Wallander-Regisseur spurlos verschwunden

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Der schwedische Regisseur Daniel Lind Lagerlöf ist spurlos verschwunden.

Stockholm - Es klingt wie in einem echten Krimi: Der Wallander-Regisseur Daniel Lind Lagerlöf ist bei Dreharbeiten zu einem neuen Film verschwunden. Bei der Suche nach ihm hat die Polizei einen grausamen Fund gemacht.

Schwedens Kripo steht vorerst ratlos vor dem spurlosen Verschwinden eines Krimi-Regisseurs und dem darauf folgenden Fund von Leichenteilen. “Wir haben keine Spur vom verschwundenen Regisseur. Dafür aber Leichenteile, von denen wir die Herkunft absolut nicht kennen“, sagte Polizeisprecher Stefan Gustafsson am Dienstag in Göteborg der Nachrichtenagentur dpa.

Dass der verschwundene Regisseur Daniel Lind Lagerlöf (42) auch noch Schweden-Krimis drehte und bei der Besichtigung gefährlicher Steilklippen für einen Film-Krimi spurlos verschwand, war nur der Auftakt zu einem echten Schweden-Krimi: Bei der Suche nach dem Vermissten im Küsten-Naturschutzgebiet Tanumshede an der Westküste wurden mehrere Teile einer Leiche gefunden.

“Diese Teile haben sehr lange im Wasser gelegen. Vorerst ist noch nicht mal klar, ob sie zu einem Mann oder eine Frau gehören“, berichtete Gustafsson. Lagerlöf, bekanntgeworden auch durch Filme aus den Krimiserien mit Henning Mankells Kommissar Wallander sowie mit Kommissar Beck, inspizierte vergangene Woche mit zwei Kollegen mögliche Drehorte für einen Streifen aus der Serie mit “Morden in Fjällbacka“ von Camilla Läckberg.

Nach einem Bericht in “Aftonbladet“ gingen die beiden anderen von der als stürmisch und gefährlich geltenden Steilküste zum Auto zurück. Lagerlöf blieb zurück - und von da an spurlos verschwunden. Für die Polizei gilt als ausgeschlossen, dass Lagerlöf einem Verbrechen zum Opfer gefallen sein könnte. Er sei wohl mit ziemlicher Sicherheit ins Meer gestürzt und habe dort keine Chance gehabt, erklärte die Polizei.

Bei der Suche im schwer zugänglichen Küstenstreifen fanden sich statt des Vermissten nach und nach mehrere Einzelteile einer Leiche. “Wenn wir die DNA identifiziert haben, können wir vielleicht einen bisher ungelösten Mordfall irgendwo in Schweden lösen“, sagte Gustafsson. Aber sicher sei das ganz und gar nicht: “Die Leichenteile können ja auch aus Deutschland oder Norwegen oder Dänemark angeschwemmt sein.“ Welches Land auch immer: “Wir brauchen vor allem eine identische DNA von irgendwo.“

Gespannt auf das Ergebnis der DNA-Analyse dürfte auch ein wegen Mordes angeklagter, aber dann freigesprochener Mann warten: Seit mehr als einem Jahr wird nach der Leiche seiner früheren Freundin gesucht. Die Polizei ist sich wegen Blut- und Geschossspuren in ihrem Schlafzimmer sicher, dass die 31-Jährige ermordet wurde. Aber der Fall konnte wegen Fehlens der Leiche nicht gelöst werden.

dpa

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