Eine mutige Antidiskriminierungskampagne

Weltfrauentag: Schwer entstellte Säure-Opfer auf dem Laufsteg

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Mit der Veranstaltung „Beauty Redefined“ erhofft sich die Designerin Bibi Russel mehr Aufmerksamkeit für Säure-Opfer - denn diese seien ein wesentlicher Teil der Gesellschaft.

Dhaka - Pünktlich zum internationalen Frauentag am 8. März setzt eine Designerin in Bangladesch ein starkes Zeichen: Sie schickte 15 Frauen auf den Laufsteg, die ein schreckliches Schicksal teilen.

Sie setze damit ein Zeichen gegen die Diskriminierung von Opfern von Säureattacken und wolle Anerkennung für die teils schwer entstellten Frauen, sagte Bibi Russell der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag am Rande der Modenschau in der Hauptstadt Dhaka. Dies liege ihr sehr am Herzen, fügte Russell hinzu, die als Model bekannt wurde.

Eine der Teilnehmerinnen war die 14-jährige Shonali Khatun, die als Baby mit Säure angegriffen wurde. Sie fühle sich "wunderbar" und ermutigt, sagte Shonali, bevor sie die anderen Frauen auf dem Laufsteg anführte.

Brutale Säureangriffe sind in Bangladesch keine Seltenheit

Das Mädchen aus Tala an der Südwestküste war von einem Nachbarn mit Säure begossen worden, der sich mit seinen Eltern gestritten hatte. Das Baby verbrachte fast drei Jahre im Krankenhaus und wurde acht Mal an Gesicht und Armen operiert.

In Bangladesch gibt es immer wieder Säureangriffe vor allem auf Frauen in ländlichen Regionen. Im vergangenen Jahr wurden 44 Fälle registriert, was einen deutlichen Rückgang im Vergleich zum Anfang der 2000er Jahre bedeutet. Nach Angaben der britischen Organisation ActionAid, die die Modenschau am 7. März 2017 veranstaltete, ist der Rückgang von Säureattacken auf die verschärfte Gesetzgebung zurückzuführen. Allerdings würden Opfer solcher Taten nach wie vor wegen ihrer Entstellungen diskriminiert.

AFP

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