Früh übt sich!

Laurenz Ahleff (11) fährt schon Trecker und baut Kartoffeln an

Laurenz Ahleff fährt den Trecker, hinten sitzen Madita Logan (links) und Hannah Logan.
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Laurenz Ahleff fährt den Trecker, hinten sitzen Madita Logan (links) und Hannah Logan.

„Früh übt sich, wer ein Meister werden will.“ Dieses bekannte Sprichwort nimmt der elfjährige Laurenz Ahleff aus Hilbeck wörtlich. Die Kartoffel hat es ihm angetan. 

Hilbeck - Angefangen hat alles im heimischen Garten seiner Mutter Jutta, in dem selbst angebautes Gemüse und eben besagter Erdapfel gedeihen. Aber eben zu wenig, denn „die Kartoffel braucht Platz“, weiß die Familie Ahleff, die in der Landwirtschaft groß geworden und zu Hause ist.

Und da nichts so gut schmeckt wie die Kartoffel aus dem eigenen Anbau und die Selbstversorgung der Familie ein Anliegen ist, wurde letztlich der Wunsch des Juniors erfüllt. Vater Gerd gab neun Reihen mit einer Länge von 90 Metern von seinen Feldern frei, auf denen sonst Getreide wächst. Wobei auch gleich noch das zweite Steckenpferd des jungen Hilbeckers mit einfloss – alte landwirtschaftliche Maschinen. „Mich interessieren die alten Maschinen, ich finde das spannend“, sagt Laurenz Ahleff.

Wo anderorts Fahrräder oder Computer Dinge der Wahl sind, gab es auf eigenen Wunsch zu Weihnachten und zum Geburtstag für Laurenz Kartoffellegemaschine, Anhäufler und Roder. „Er ist dran geblieben, hat uns immer wieder aus Kleinanzeigen gebrauchte Maschinen gezeigt“, sagt Mutter Jutta Brinkmann-Ahleff. In diesem Jahr wurde aus dem Wunsch Wirklichkeit.

Schüler steht auf Trecker: Mit GPS „muss niemand mehr lenken“

Unterstützung fand der junge Mann bei einer befreundeten Familie, als es daran ging, die Saatkartoffeln nach dem historischen Vorbild in die Erde zu bringen. „Ich war sofort begeistert“, sagt die zehnjährige Madita Logan und ließ sich zusammen mit ihrer neunjährigen Schwester Hannah vor bzw. hinter den Karren des „Junglandwirts“ spannen, um die Kartoffeln akkurat in die Erde zu bringen.

„Das hat richtig Spaß gemacht“, findet auch das jüngste Teammitglied Hannah. Und Laurenz kann gleich noch mit viel mehr Wissen auftrumpfen. „Heute geht das alles automatisch per GPS (Abkürzung für Global Positioning System, satellitengestütztes Navigationssystem, d. Red.), da muss niemand mehr lenken.“

Schüler steht auf Trecker: Erstmal in die Maschine „reinfuchsen“

Zusammen mit seinem großen Bruder Lennard, der ihm auch seinen Trecker für die Fahrt übers Feld zur Verfügung stellte, musste sich Laurenz erst in die Maschine „reinfuchsen“. Richtiger Abstand ist nur eines der zu beachtenden Kriterien, mussten sich die Mädels „ordentlich konzentrieren“, damit im besten Falle aus 100 Kilo Saatkartoffeln rund 800 Kilo leckere Kartoffelmahlzeiten werden. Dass man als Landwirt auch geschäftstüchtig sein muss, beweist er ganz nebenbei. Einige Reihen sind an Freunde und Nachbarn „vermietet“. Wiebke Logan ist eine der Mieterinnen: „Da weiß man, wo es herkommt.“ Was sie auch freut: „Die Saat ist von den Kindern gelegt.“

Nicht in der Miete enthalten ist allerdings das Jäten des Unkrauts, was ganz nach altem Vorbild mit der Hacke geschehen soll. „Das müssen sie selber machen“, betont der Schüler. Und demnächst dann auch die Kartoffeln aufsammeln, wenn zur Erntezeit der Roder zum Einsatz kommt. So ganz kann man im Hause Ahleff also nicht verhehlen, dass manche Gene in die Wiege gelegt wurden.

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