die Anwohner, laut Verwaltung, „berechtigte Bedenken zur verkehrlichen Situation im Hinblick auf eine zweite Kita in diesem Wohnbereich geäußert“. Zurzeit werden Container für eine U3-Gruppe neben der Kita Unter dem Regenbogen aufgestellt. So soll noch vor einem Neubau der Bedarf zwischenzeitlich abgedeckt werden.

Absage an Groß-Kita-Standort in Hamm: Feuerdornstraße überlastet?

Schon durch eine weitere fünfte Kita-Gruppe dürfte der Verkehr an der Feuerdornstraße zunehmen. Und wie das bei einer Groß-Kita mit dann insgesamt acht Gruppen sein könnte, wäre eigentlich erst zu einem späteren Zeitpunkt Teil der Planungen geworden. Doch die Verwaltung hat mit Verweis auf die Bedenken der Anwohner schon jetzt eine „baufachliche“ Prüfung vorgenommen.

„Eine erste Einschätzung dazu zeigt, dass eine entlastende, verkehrliche Erschließung an dem überlegten Standort nur schwer und außerordentlich aufwändig realisierbar scheint“, erklärt die Verwaltung. Die Konsequenz: „Da es keine zwingende Notwendigkeit einer Vier-Gruppen-Einrichtung an genau dieser Stelle gibt, wird die Verwaltung die Erschließungsthematik hier nicht weiter verfolgen, sondern möglichst zeitnah einen alternativen Standort für eine neue Kita im Stadtbezirk Uentrop in Trägerschaft des Friedrich-Wilhelm-Stifts finden“, heißt es weiter.

Absage an Groß-Kita-Standort in Hamm: Elterntaxis im Visier

Wo das sein könnte, schreibt die Stadt nicht. Bislang war mit Blick auf eine dauerhafte Lösung von einem zentralen Standort die Rede. Die SPD favorisiert dezentrale Standorte und zwar dort, wo der Bedarf ist und „kurze Wege“. Das könnte auch die Zahl der Elterntaxis minimieren, die täglich an vielen Kitas und Schulen für Verkehrschaos sorgen.

Der Standort am Friedrich-Wilhelm-Stift war deshalb favorisiert worden, weil die Einrichtung dort bereits eine Kita betreibt und über ein ausreichendes Flächenpotenzial verfügt. „Erste Planungen zeigen eine grundsätzliche Machbarkeit auf dem Grundstück“, erklärt die Verwaltung. Grundsätzlich, sicherlich, wäre da nicht der Verkehr.

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