Rubin Lind

Für 700.000 Euro: Hammer wagt sich in die "Höhle der Löwen"

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Das TV-Set war wie ein altes Klassenzimmer aufgebaut.

Hamm - Rubin Lind hat hohe Ziele. Der 20-jährige Jungunternehmer aus Hamm will mit der App „Skills4School“ den Bildungsmarkt erobern – auch international. Um dem Wachstum seiner Firma einen Schub zu verleihen, tritt er in der neuen Staffel der Vox-Sendung „Die Höhle der Löwen“ auf.

Dass Lind seine App in der kommenden Woche vor namhaften Investoren wie Carsten Maschmeyer und einem Millionenpublikum vorstellt, hat der 20-Jährige der Hartnäckigkeit der Produktionsfirma zu verdanken. Die war schon vor drei Jahren von der Idee und dem charismatischen Kopf dahinter überzeugt. „Insgesamt dreimal haben sie bei uns angefragt. Da waren wir aber noch nicht bereit. Jetzt wollten wir es doch einmal versuchen“, sagt Lind. „Ich war auch neugierig, zu sehen, ob das tatsächlich echt ist, was da passiert, oder ein großer Fake.“

Bereits im April wurde die Folge mit Lind aufgezeichnet. Eineinhalb Stunden wurden am Stück gedreht. Das Set war einem alten Klassenraum nachempfunden. Mit Tafel, Stundenplan und Pulten. Vier Minuten hatte Lind Zeit, sein Konzept zu präsentiert. Dann wurde verhandelt. „Das ging alles super schnell. Normalerweise würde man ein Geschäft nicht nach nur einem Tag machen. Da wird aber tatsächlich vor laufenden Kameras entschieden“, so Lind, der für eine Investitionssumme von 700 000 Euro 14 Prozent der Firmenanteile von „Skills4School“ in Aussicht stellte. Ob es zu einem Deal gekommen ist, darf Lind vor der Ausstrahlung der Sendung nicht verraten.

Mehr Mitarbeiter sollen dazustoßen

Sollte das Geld tatsächlich am Ende auf dem Firmenkonto landen, will Lind damit in weiteres Personal investieren. Aktuell hat das Unternehmen zwölf Mitarbeiter, von denen die Hälfte in Vollzeit arbeitet. Innerhalb des nächsten Jahres sollen bis zu zehn weitere Mitarbeiter hinzukommen. Schon jetzt sorgen 35 sogenannte „Content Creator“ dafür, dass die App stets mit neuen Aufgaben gefüttert wird. Schon bald sollen es 70 sein, die dann zwischen 5 000 und 6 000 neue Übungen erstellen.

Die Lern-App nutzen laut Rubin Lind aktuell rund 25 000 Schüler.

„Diese Leute kenne ich teilweise gar nicht, die arbeiten von Zuhause aus. Das sind Lehramtsstudenten, die von uns einen Leitfaden an die Hand bekommen“, erklärt Lind die Arbeitsweise. „Dazu haben wir noch Supervisor. Das sind Lehrer, die einmal über die Aufgaben schauen und gucken, ob das didaktisch passt.“

Hoffen auf Reichweiten-Explosion

Aktuell sei das Unternehmen, das Lind als 17-Jähriger noch während seiner Schulzeit gründete, voll auf Wachstum ausgelegt. 25 000 Nutzer seien derzeit aktiv. „Wir sind schon gespannt, was die Sendung für einen Schub gibt“, sagt Lind. 150.000 neue Nutzer zu gewinnen, sei durchaus realistisch bei einer Einschaltquote zwischen 2 und 3,5 Millionen Menschen. „Da gucken Eltern und vielleicht auch Großeltern zu. Aber auch viele junge Leute“, ist der 20-Jährige überzeugt.

Langfristig hofft der Jungunternehmer auf einen noch viel größeren Markt. Im Oktober war er deshalb in den USA. Um dort herauszufinden, ob sein Konzept auch dort funktionieren könnte.

„Wir wollten auch sehen, ob es Sinn ergibt, einen Kapitalgeber von dort zu akquirieren“, so Lind. In Deutschland sei es relativ einfach, eine sechsstellige Summe zu bekommen. „Wenn du in Amerika dagegen nicht bereit bist, eine halbe Million von deiner Familie zu investieren, nimmt dich überhaupt keiner ernst“, sagt Lind lachend. „Meine Familie würde mich auslachen und fragen: Woher soll die halbe Million kommen?“

Indien? "Ein reizvoller, riesiger Markt"

Trotzdem sei die Reise wichtig für die Weiterentwicklung gewesen. „Wir haben uns angeschaut, wie dort gelernt wird. Die Kommunikation ist schon viel digitaler. In Deutschland ist es ja schon gefühlt das Highlight, wenn das schwarze Brett auf einem Fernseher angezeigt wird. Aber auch in den USA wird noch nicht digital gelernt“, erklärt Lind.

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Los Angeles in genau 15:33 h, dass war unser Ziel heute. Oder eher gesagt; genau dafür hat unser Geld und unsere Zeit hier gereicht. Nachdem wir die letzten Wochen in San Francisco viel gearbeitet haben, wollten wir uns heute einen Tag Auszeit nehmen und haben spontan beschlossen mit dem @Flixbus nachts nach LA zu fahren. Ich habe in 15 Stunden vermutlich noch nie so viele Dinge auf einmal gesehen und es war mehr Anstrengend als erholend, aber dafür war es doch ganz sehenswert. Fazit: LA ist interessant für 1-2 Tage oder zum abschalten am Meer oder in den Hügeln auch für 1-2 Wochen, aber San Francisco bevorzuge ich doch wesentlich mehr! Jetzt geht es wieder 7 Stunden im Flixbus zurück nach San Francisco! @kaiostk

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Auch Indien sei ein reizvoller, riesiger Markt. Mit deutlich mehr als den 4,5 Millionen Schülern, die Lind und sein Team in Deutschland erreichen könnten. „Da müsste man schauen, wie groß der Aufwand ist, sich dort zu etablieren. Eins steht aber fest: 700.000 Euro bringen dich nicht bis nach Indien.“ Deshalb dürfte Rubin Lind auch in Zukunft durch die Welt reisen, um neue Geldgeber und Partner zu suchen – auch dann, wenn einer der „Löwen“ am kommenden Dienstag zubeißen sollte.

Das ist die App:

Die Lern-App „Skills4School“ gibt es mittlerweile für alle 16 Bundesländer und für die jeweiligen Curricula. Aktuell sind für die Fächer Mathematik, Biologie, Geschichte, Latein, Erdkunde und Englisch Aufgaben zum Selbstlernen hinterlegt. In einer weiteren Phase sollen Übungen in den Fächern Deutsch, Informatik, Französisch, Chemie, Physik und Spanisch folgen. Neben Multiple-Choice-Fragen gibt es künftig – beispielsweise für Mathematik – auch komplexere Aufgaben mit Zwischenschritten. Beim spielerischen Lernen in der App können die Schüler im Level aufsteigen, mit Klassenkameraden zusammen online arbeiten, sich Tipps holen und Lern-Videos anschauen.

„Die Höhle der Löwen“ im Fernsehen:

Die erste Folge der sechsten Staffel von „Die Höhle der Löwen“ wird am Dienstag, 3. September, um 20.15 Uhr auf Vox ausgestrahlt.

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Kommentare

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Kommentare

comtaxxx
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Toll, dieser Unternehmergeist.

Aber zur App selbst: Ist das nicht einfach nur so etwas wie "Quiz-Duell"? Aber eben nur mit Lehrmaterial?