Baulücken im Lutherviertel werden geschlossen

Abriss und Neubau an markanter Stelle der Hammer Innenstadt

Dieses Gebäude im Lutherviertel wird bald verschwinden.
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Dieses Gebäude im Lutherviertel wird bald verschwinden.

Mit den entsprechenden politischen Beschlüssen und der Änderung des entsprechenden Bebauungsplans werden in der Hammer Innenstadt die Weichen für ein weiteres Kapitel von Stadtreparatur gestellt.

Hamm - Der Parkplatz hinter der Bühne am Martin-Luther-Platz soll Wohnraum weichen, die Ecksituation an Martin-Luther-Straße und Nassauer Straße wieder geschlossen werden. Dafür wird die Hausnummer Nassauer Straße 36a, die wie ein einzelner verbliebener Zahn ins Stadtbild ragt, abgerissen.

Die Bezirksvertretung Hamm-Mitte hat die notwendige Bebauungsplanänderung in ihrer Sitzung einstimmig dem Rat empfohlen, der am 29. Juni letztlich das verbindliche Votum abgibt.

Eine Investorengemeinschaft will das Projekt auf dem rund 800 Quadratmeter großen Plangebiet umsetzen. Die Pläne werden vom Büro Berghaus Architekten entwickelt. „Wir werden einen architektonischen Mehrwert für das Viertel schaffen“, verspricht Jens Berghaus, ohne zum jetzigen Zeitpunkt tiefer in Details gehen zu wollen.

Abriss und Neubau in Hamm: Es geht um ein Filetstück

Die Vorlage der Verwaltung beschreibt das aktuelle Bild als „mindergenutzte Hinterhofsituation“, spricht aber von einer „hohen Lagegunst“ im urbanen Raum. Heißt übersetzt etwa: Hier schlummert seit Jahrzehnten ein Filetstück in der Innenstadt.

Bald wieder geschlossen: Die Bebauung am Martin-Luther-Platz. Die Nassauer Straße 36a (rechts) wird abgerissen, das Grundstück entlang der Blockkante bebaut.

In der Vorkriegszeit war die Spitze, die sich aus Nassauer Straße und Martin-Luther-Straße ergibt, kleinteilig bis in Höhe des Turms der Luther-Kirche bebaut. Im Krieg wurde ein Teil der Häuser zerstört oder stark beschädigt. Nach dem Krieg wurden hier noch einige alte Gebäude abgerissen, wodurch sich die heutige Situation ergibt. Einen Platz wie den jetzigen Martin-Luther-Platz gab es zu Kriegszeiten noch nicht.

Weil das Wohnprojekt auf eine Teilfläche des jetzigen Platzes – den schmalen Grünsteifen, auf dem jetzt die Bühne steht – ausgeweitet werden soll, ist die Änderung des Bebauungsplanes erforderlich. Der Grünstreifen ist darin bisher nicht enthalten.

Abriss und Neubau in Hamm: Fassadenteile erhalten?

Für die Neubebauung soll die Hausnummer 36a an der Nassauer Straße abgerissen werden. Zwar hat das Gebäude mit Ladenlokal im Erdgeschoss (zuletzt Friseur, davor Kiosk) eine ansprechende Fassade, doch die Bausubstanz weist erhebliche Mängel auf. Grünen-Bezirksvertreter Siegbert Künzel regte an, zumindest zu prüfen, ob nicht Teile der Fassade erhalten oder Ornamente im Neubau nachempfunden werden könnten.

Während im Erdgeschoss des Komplexes gewerbliche Flächen angedacht sind, entsteht in den oberen Etagen Wohnraum. Hier soll vor allem dem Bedarf nach Wohnungen für Ein- bis Zwei-Personenhaushalte sowie dem Thema Wohnen auf Zeit Rechnung getragen werden. Der Bebauungsplan ermöglicht eine viergeschossige Bauweise. Möglicherweise werde das Projekt im mehreren Abschnitten umgesetzt, sagte Berghaus.

Abriss und Neubau in Hamm: Parkflächen im Innenbereich

Wie der Architekt weiter erklärte, sollen Parkflächen im Innenbereich des Neubaus entstehen und durch eine Zufahrt erreichbar sein. Wie dies im Detail aussieht, sei noch Teil der Planung. „Wir haben in jedem Fall die Absicht, hier Parkplätze zu erhalten“, so Berghaus.

Um die Multifunktionalität des Platzes zu bewahren, soll die Bühne entweder ins Vorhaben einbezogen werden oder eine Alternativlösung erhalten.

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