AStA fordert: "Mehr Clubs und Kneipen für Studenten in Hamm"

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Zwar gibt es gastronomische Angebote wie auf der "Meile", doch viele Studenten wünschen sich mehr Alternativen zum Ausgehen.

Hamm - Hamm ist Studentenstadt mit zwei Hochschulen. Während die Studentenzahlen kontinuierlich nach oben geklettert sind, blieb eines unverändert in Hamm: die Gastronomie. Auf Studenten zugeschnittene gastronomische Angebote fehlen weitgehend. Das soll sich ändern.

Wer an studentisches Leben denkt, denkt nicht nur an Hörsäle, Hausarbeiten und Klausuren, sondern ebenso an Kneipen, Clubs und Szene-Treffs. „In Hamm gibt es das bisher fast gar nicht. Die Angebote sind – mit Ausnahmen – eher trist und altbacken“, sagt Benjamin Kizilirmak, der im Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) der Hochschule Hamm-Lippstadt (HSHL) für den Bereich Freizeit- und Kulturgestaltung zuständig ist. „In Hamm ist die Gastronomie zudem sehr weit verstreut und teils schwer erreichbar. Der Zuschnitt richtet sich eher an ,ältere Semester’ und ist noch für das alte Hammer Publikum gemacht.“

Seit vier Jahren mit Beginn seines Studiums im Bereich Technisches Management und Marketing engagiert sich der 26-Jährige im AStA für die Belange der Studenten. Partys zu besonderen Anlässen oder als mehr oder weniger regelmäßige Formate fanden bisher immer in vorhandenen Locations statt. Sei es am Flughafen, in den Zentralhallen oder auf der Meile. Einen Ort, der aus dem noch jungen Status der Studentenschaft erwachsen ist, existiert bisher nicht. „Es gibt in Hamm zwar einige engagierte und pfiffige Gastronomen“, sagt Kizilirmak, „wir würden uns aber deutlich mehr Kneipen und Clubs wünschen.“ 

Natürlich müssten sich Studenten selbst mit einbringen, sagt er. Vorhaben, als Studentenschaft der HSHL mit Hilfe von Kooperationspartnern selbst ins gastronomische Angebot einzusteigen, habe es durchaus gegeben, so Kizilirmak. Nach der Studentenparty im alten Atrium vor gut drei Jahren im Dezember 2013 sei man derartig begeistert von der Immobilie gewesen, dass man sie in Kooperation mit einem Gastronomen gerne gemietet hätte. Letztlich fand das Vorhaben an entscheidenden Schaltstellen aber keine Lobby. Auch der Versuch, das ehemalige „Jonathan“ zu mieten, scheiterte nach aussichtsreichen Verhandlungen. Am Ende zogen das „St. Louis“ und Karsten Plaß ein. Für kurze Zeit. 

Stammtisch soll Kooperationen anbahnen

„Danach haben wir eigene Vorhaben und Ideen erstmal zurückgestellt“, sagt Kizilirmak. Bis jetzt: Denn am 9. Januar (19 Uhr, Enchilada) laden der AStA und das Stadtmarketing zu einem öffentlichen Stammtisch zum Thema studentische Gastronomie ein. Mit am Tisch sind Gastronomen, Vermieter und natürlich Studenten. „Wir wollen das Feuer neu entfachen und hoffen, dass sich Kooperationen anbahnen“, sagt Kizilirmak. 

Zwei Ideen, in der Umsetzung möglicherweise aneinander gekoppelt, haben die Studierenden auf ihrem Wunschzettel: „Wir können uns eine Art Lounge in der City vorstellen, die als Schnittstelle zwischen Studenten und anderen Gästen gedacht ist. Die Einrichtung könnte von mittags bis zur Nachtruhe öffnen. In der Weststraße gibt es Leerstand, der Ort wäre ideal, weil er zentral und gut erreichbar ist“, so Kizilirmak. Separat oder auch daran angedockt sei eine studentische Kneipe fürs Nachtleben wünschenswert. „Dort könnten dann auch kleinere Veranstaltungen wie Slams oder Impro-Theater stattfinden.“ 

Vorhaben wie diese seien in gewachsenen Uni-Städten längst etabliert, aber auch hier sei das Klientel vorhanden. „Hamm hat enormes Potenzial, steht aber noch am Anfang der Entwicklung“, so der 26-Jährige. Die Stadt brauche noch Zeit, um in dieser Richtung zu wachsen. „Vielleicht sieht es in zehn oder 20 Jahren anders aus“, meint er. Damit sich etwas bewege, gelte es jetzt mutig nach vorne zu schauen. Impulse soll nicht zuletzt der kommende Stammtisch geben.

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