Taucher-Aktion fördert so manches Unerwartetes zutage

260 Kilo Müll und eine Waffe: Was so alles in der Lippe liegt...

Ist der Eigentümer noch zu ermitteln? Polizisten in Hamm prüfen die Rahmennummern der geborgenen Fahrräder.
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Ist der Eigentümer noch zu ermitteln? Polizisten prüfen die Rahmennummern der geborgenen Fahrräder.

Eine Waffe, ein Tresor, Fahrräder, Einkaufswagen, Wäscheständer, Teerpappe, Glas- und Plastikflaschen: All das haben 15 Freiwillige am Wochenende aus einem 30 Meter langen Abschnitt der Lippe unterhalb der Brücke am Lausbach gefischt.

Hamm – „Dabei ist noch nicht einmal die Hälfte all dessen raus, was auf dem Grund liegt. Man kann noch wochenlang unter der Brücke am Lausbach tauchen und weitere Teerpappen und Fahrräder herausfischen”, sagen Jens Hildebrandt und Oliver Bilgin von der Tauchschule „Enjoy the silence” („Genieße die Stille“) aus Hamm. Sie hatte die Aktion organisiert.

Die Tauchschule führen die beiden nebenberuflich. Das Tauchen ist für sie längst mehr als ein Hobby – es ist ein Umweltprojekt geworden. Ursprünglich tauchten die beiden, um sich zu entspannen und sich zu erholen. Doch bei ihren Tauchgängen entdeckten sie, wie viel Unrat im Fluss liegt. Sie begannen, ihn zu säubern. Die Reinigungsaktion von diesem Wochenende ist nicht die erste. Beim aktuellen „Clean Up Event“ – englisch für Reinigungsveranstaltung – kamen 260 Kilogramm Müll zusammen.

Taucher fischen 26 Kilogramm Müll und andere Dinge aus der Lippe

Taucher fischen 26 Kilogramm Müll und andere Dinge in Hamm aus der Lippe.
Taucher fischen 26 Kilogramm Müll und andere Dinge in Hamm aus der Lippe.
Taucher fischen 26 Kilogramm Müll und andere Dinge in Hamm aus der Lippe.
Taucher fischen 26 Kilogramm Müll und andere Dinge in Hamm aus der Lippe.
Taucher fischen 26 Kilogramm Müll und andere Dinge aus der Lippe

Waffe und Tresor geborgen

Die Lippe sei ein interessantes Gewässer, sagt Bilgin. In dem Abschnitt dürfe man ohne Genehmigung weder schwimmen noch tauchen, weil er in einem Naturschutzgebiet liegt. „Das Gewässer sollte von uns Menschen unberührt sein, doch jeder weiß im Stillen, dass dem nicht so ist. Der Waffenfund, eine Schreckschusswaffe Walther P99 mit Gaspatronen in originaler Aufbewahrungskiste, und der Fund eines Tresors ist für uns die Bestätigung dessen”, sagt Bilgin.

Die Taucher riefen die Polizei zu dem Fund hinzu. Hildebrand hofft, dass die Funde zur Aufklärung von Straftaten beitragen könnten. Angst bei der Bergung der Waffe hatte er nicht. Unter Wasser können die Taucher etwa 1,5 Meter weit sehen. Die Lippe ist fünf bis sieben Meter tief.

Unterstützung von Lippeverband und Wasserbehörde

Dass gerade an dieser Stelle so viel Unrat liegt, erklären sich die Taucher Michael Roxlau, Andreas Bierschenk und Marcel Abel mit der nahe gelegenen Müllverbrennungsanlage. Diese Nähe verleite dazu, Unrat im Fluss zu entsorgen. Zudem sei der Zugang zum Fluss einfach. Allerdings haben die Taucher kein Verständnis für Menschen, die Müll in den Fluss werfen.

Mit ihrer Reinigungsaktion wollen die Taucher einen Beitrag zum Umweltschutz leisten – und die Sensibilität dafür steigern, welch ungeheure Mengen an Müll in der Natur lagern. Im nächsten Jahr solle es auf jeden Fall erneut ein solches „Clean Up Event“ geben. Dabei hoffen die Taucher weiterhin auf die Unterstützung des Lippeverbandes und der Wasserbehörde der Stadt Hamm. Sie genehmigen die Tauchgänge, zudem wird der Abfall an der Müllverbrennungsanlage kostenfrei angenommen.

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