13-Jährigen sexuell missbraucht: Hammer muss sechs Jahre ins Gefängnis

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Hamm/Dortmund - Mit einer Gefängnisstrafe von sechs Jahren und zwei Monaten ist am Dortmunder Landgericht der Prozess gegen einen Sextäter aus Hamm zu Ende gegangen. Der Angeklagte wird rund zwei Jahre seiner Gefängnisstrafe in einer geschlossenen Entziehungskur verbüßen, muss aber zunächst in Haft.

Der 47-jährige hatte zugegeben, im Bereich des Hammer Hauptbahnhofes einen 13-jährigen Jungen angesprochen und bei drei Begegnungen Sex mit dem Kind gehabt zu haben. Als Belohnung für das Erdulden massiver sexueller Übergriffe bekam der Junge kleinere Geldbeträge. Er habe den Jungen mit Geld regelrecht „geködert“, erklärte der Vorsitzende Richter Ulf Pennig in seiner Urteilsbegründung und prangerte dessen „perfides und raffiniertes Vorgehen“ der Kontaktaufnahme an. 

Pennig zeichnete das Bild eines Mannes, der seit seinem 13. Lebensjahr durchgehend und in immer krasserem Umfang Drogen, Alkohol und Medikamente konsumiert habe. „Der Angeklagte war in einem unfassbar massivem Maße an Alkohol und Drogen gewöhnt, war aber zur Tatzeit nicht vermindert schuldfähig“ bezog sich Pennig auf das Gutachten eines psychiatrischen Sachverständigen.

35 Vorverurteilungen im Strafregister

Im Strafmaß wurde positiv berücksichtigt, dass der Sextäter ein umfassendes Geständnis abgelegt und damit dem jugendlichen Opfer eine belastende Zeugenaussage vor Gericht erspart hatte. Strafverschärfend fiel aber gleichzeitig ins Gewicht, dass der Mann vielfach und auch einschlägig vorbestraft ist. Er hat 35 Vorverurteilungen in seinem Strafregister, hat bislang vierzehn Jahre in Haft verbracht. 

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Trotz einer gescheiterten Entziehungsbehandlung will der Angeklagte an seiner Mehrfachabhängigkeit arbeiten und die Chance einer Langzeittherapie in einer geschlossenen Klinik. „Wir glauben Ihnen, dass Sie drogenfrei leben wollen und hoffen, dass Sie das auch schaffen. Ihr Körper wird manches Mal rebellieren“, gab Pennig dem Verurteilten mit auf den Weg.

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