Single in der Stadt: Auch in Hamm leben immer mehr Menschen allein

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Hamm - Fernbeziehung, Singles, Individualisten: Laut der amtlichen Statistikstelle von Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) lebt jeder Fünfte – 19,6 Prozent – allein. Die Zahl der Alleinlebenden ist in den vergangenen zehn Jahren um eine halbe Million gestiegen.

2005 lag der Anteil noch bei 16,4 Prozent. IT.NRW beruft sich für ihre Statistik auf die Daten des Mikrozensus’ im Jahr 2015 und rechnet die Ergebnisse des Zensus 2011 hoch. Insgesamt leben in NRW etwa 3,5 Millionen Menschen alleine, vor zehn Jahren waren es noch 2,9 Millionen, also 16,4 Prozent. 

Landesweit hatte die Gruppe der 35 bis 64-jährigen den stärksten Zuwachs. In diesem Altersschnitt sind vor allem alleinlebende Männer zu nennen, deren Anzahl von 16,6 Prozent auf 21,7 Prozent stieg.

Die Zahlen für Hamm kann die Stadt selbst geben, aber auch sie beruft sich darauf, dass ihre Zahlen auf eine umfangreiche Auswertung von Meldedaten basieren und Hypothesen beruhen. So gibt es rund 39.071 Alleinlebende in Hamm – ohne die Bewohner von Einrichtungen wie Alteneinrichtungen, Wohnheime oder die Zentrale Unterbringungseinrichtung mitzuzählen. 

Deutlicher Anstieg bei 50- bis 59-Jährigen 

Auch in Hamm ist die Gruppe der 39 bis 65-Jährigen mit 14.791 Alleinlebenden am stärksten vertreten. Diese Gruppe ist laut IT.NRW stärker von Armut bedroht und seltener erwerbstätig als Männer und Frauen, die im Mehrpersonenhaushalten leben. Rund jeder vierte Alleinlebende mittleren Alters in Nordrhein-Westfalen muss mit einem Einkommen unterhalb der Schwelle zur Armutsgefährdung auskommen. 

Mehr junge Menschen in Hamm

In Hamm gibt es einen deutlichen Anstieg in den Altersgruppen 50 bis 59 Jahre und 60 bis 64 Jahre zu sehen. Dieses Phänomen erklärt die Stadt „in großen Teilen dadurch bedingt, dass die Nachkriegsjahrgänge wie auch die geburtenstarken 1950er und 1960er Jahrgänge in die entsprechenden Altersgruppen hineinwachsen“, so der städtische Pressesprecher Tobias Köbberling. 

Allerdings wächst vor allem eine Gruppe in Hamm: die Altersgruppe der bis 24-Jährigen. Köbberling erklärt diesen Anstieg zum einen mit einer Änderung im Meldeverfahren. 2011 zählten damit viele über 18-Jährige, die bei den Eltern leben, nicht mehr als Haushaltsmitglieder. Die Anzahl stieg damals von 2.431 im Vorjahr auf 3.003. Der aktuelle Zuwachs von 10,5 Prozent, also 3.403 18 bis 24-Jährige in Hamm hat andere Grund: die Entwicklung der Hochschulen in Hamm und die Zuwanderung. 

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