Polizei, Veranstalter und Gästen

Das Wacken Open Air 2017 ist vorbei - Die große Bilanz

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Wacken Open Air - Fans

Es war zeitweise eine Schlammschlacht. Entmutigen ließen sich die Festivalbesucher davon nicht. Nach dem „Wacken Open Air“ sind Veranstalter und Rettungsdienste rundum zufrieden - und verraten ein paar Details.

Wacken - Nach drei Tagen Metal haben die Veranstalter des „Wacken Open Air“ am Samstag eine positive Festival-Bilanz gezogen. „Wir sind sehr zufrieden“, sagte Festival-Mitgründer Holger Hübner in Wacken. Polizei und Rettungsdienste sprachen von einem weitgehend friedlichen Fest. „Für uns ist das grundsätzlich jedes Jahr ein friedlicher Einsatz“, teilte die Polizei mit.

Bei der Bilanz-Pressekonferenz war auch Schock-Rocker Alice Cooper dabei, der an den 2015 verstorbenen Motörhead-Sänger Lemmy Kilmister erinnerte. „Alice, ich habe aufgehört, Whisky zu trinken, ich trinke jetzt Wodka“, habe dieser kurz vor seinem Tod gesagt, erinnerte sich Cooper an den Humor des Metal-Idols.

Auch auf das kommende Jahr gaben die Veranstalter einen Ausblick: Beim „Wacken Open Air“ 2018 will die frühere Sängerin der Band Warlock und in Wacken als „Heavy-Metal-Queen“ gefeierte Doro Pesch ihr 35-jähriges Bühnenjubiläum feiern, wie die gebürtige Düsseldorferin der Deutschen Presse-Agentur sagte.

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Etwa 1600 Mal mussten Festivalbesucher bis Samstagnachmittag von den rund 700 eingesetzten Rettungskräften behandelt werden. Die Polizei erfasste rund 175 Straftaten - die meisten davon Diebstähle. Gegenüber dem Vorjahr habe sich die Zahl körperlicher Auseinandersetzungen um mehr als die Hälfte - von 20 auf 8 Fälle - reduziert.

Der Fall eines 18-Jährigen, der am Freitagabend mit 2,73 Promille versuchte, gewaltsam auf das Festivalgelände zu kommen, und einem Polizisten einen Kopfstoß versetzte, sei ein absoluter Einzelfall gewesen. An dem Abend hatte zudem ein 27-jähriger Besucher eine Frau sexuell belästigt. Diese wehrte sich mit Schlägen, der 27-Jährige langte ebenfalls zu - und musste anschließend von Sanitätern behandelt werden.

Positiv äußerten sich die Festival-Gründer Thomas Jensen und Holger Hübner über den Einsatz einer neuen Bier-Pipeline. Dank der rund einen Kilometer langen Röhre konnten die Besucher ihre Bierbecher schneller befüllen lassen als in den Vorjahren: 10 000 Liter Bier stündlich schossen bei voller Auslastung aus insgesamt zehn angedockten Schnellzapfanlagen. „Das entspricht 25 000 Bechern mit 0,4 Litern Bier“, so Gerhard Binder vom Brauereikonzern Anheuser-Busch InBev.

Bis 2016 hatten Lastwagen und Traktoren die Bierstände des Festivals beliefert. Durch die Pipeline werde Platz eingespart, da die Bierstände keine Lagerflächen für Bierfässer mehr vorhalten müssten, hieß es. Zudem werde das Gelände geschont.

Schlammig wurde es trotzdem: Nach Regenschauern am Donnerstag verkamen die feuchten Wiesen des Dorfes Wacken unter den Füßen der rund 75 000 Besucher aus rund 80 Ländern stellenweise zu Morast. Über Maßnahmen, die Wiesen künftig effizienter trocken zu halten, werde nachgedacht, sagte Jensen und scherzte: „In Kurbädern muss man viel, viel Geld für Schlammpackungen bezahlen, das ist hier alles all-in.“

Viele Besucher reagierten humorvoll auf die Herausforderung: Mit Schlitten, Luftmatratzen oder auf der nackten Haut rutschten sie besonders auf den Zeltplätzen durch die trübe Brühe.

Nach Konzerten von Szene-Größen und regelmäßigen Wacken-Gästen wie Amon Amarth und Volbeat, aber auch Weltstars wie Alice Cooper, Marilyn Manson, Kreator und Status Quo sollte das Festival in der Nacht zum Sonntag mit einem Auftritt der Folk-Metaller von Subway to Sally enden. Insgesamt spielten rund 150 Bands an drei offiziellen - und einem inoffiziellen - Festival-Tag.

Inoffiziell war das Festival bereits am Mittwoch mit dem Nachwuchswettbewerb „Metal Battle“ und dem traditionellen Auftritt des Musikzugs der Freiwilligen Feuerwehr Wacken gestartet. „Ich habe kein Problem damit, Presseartikel zu lesen, wo von einer Überalterung der Metal-Szene die Rede ist. Da lachen wir uns tot“, sagte Jensen mit Blick auf den Nachwuchswettbewerb, bei dem junge Bands aus aller Welt aufgetreten waren.

dpa

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