Etwa 15.000 Euro verloren

Zeugin im Höxter-Prozess: Angeklagtem ging es ums Geld

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Über Jahre hinweg sollen Wilfried W. und seine mitangeklagte Ex-Frau Angelika W. Frauen in ein Haus nach Ostwestfalen gelockt und dort schwer misshandelt haben.

Paderborn - Im Prozess um die tödlichen Misshandlungen im sogenannten Horror-Haus von Höxter hat eine ehemalige Freundin dem Angeklagten Wilfried W. Geldgier vorgeworfen.

Heute sei ihr klar, dass es wohl nur ums Finanzielle ging, sagte die 51-Jährige vor dem Landgericht Paderborn. "Ich habe zwischen 15.000 und 16.000 Euro verloren." Wilfried W. habe von ihr Geld zum Beispiel für ein Auto gewollt. Die Frau aus Neuenkirchen-Vörden hatte den Beschuldigten im Herbst 2010 über das Internet kennengelernt. Über ein halbes Jahr habe es Treffen in der Wohnung von Wilfried W. gegeben. Im Zeugenstand beschrieb sie den 47-Jährigen als liebevoll und nett. Sie hätten auch heiraten wollen. Allerdings habe es dauernd Streit wegen Kleinigkeiten gegeben. Wilfried W. habe sie mit Anrufen unter Druck gesetzt und etwa wegen ungemachter Betten kritisiert. Körperliche Gewalt habe aber keine Rolle gespielt.

Über Jahre hinweg sollen Wilfried W. und seine mitangeklagte Ex-Frau Angelika W. Frauen in ein Haus nach Ostwestfalen gelockt und dort schwer misshandelt haben. Die beiden sind wegen Mordes durch Unterlassen angeklagt. Zwei Frauen starben infolge der Quälereien. Bislang haben sich beide gegenseitig beschuldigt, die treibende Kraft gewesen zu sein. Der Prozess wird am 2. Mai fortgesetzt.

dpa

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