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Wie entsteht ein Gewitter? Gefahren bei Extremwetter wie Blitz und Donner

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Gewitter bringen Regen, Donner, Blitz - und Gefahren. Wie das Naturereignis entsteht und wie man die Vorzeichen erkennt. 

Hamm - Blitz, Donner und dann starker Regen: Gewitter sind ein gewaltiges Naturereignis. Und eines, das Gefahren birgt, wenn man sich falsch verhält. Früher sahen Menschen in Gewittern den Zorn Gottes. Heute wissen wir dank der Wissenschaft genau, wie ein Gewitter entsteht, wann es kommt - und wie man sich richtig dagegen schützt.

NaturereignisGewitter
Begleitet vonBlitzer, Donner, Regen

Gewitter, Blitz, Donner und Wolken: Wie sie entstehen

Plötzlich verdunkelt es sich, dann zuckt ein Blitz über den Himmel, es folgt ein gewaltiger Donnerschlag - und schließlich prasselt der Regen aus tiefen Wolken auf die Erde. Oft wird all das von starkem Wind und Sturmböen begleitet. Schon kleine Kinder wissen, was bei einem Gewitter passiert und wie es sich anfühlt. Doch was steckt dahinter? Woher kommt der Blitz? Und was genau macht das Donnergeräusch?

Gewitter können zwar zu jeder Jahreszeit auftreten, doch besonders häufig sind Blitz und Donner nach heißen Tagen, also vor allem im Sommer. Sie bilden sich, wenn starke Sonneneinstrahlung Wasser verdunsten lässt und eine große Menge feuchtwarmer Luft aufsteigt. Daraus entsteht eine Gewitterwolke (Cumulonimbus). Sie ist an ihrer charakteristischen Amboss-Form zu erkennen.

Durch den Auftrieb der warmen Luft werden die Wassertröpfchen in der Wolke weit nach oben gewirbelt. Die Tropfen reiben gegeneinander und laden sich so elektrisch auf. Die positive Ladung sammelt sich im oberen Teil der Wolke, die negative im unteren Teil. Dazwischen baut sich ein immer größeres Spannungsfeld auf, das sich schließlich in einer Art Kurzschluss entlädt: der Blitz. Ein Blitz kann sich zwischen zwei Wolken abspielen oder auf die Erde treffen. 

Gewitter: Ohne Blitz kein Donner

Bei einem Blitz werden riesige Mengen Energie freigesetzt: Vor der Entladung beträgt die Spannung mehrere 10 Millionen Volt. Ein Blitz ist bis zu 500.000 Ampere stark und erhitzt die unmittelbare Umgebungsluft kurzzeitig auf rund 30.000 Grad.

Wegen der gewaltigen Hitze dehnt sich die Luft um den Blitz mit einem gewaltigen Knall aus, ähnlich einer Explosion. Dieses laute Krachen kennen wir als Donner. Er ist also eine Folge des Blitzes. Heißt: ohne Blitz kein Donner. Das sich oft anschließende hörbare „Grummeln“ ist die Reflexion dieser Schockwelle zwischen Luft und Boden.

Gewitter Hannover
Ein Gewitter und seine Begleiterscheinungen können gefährlich sein. © Julian Stratenschulte/dpa

Weil Licht schneller als Schall ist, ist zuerst der Blitz zu sehen und erst danach der Donner zu hören. Aus dem zeitlichen Abstand lässt sich errechnen, wie weit das Unwetter entfernt ist. Als Faustregel gilt: Die Sekunden zwischen Blitz und Donner multipliziert mit 340 ergibt die Distanz in Metern. Ein Abstand von 3 Sekunden bedeutet beispielsweise: Das Unwetter ist 1030 Meter, also etwa einen Kilometer entfernt. Verringert sich die Dauer zwischen dem nächsten Blitz und dem Folgedonner, kommt das Unwetter näher. Wird sie größer, entfernt es sich.

Gewitter: Das sind die Anzeichen

Diese Anzeichen sind Vorzeichen einer Veränderung des Wetters hin zu einem Gewitter:

Gewitter entstehen grundsätzlich, wenn warme Luftmassen auf kalte treffen. Dennoch lassen sich zwei Arten von Gewittern unterscheiden: Luftmassengewitter und Frontgewitter. Luftmassengewitter, auch Wärmegewitter genannt, entstehen innerhalb einer einheitlichen, feuchtwarmen Luftmasse. Frontgewitter dagegen entstehen an der Grenze zweier unterschiedlicher Luftmassen, also an einer Front.

Gewitter: Kaltfrontgewitter oft von Sturmböen begleitet

Ein Kaltfrontgewitter unterscheidet sich vom Wärmegewitter dadurch, dass es von West nach Ost rasch durchzieht und meistens von Sturmböen aus West oder Nordwest begleitet ist. Im Winter sind Kaltfrontgewitter von starkem Schneetreiben und Graupel begleitet. Ein Wärmegewitter zieht nur langsam dahin, kann fast ortsfest sein und ist meist ein örtlich begrenztes Ereignis.

Wer mitten in einem schweren Gewitter steckt, dem ist es herzlich egal, wie es zustande gekommen ist. Wichtig ist, den Gefahren eines solchen Unwetters zu entgehen. Blitz, Donner und Begleiterscheinungen wie Starkregen und Sturmböen können gefährlich werden. Für Mensch und Besitz. Daher sollten offizielle Warnungen vor Gewitter - etwa vom Deutschen Wetterdienst (DWD) - ernst genommen werden. Hält man sich im Freien auf, besteht Gefahr, vom Blitz getroffen zu werden. In Deutschland sterben etwa vier Personen im Jahr an den Folgen eines Blitzeinschlags. Immer wieder werden Menschen durch Blitze schwer verletzt.

Gewitter: Warnungen vor Unwetter ernst nehmen

Wassermassen können zudem zu Überschwemmungen und vollgelaufenen Kellern führen. Starke Windböen, sogenannte Fallböen, können Sturm- und sogar Orkanstärke erreichen und Bäume entwurzeln. Allerdings treten sie mit dieser Wucht nur im Extremfall und örtlich begrenzt auf.

Bei Gewitter sollte man sich möglichst in geschlossenen Räumen aufhalten. Auch im Auto ist man vor dem Wetter sicher. Es wird aufgrund seiner Karosserie zu einem sogenannten Faradayschen Käfig, einer von allen Seiten geschlossenen Hülle, die als elektrische Abschirmung dient. Wer sich im Freien befindet und keinen geschlossenen Raum beim Aufkommen eines Gewitters aufsuchen kann, schützt sich durch dieses Verhalten gegen die Gefahr von Blitzen. Der im Volksmund bekannte Spruch „Eichen sollst Du weichen, Buchen sollst Du suchen“ stimmt übrigens nicht.

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