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120 Millionen Euro für besondere Wohnformen in Hamm

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Von: Gisbert Sander

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Die Schule im Heithof ist eine der LWL-Förderschulen in Hamm.
Die Schule im Heithof ist eine der LWL-Förderschulen in Hamm. © Robert Szkudlarek/Digitalbild

 In der Bilanz von Einzahlungen an den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und Auszahlungen vom LWL steht die Stadt Hamm gut da: 53,1 Millionen Euro hat die Stadt im Jahr 2021 als Mitgliedsbeitrag gezahlt (2020: 51,1 Millionen Euro). Ausgegeben hat der Kommunalverband im vergangenen Jahr in Hamm rund 121 Millionen Euro (2020: 110,5 Millionen Euro).

Hamm - Dass die Differenz zwischen Ausgaben und Einzahlung im Wesentlichen aus zusätzlichen Bundes- und Landesmitteln stammt, erläuterten die in der LWL-Landschaftsversammlung vertretenen Hammer Abgeordneten Vera Dunkel-Gierse (CDU), Angela Kettner (SPD), Selda Izci und Roland Koslowski (Linke).

Die Corona-Krise habe der LWL bisher zwar gut überstanden, so die Abgeordneten. Die hohe Inflationsrate und die Folgen des Kriegs in der Ukraine würden die kommunalen Haushalte und damit auch den LWL in Zukunft belasten, weil die Ausgaben für die Betreuung von Menschen mit Behinderungen oder Kinder und Jugendliche aus den Kriegsgebieten stiegen.

„Menschen mit Behinderung sollen durch die finanzielle Unterstützung möglichst gleichberechtigt und selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.“

Forderung aus dem Bundesteilhabegesetz

Mit dem größten Teil seiner Ausgaben unterstützte der LWL im vergangenen Jahr behinderte und pflegebedürftige Menschen: 60,7 Millionen Euro flossen für diese sozialen Aufgaben nach Hamm. Damit wird eine Forderung des Bundesteilhabegesetzes erfüllt: „Menschen mit Behinderung sollen durch die finanzielle Unterstützung möglichst gleichberechtigt und selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.“

Betreutes Wohnen: Unterstützung für 853 Hammer

Zu einem selbstbestimmten Leben gehört auch das Wohnen in den eigenen vier Wänden: Der LWL fördert daher das ambulant betreute Wohnen als Alternative zum stationären Leben in besonderen Wohnformen (früher: Wohnheim). Im vergangenen Jahr unterstützte der Kommunalverband deshalb 853 Menschen (2020: 755) in Hamm dabei, alleine oder mit anderen in einer eigenen Wohnung leben zu können.

LWL finanziert 468 Wohnheimplätze

468 Wohnheimplätze wurden vom LWL finanziert (2020: 466). Außerdem zahlte er für 818 Arbeitsplätze (2020: 809) in Werkstätten für Menschen mit wesentlicher Behinderung. Betriebe, die – gemessen an ihrer Mitarbeiterzahl – zu wenige schwerbehinderte Menschen beschäftigen, entrichten eine Ausgleichsabgabe. Aus diesen Mitteln investierte das LWL-Inklusionsamt Arbeit im vergangenen Haushaltsjahr rund 676 620 Euro (2020: 709 500), um Menschen mit Behinderung ins Arbeitsleben zu integrieren, ihren Arbeitsplatz den eigenen Bedürfnissen entsprechend anzupassen oder zu erhalten.

186 Hammer Kinder in Förderschulkita oder Förderschule

186 Kinder mit Behinderung aus Hamm (2020: 177) besuchten 2021 einen Förderschulkindergarten oder eine Förderschule des LWL. Rund 2 Millionen Euro (2020: 2 Millionen) zahlte der Landschaftsverband dafür, dass 284 (2020: 243) behinderte Kinder zusammen mit ihren Altersgenossen ohne Behinderung eine Regel-Kita besuchen konnten.

An Entschädigungsleistungen zahlte das LWL-Amt für Soziales Entschädigungsrecht im vergangenen Jahr in Hamm rund 1,7 Millionen Euro (2020: 2,1 Millionen Euro). Zu den Leistungsempfängern gehörten unter anderem Kriegsopfer und Hinterbliebene. Bei Corona-bedingten Verdienstausfällen im Zusammenhang mit einer Quarantäne, einem Tätigkeitsverbot oder aufgrund der Betreuung von Kindern entschädigte der LWL 2021 westfalenweit die Betroffenen mit 175 Millionen Euro.

705 Menschen haben 2021 in Hamm für den Verband gearbeitet (2020: 707) – unter anderem im Heilpädagogischen Kinderheim des LWL am Lisenkamp und in der LWL-Universitätsklinik an der Heithofer Allee.

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