Campus live: Prof. Jan Pelzl über „Internet der Dinge“

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Prof. Dr. Jan Pelzl

Hamm - Im Rahmen von „Campus live“ wird Prof. Jan Pelzl von der Hochschule Hamm-Lippstadt (HSHL) am Dienstag, 4. Oktober, um 19 Uhr am Campus Hamm, Marker Allee 76-78, über „Das Internet der Dinge – Aber bitte mit Sicherheit“ referieren.

Thema werden dabei unter anderem auch Waschmaschinen mit W-Lan-Verbindung sein. WA-Mitarbeiterin Julia Kübel sprach mit ihm vorab über den Vortrag, der für Schüler und Studenten kostenlos ist. Für alle anderen Interessierten gibt es Karten an der Abendkasse für fünf Euro.

Was dürfen die Besucher bei der Veranstaltung am 4. Oktober erwarten? 

Jan Pelzl: Im Vortrag geht es um das sogenannte „Internet der Dinge“. Die technologische Entwicklung schreitet rasant voran. Auch Gegenstände des täglichen Gebrauchs erhalten immer mehr Funktionen. Das heißt, dass heute Haushaltsgeräte oder Autos voll vernetzt arbeiten. Dadurch wächst auch die Gefahr von Manipulation und Angriffen. Grund genug, sie mit Sicherheitstechnik auszustatten, damit sie diesen Angriffen trotzen können. In Vortrag wird auf die verschiedenen Möglichkeiten und die Entwicklung im Bereich „IT-Security“ eingegangen. 

Warum ist das Thema „IT-Sicherheit“ wichtig? Wer sollte sich damit beschäftigen? 

Pelzl: IT-Sicherheit geht heutzutage jeden etwas an. Zum einen müssen wir als Privatperson abwägen, wie viele personenbezogene Daten wir zugunsten von (oft scheinbar) nützlichen Diensten preisgeben. Zum anderen sollten wir uns stets bemühen, Risiken zu minimieren, die durch die moderne IT bedingt sind. Ein ganz klassisches Beispiel sind Passwörter. Wer sehr einfache Passwörter nutzt oder für verschiedene Dienste dasselbe Passwort, geht ein Risiko ein. 

Sind Sie der Meinung, dass viele Menschen sich zu wenig um den Schutz Ihrer Daten kümmern? Hat sich da das Bewusstsein der Menschen in Bezug auf die digitale Vernetzung verändert? 

Pelzl: Das Bewusstsein beim Umgang mit persönlichen Daten hat sich im Laufe der letzten Jahre verändert. Dennoch geht immer noch ein Großteil von uns mit Daten zu leichtfertig um. Die Verwendung von Daten durch Diensteanbieter für weitere Zwecke ist meistens nicht transparent und sollte von uns hinterfragt werden. Auch wenn für eine Einzelperson die Verwendung von populären Messenger-Anwendungen oder Bonuspunkte-Systemen harmlos erscheint, so kann diese im Kontext von großen Nutzergruppen zu manipulativen Zwecken eingesetzt werden. 

Wie kann man sich im Internet besser schützen, worauf sollte man Acht geben? Welche Möglichkeiten gibt es, um die Datensicherheit zu gewährleisten? 

Pelzl: Vergleichen Sie das Internet mit einer großen Stadt: Vermeiden Sie „dunkle“ Gegenden und lassen Sie sich nicht mit unbekannten Personen ein, die Ihnen zum Beispiel einen Gewinn oder lukrative Geschäfte versprechen. Übertragen auf die IT gibt es zahlreiche Maßnahmen zur Erhöhung der IT-Sicherheit: Vermeiden Sie nicht-vertrauenswürdige Webseiten. Verwenden Sie nur Software, die auf dem aktuellsten Stand ist. Verwenden Sie einen aktuellen Virenscanner und eine Firewall. Nutzen Sie Ihren Computer nicht mit „Administrator-Rechten“ zum Arbeiten. Machen Sie regelmäßig Backups, um im Falle eines Schadens zumindest die Daten wiederherstellen zu können. Achten Sie bei AGBs auf Datenschutzklauseln. 

Wie hat sich die „IT-Security“ im Laufe der vergangenen Jahre weiterentwickelt? 

Pelzl: Durch die zunehmende Durchdringung unseres beruflichen wie privaten Alltags mit moderner IT wächst die Bedeutung der IT-Sicherheit zurzeit sehr schnell. Die IT-Sicherheit hat in den letzten Jahren sowohl theoretisch als auch praktisch große Fortschritte gemacht. Dies liegt zum einen daran, dass sich eine zunehmende Zahl an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit der Thematik auseinandersetzt und Maßnahmen weiterentwickelt, als auch daran, dass durch Sicherheitsvorfälle der letzten Jahre die Öffentlichkeit und die Medien auf dieses Thema aufmerksam gemacht wurden. Aktuelle Themen wie „Industrie 4.0“ oder „Das Internet der Dinge“ benötigen oftmals neuartige Ansätze zur Anwendung von IT-Sicherheit, da heute viele alltägliche Funktionen und Alltagsprozesse von IT abhängen. Und wenn diese angegriffen wird oder nicht korrekt funktioniert, hat dies gleich gravierende Auswirkungen. 

Was tun, wenn eine Sicherheitslücke festgestellt wurde? Wie kann man den Schaden eines Angriffs gering halten? 

Pelzl: Das aktive Erkennen von Angriffen und bereits vorbereitete Maßnahmenpläne helfen in solchen Fällen. Wird eine Schwachstelle im laufenden System entdeckt, gilt es, diese schnellstmöglich zu schließen (zum Beispiel durch einen Softwareupdate) und zu prüfen, ob jemand diese Schwachstelle bereits ausgenutzt hat. Ist die Schwachstelle nicht einfach zu beseitigen, muss gegebenenfalls ein Dienst oder eine Komponente vom Netz genommen werden. Vielschichtige Maßnahmen helfen, Risiken zu minimieren. Je nach monetärem und ideellen Wert der Daten halten Datensicherungen das Risiko eines Totalausfalls gering.

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