Studie

Studentenzimmer in Hamm günstiger als im Bundesschnitt

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Gegenüber der HSHL ist im Paracelsuspark ein Wohnheim entstanden.

Hamm - Semesterstart und Zimmersuche: In vielen deutschen Uni- und Hochschulstädten wird das zur Lotterie – und je nach Studienort zum kostspieligen Vergnügen. Die Wohnsituation für Studierende in Deutschland ist „kritischer“ geworden.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Moses Mendelssohn Instituts (Berlin), die in Kooperation mit dem Online-Portal WG-gesucht.de entstand. Untersucht wurden 91 Hochschulstandorte (über 5000 Studierende). Teuerstes Pflaster für ein WG-Zimmer ist demnach München mit durchschnittlich 560 Euro warm pro Zimmer.

Hamm, das mit weniger als 5000 Studenten nicht Gegenstand der Studie ist, läge angesichts der Wohnraumpreise bei den Mieten für ein WG-Zimmer wohl noch deutlich unter dem Gesamtschnitt von 349 Euro. Legte man allein die aktuell zehn im Internet-Portal für Hamm mit Monatsmieten gelisteten WG-Zimmer zugrunde, käme man auf einen Schnitt von 294,60 Euro Warmmiete. Das entspräche in etwa dem durchschnittlichen Miet-Niveau von Dortmund auf Platz 65 der Studie.

Laut Untersuchung hat sich im Vergleich zum Herbst 2015 die Wohnsituation zum Wintersemester 2016/17 für Studierende in 52 der 91 Hochschulstandorte verschlechtert. In etwa unverändert blieb die Situation in Münster und Dortmund: In Münster (Rang 17) wird die Situation in der WG-Landschaft unter Berücksichtigung aller Faktoren weiterhin als kritisch bewertet. Hier kostet ein WG-Zimmer im Schnitt 330 Euro. Deutlich entspannter geht es in Dortmund zu. 290 Euro müssen Studierende hier monatlich für eine Bleibe zahlen.

Ermittelt wurde für alle Städte ein so genannter Anspannungs-Index für den studentischen Wohnungsmarkt, der nicht nur Mietpreise, sondern insgesamt 23 Faktoren von den WG-Preisen über das Immobilien-Angebot, die Entwicklung der Studierenden- und Erstsemester-Zahlen, die Altersstruktur der Bewohner bis hin zur Attraktivität von Universität und Stadt für Studierende berücksichtigte. Von 100 Punkten erreichte Spitzenreiter München 79, Frankfurt (Main) 77,5 und Köln als drittplatzierter Unistandort 76 Punkte (Münster: 52; Dortmund: 28).

3450 Studierende in Hamm eingeschrieben

In Hamm sind aktuell rund 3450 Studierende eingeschrieben, 2700 an der Hochschule Hamm-Lippstadt (HSHL) und 750 an der SRH Hochschule. Damit liegt die Stadt unter der der Untersuchung zugrunde liegenden 5000er Marke. Thomas Jörrißen, Geschäftsführer der Hammer Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft mbH (HGB), bewertet die Situation für Studenten auf dem Wohnungsmarkt aus Sicht seines Unternehmens als entspannt. Die HGB hat an der Goethestraße 27 Appartements und an der Heßlerstraße drei Wohnungen für Studenten vermietet und schaffte frühzeitig im Zuge der Hochschulansiedlungen studentischen Wohnraum im Bestand. Insgesamt 63 Plätze stehen zur Verfügung, laut Jörrißen gibt es eine kleine Warteliste. „Wir haben momentan aber nicht den Druck unser Angebot auszuweiten“, sagt Jörrißen.

„Wir spüren innerhalb unseres Bestands nicht den Drang von Studenten in den normalen Markt.“ Das Preisniveau sei konstant geblieben, lediglich die Betriebskosten unterlägen der Anpassung, so der Geschäftsführer. Seiner Einschätzung nach ziehen Studenten einen Wohnort in guter Erreichbarkeit des Campus vor.

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