Entspannter durch die Feiertage

Zugverspätungen: Entschädigung einfach beantragen

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Auf refundrebel.com können Bahnkunden ihre Anträge auf Entschädigungen mit wenigen Fingertips einreichen.

Nerviger als eine Zugverspätung ist wohl nur der Papierkrieg, der danach auf Bahnkunden wartet. Denn wer eine Erstattung geltend machen möchte, muss bei der Deutschen Bahn noch zu Stift, Papier und Briefmarke greifen. Unternehmen wie refundrebel.com bieten jetzt Alternativen an.

Ob „Coming Home For Christmas“ oder ab zur wilden Silvester-Sause: Zum Jahresende wird in Deutschland wieder viel gereist. Verlängert sich die Heimreise durch ausgefallene oder verspätete Züge, ist das nicht nur währenddessen ärgerlich, sondern auch später noch ätzend – denn der Weg zur Entschädigung kann lang sein. Daher gibt es nun Dienstleister, die den Bahnkunden diese Prozedur abnehmen.

Kommt ein Zug mindestens 60 Minuten zu spät, steht dem Reisenden gesetzlich eine Entschädigung von 25 Prozent zu, ab zwei Stunden ist es sogar die Hälfte des Fahrpreises. Bei Ausfall des Zuges wird der gesamte Fahrpreis erstattet. Auch bei Zeitfahrkarten gibt es Geld.

Bahn zu spät: Dafür gibt‘s Geld

Die Entschädigung müssen Kunden etwa bei der Deutschen Bahn im Servicecenter für Fahrgastrechte beantragen. Dafür gibt es am Bahnhof, im Zug oder online zum Ausdrucken ein Formular. Das müssen sie ausfüllen und zusammen mit der Fahrkarte oder ihrer Bahncard-Nummer in einem Reisezentrum abgeben oder per Post schicken.

Stefan Nitz hat eine digitale Lösung für lästige Formulare entwickelt. Durch den Service von refundrebel.com sparen sich die Bahnfahrer die Schreibarbeit sowie den Versand per Post. Seine Idee hat er bereits mehrfach präsentiert.

Kundenfreundlich ist das nicht, findet Stefan Nitz. Der Wahl-Heildelberger hat selbst diese Erfahrung gemacht. Da er seine Heimat im Norden Deutschlands zunächst nicht verlassen wollte, ist er zu seiner Arbeitsstelle gependelt. Acht Jahre lang reiste der Informatiker mit dem Zug von Hannover nach Frankfurt oder Heidelberg. Hinzu kam eine Fernbeziehung nahe München. Teilweise 15 bis 20 Stunden habe er pro Woche auf den Schienen verbracht.

„Refundrebel“ hilft bei Erstattung 

Zugverspätungen gehörten zu seinem Alltag. „Da habe ich gesehen, dass auch andere Leute das Thema Entschädigungen bewegt“, erinnert sich Nitz. Die Zettel auszufüllen und zu verschicken sei lästig gewesen. Das konnte so nicht weitergehen. Also hat der 32-Jährige das Problem auf technische Art und Weise gelöst. Auf seiner Plattform refundrebel.com können Fahrgäste bequem per PC oder Smartphone Zugverspätungen eintragen und Entschädigungen geltend machen – ohne aufwendigen Briefverkehr. Dieser wird bei allen deutschen Bahnunternehmen vom Anbieter „Refundrebel“ übernommen.

Mit diesem Angebot geht die Hilfe bei refundrebel.com aktuell am weitesten, hebt auch die Stiftung Warentest hervor. Und das aktuell noch kostenfrei für den Nutzer. Erst ab Februar 2019 werden Gebühren fällig, plant Gründer Stefan Nitz.

Verspätungen der Bahn: Anbieter erleichtern Antrag auf Entschädigung 

Auf ihrer Homepage test.de vergleicht die Stiftung verschiedene Anbietern. zug-erstattung.de hilft etwa ausschließlich Kunden der Deutschen Bahn. Hat diese nach dem Antrag noch Nachfragen an den Kunden, muss er sich selbst darum kümmern. robin-zug.de kann bisher lediglich im Zusammenhang mit einer Zeitkarte genutzt werden. Schnelligkeit verspricht bahn-buddy.de: Innerhalb von 24 Stunden soll der Nutzer eine Erstattung erhalten – abzüglich einer Provision. Und auch hier werden nur Fahrgäste der Deutschen Bahn angesprochen.

Auch refundrebel.com-Gründer Stefan Nitz hat einige dieser Produkte getestet, wurde jedoch nicht überzeugt. Denn viele würden nur eingeschränkte Dienstleistungen anbieten. „Refundrebel“ habe aber den Anspruch, alle Fahrgäste zu bedienen.

gerade zu den Feiertagen sind wieder viele Menschen mit der Bahn unterwegs. 

Entschädigung bei Zugverspätung: EU-Parlament fordert mehr 

Gut zu wissen: Für Ansprüche auf Entschädigungen spielt laut Bahn der Grund für die Verspätung oder den Ausfall keine Rolle. Auf höhere Gewalt kann sich der Konzern nicht berufen. Streik, Sturmschäden, geflutete Strecken – kommt ein Zug deshalb zu spät an oder fällt er aus, haben Kunden trotzdem Anspruch auf Kostenerstattung oder Entschädigung.

Nach Willen des EU-Parlaments sollen diese Ansprüche in Zukunft noch deutlich höher ausfallen. Kommt ein Zug mehr als zwei Stunden zu spät, soll etwa der komplette Ticketpreis fällig werden. Ob die Europaabgeordneten mit ihren Forderungen Erfolg haben, steht noch nicht fest. Bevor neue Regeln in Kraft treten können, muss ein Kompromiss mit dem Rat der Mitgliedstaaten gefunden werden.

Start-up refundrebel.com im Zug gegründet: Mehr zu der Entstehungsgeschichte von refundrebel.com und dem rebellischen Team gibt es auf www.blickpunkt-nienburg.de*.

*blickpunkt-nienburg.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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