„Hauptsach du konnst arban“

Bayerischer Betrieb schaltet kuriose Stellenanzeige: Du bist „koa Zwidawurzn? Mia san koa Gratlafirma!“

Mit dieser Anzeige wirbt ein Wolfratshauser Meisterbetrieb um neue Mitarbeiter.
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Mit dieser Anzeige wirbt ein Wolfratshauser Meisterbetrieb um neue Mitarbeiter.

Die aktuelle Stellenausschreibung eines Meisterbetriebs aus Wolfratshausen hat es in sich. Bayerisch und direkt wendet sich das Unternehmen an potentiell neue Mitarbeiter.

  • Eine kuriose Stellenanzeige aus Wolfratshausen sorgt derzeit für Aufsehen.
  • Ein Meisterbetrieb ist damit auf der Suche nach neuen Mitarbeitern.
  • Neben allen Anforderungen an den Job sollte man vor allem auch bayerisch können - wenn man die Anzeige verstehen will.

Wolfratshausen - Neue, fähige und aufgeschlossene Mitarbeiter zu finden - das kann gelegentlich schon ein paar Nerven kosten. Vor allem dann, wenn man sich die möglichen Bewerber mit der Konkurrenz teilen muss. Um sich von besagter Konkurrenz etwas abzuheben, hat Rudolf Frankenberger, Geschäftsführer des Meisterbetriebes Frankenberger für Heizung, Lüftung und Sanitäranlagen aus Wolfratshausen, eine eher ungewöhnliche Stellenanzeige ausgeschrieben.

Kuriose Stellenanzeige aus Wolfratshausen: Unternehmen gibt wichtiges Versprechen an neue Mitarbeiter

In einem örtlichen Anzeigenblatt sowie auf der Website des Unternehmens kann man derzeit das Mitarbeitergesuch der Heizungsfirma finden. Das Kuriose daran: Die Anzeige ist auf breitestem Bairisch verfasst - und mit dem ein oder anderen Augenzwinkern versehen.

„Gratler“ und „Zwidawurzn“: Wolfratshauser Meisterbetrieb macht mit kurioser Anzeige auf sich aufmerksam

So heißt es in Angabe nach dem gewünschten Geschlecht des potenziellen neuen Mitarbeiters nicht einfach nur standardmäßig „m/w/d“, um, wie gesetzlich vorgeschrieben, eine mögliche Diskriminierung zu umgehen, sondern Frankenberger geht gleich noch ein Stück weiter: „Anderer Planet - Wurscht - Hauptsach du konnst arban“. Zudem verspricht das Unternehmen in seiner Kurzbeschreibung: „Mia ham a Gaudi zama (...) und san koa Gratlafirma“, was man für den Nicht-Bayern frei ungefähr so übersetzten könnte: „Wir haben Spaß zusammen und sind auch so schwer in Ordnung.“ Was man beim Lesen dieser Anzeige wohl ohnehin vermutet hätte.

Auch das Angebot des Unternehmens an die potenziellen Bewerber sowie die Anforderungen, die das Unternehmen an seine zukünftigen Mitarbeiter stellt, sind auf Dialekt verfasst. Vor allem die letzte Anforderung „koa Zwidawurzn zum soi“ dürfte bei dem ein oder anderen Nicht-Bayern erstmal für Verwirrung sorgen.

Wolfratshausen: Stellenanzeige komplett auf Bayerisch - Unternehmer hofft auf positive Resonanz

Auf die Frage, warum er diese Art der Anzeige geschaltet habe, hat Rudolf Frankenberger, Chef des Unternehmens, eine eindeutige und nicht weniger humorvolle Antwort. „Mia ham halt scho imma ois a bisserl anders gmacht wia die andern“, so Frankenberger auf Nachfrage von Merkur.de*. Er habe die Hoffnung, sich mit der witzigen Anzeige ein bisschen von der Konkurrenz abzuheben und hoffe auf positive Resonanz. Bislang habe er noch keine Bewerbung erhalten, die Anzeige sei aber auch erst kürzlich erschienen.

Ob der zukünftige neue Kollege auch das Bairisch perfekt beherrschen müsse, wollte Frankenberger so nicht sagen. Aber fest steht - verstehen sollte er den Dialekt wohl auf jeden Fall, wenn er mitreden will. Sonst bestünde womöglich die Gefahr, ganz schnell als „Zwidawurzn“ abgestempelt zu werden.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Unternehmen auf eine solche Idee kommt. Zwei Firmen aus Niederbayern und dem Bayerischen Wald setzen bereits ebenfalls im Kampf um Fachkräfte auf sprachliche Tradition. Andere Chefs lassen mit ihren kuriosen Stellenanzeigen eher ihrem Unmut über unfähige Bewerber freien Lauf.

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