Nachnutzung noch unklar

Abrissbagger kommt bald zum früheren Kleinbahnhof in Rhynern

Die Anbauten am ehemaligen Kleinbahnhof „Rhynern-West“ werden abgerissen.
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Die Anbauten am ehemaligen Kleinbahnhof „Rhynern-West“ werden abgerissen.

Rhynern – Noch im Januar wird der Abrissbagger am alten Bahnhof und ehemaligen Gaststätte-Gebäude „Zum Klosterfeld“ anrücken und zur Tat schreiten.

Sein Auftrag: Das Abreißen der Anbauten, die im Laufe der Jahre das ursprüngliche Stationsgebäude der Ruhr-Lippe-Eisenbahn erweitert haben. Das Hauptgebäude selbst bleibt wie geplant erhalten. Die Stadt Hamm hatte über ihr Immobilienmanagement die Immobilie vom ehemaligen Gastwirt Franz Rehbein erworben.

Zu den Anbauten gehören unter anderem die ehemaligen Gesellschaftsräume neben den Toiletten und hinter der Küche. Selbst der geklinkerte Eingangsbereich wird dem Erdboden gleich gemacht. Zuvor müssen sämtliche Versorgungsleitungen abgetrennt werden. Übrig bleibt letztlich nur das eigentliche alte Bahnhofsgebäude. Das ist das, was die Stadt für erhaltenswert hält. Renovierungsarbeiten werden sich anschließen.

Unter Denkmalschutz steht das Gebäude nicht. Es habe im Jahre 2001 einmal eine Überprüfung auf Denkmalwert gegeben, erläutert ein Stadtsprecher. Die Unterschutzstellung sei aber damals von der Stadt im Einvernehmen mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) abgelehnt worden. Auch wenn vor allem die Veränderungen am historischen Gebäude in Form der Anbauten gegen diese Eintragung in die Denkmalliste sprachen, so werde es auch nach den Abrissarbeiten keine erneute Überprüfung in diese Richtung geben, teilte die Stadt mit.

Erhalt eines ortsbildprägenden Gebäudes

In erster Linie geht es beim Erhalt des Gebäudes um den Erhalt eines ortsbildprägenden Gebäudes, das in seiner Funktion als Bahnhof der stillgelegten Ruhr-Lippe-Eisenbahn und später als beliebte Traditionsgaststätte einen besonderen Stellenwert für den Ort und die Bürger hat. In welcher Weise das Gebäude in Zukunft genutzt wird, ist allerdings noch immer offen. „Zur Nachnutzung des Gebäudes gibt es verschiedene Überlegungen und Möglichkeiten, hier befinden wir uns noch in der Abstimmung“, erklärte der Stadtsprecher auf Anfrage.

In der „Verlosung“ war vor einigen Wochen noch die Option, hier die Bezirksbücherei unterzubringen. Die wird auf kurz oder lang aus dem Gebäudeteil des Bürgeramtes ausziehen müssen. Dieser Trakt soll abgerissen werden, da eine Sanierung nicht mehr wirtschaftlich darstellbar sei. Ob der Platz in der alten Gaststätte dafür ausreicht, muss noch geprüft werden. Die SPD mit ihrem neuen Bezirksbürgermeister Andreas Obering hatte das Gebäude zu einem „Leuchtturmprojekt“ im Wahlkampf gemacht. Sie will sich dafür starkmachen, dass hier eine Art Bürgertreffpunkt entsteht. Die konzeptionelle Umsetzung erfordere eine Art Brainstorming unter Mitwirken der Vereine Ort, hieß es. Vom Tanz-Café, über Raum für kleinere Konzerte bis hin zu Veranstaltungslokal war einiges in der Ideenkiste der SPD. Das Gebäude verfügt zudem über neuwertige Hotelzimmer im Obergeschoss. Deren Zukunft ist ebenfalls noch ungewiss.

Ob und was sich davon umsetzen lässt, wird die nähere Zukunft zeigen. Nun wird zunächst ein Bauunternehmen den Bahnhof erst einmal von seinen Anbauten „befreien“ und damit die Geschichte des Hauses als Restaurant endgültig beenden.

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