HSHL-Umfrage: Praktikanten wollen praktisch arbeiten

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Die Studentinnen Kateryna Bilaya (links) und Melissa Koch stellten zum Abschluss des Seminars „So tickt der Campus“ Ergebnisse der HSHL-Umfrage zu Praktika in Unternehmen vor.

Hamm-Osten - Praktikanten wollen nicht nur Kaffee kochen. Sie wollen praktisch arbeiten und ein Mehrwert für ein Unternehmen sein. Das ergab eine Praxisumfrage des vierten Semesters Technisches Management und Marketing der Hochschule Hamm-Lippstadt (HSHL).

Im Seminar Technologiemarketing haben sich im Sommersemester 2017 19 Studenten mit dem Thema Marktforschung auseinandergesetzt und gemeinsam mit Prof. Dr. Uwe Kleinkes eine Fragestellung mit praktischer Relevanz gefunden: Was erwarten Studenten und Unternehmen vom Praxissemester?

Kleinkes freute sich, am Montag rund 55 Unternehmer zu seiner Seminarabschlussveranstaltung „So tickt der Campus – Eine Umfrage zum Praxissemester“ begrüßen zu dürfen und zeigte aus seiner eigenen unternehmerischen Praxis auf, wieso Praktikanten ein Gewinn für jede Firma sind. Gemeinsam mit Studenten im Praktikum könne eine Firma ganz wunderbare Sachen entwickeln. Als Beispiel nannte er einen „IT-Nerd“, der ihm ein teures Programm geschrieben hat, das selbst nach Jahren noch läuft. „Ja, ein Praktikant ist Arbeit und er kostet Geld. Aber ich kann Ihnen allen nur raten: Investieren Sie das!“

Die HSHL sei auch schon vor dem Praxissemester, das fester Bestandteil eines Studiums an der Fachhochschule ist, sehr darauf bedacht, die Studenten praxisorientiert zu unterrichten, wie die wissenschaftliche Mitarbeiterin Annette Müller erklärte: „Aktuell haben wir 2 575 Studenten, 14 Bachelor- und fünf Masterstudiengänge.“

19 Studiengänge sind interdisziplinär

Alle seien interdisziplinär ausgerichtet. Mit dem Praxisprojekt und der mindestens 14-wöchigen Praxisphase ziele man darauf ab, dass die Projekt- und Bachelorarbeit in einem Unternehmen geschrieben werden kann: „Das ist zwar keine Pflicht, aber trotzdem ein schönes Angebot.“

Dass das Praxissemester für die Studenten ein wichtiges Thema ist, konnten die Seminarteilnehmer im Anschluss bei der Vorstellung ihrer Forschungsergebnisse deutlich machen. Ziel der Umfrage sei es gewesen, die Erwartung sowohl von Studenten als auch von Unternehmen an ein Praxissemester zu analysieren. Dafür wurden in vier Wochen 341 Studenten im zweiten und vierten Fachsemester und einige Unternehmen aus Hamm befragt. Zwölf der 8630 gestellten Fragen beleuchteten die Studenten in ihrer Präsentation genauer.

Online-Präsenz ist wichtigste Plattform

Das Fazit ist ganz einfach: Für die Studenten ist die Online-Präsenz die wichtigste Plattform, um sich über ein potenzielles Praktikumsunternehmen zu informieren. Studenten und Unternehmen haben die gleichen Erwartungen in Bezug auf die Vorkenntnisse und die Voraussetzungen. Eine angemessene Bezahlung ist für Studenten relevant, dafür waren aber auch 67 Prozent der Befragten bereit, mehr als 500 Kilometer Entfernung in Kauf zu nehmen und zeigten damit eine hohe Umzugsbereitschaft. Praktikanten wollen gleichzeitig betreut werden, aber trotzdem selbstständig und eigenverantwortlich arbeiten dürfen, so ein Mehrwert für ein Unternehmen sein und hoffen auf Beschäftigungsperspektiven.

In der anschließenden, von Kleinkes geleiteten Diskussion mit den Unternehmern und Studenten, wurde deutlich, dass vor allem eins fehlt: Die Zeit im Unternehmen, sich angemessen um einen Praktikanten zu kümmern und ihn qualitativ zu betreuen. Viele, vor allem mittelständische Unternehmer, schreckten auch vor einer Einstellung zurück, weil sie oft nicht wüssten, wie mit einem Praktikanten im Praxissemester umzugehen sei: Wie muss er angemeldet werden, welche Aufgaben hat er zu erledigen?

Handbuch soll Firmen Sicherheit geben

Die Lösung hierfür könnte ein Handbuch sein, das gemeinsam mit der HSHL und mittelständischen Unternehmen geschrieben wird, um Ängste zu nehmen und Sicherheit für die Firmen zu schaffen.

Auch in Bezug auf die Betreuung empfehlen die Studenten ein Handbuch, das in jedem Unternehmen von Praktikanten für Praktikanten in digitaler Form aufgesetzt und über die Jahre fortgesetzt wird. So würden die Unternehmen einiges an Zeit sparen und die Praktikanten müssten nicht wegen Kleinigkeiten den Weg zum Betreuer machen und könnten sich eigenständig weiterentwickeln.

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