Tödlicher Unfall auf Autobahn

Betrunkener LKW-Fahrer fährt Schlangenlinien und rast in Einsatzwagen: junge Polizistin stirbt

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Ein Schreckenszenario auf der Autobahn: Die Polizei will einen Lastwagenfahrer stoppen, der in Schlangenlinien fährt. Der kracht mit voller Wucht in den Einsatzwagen der Beamten.

Ein Schreckenszenario auf der Autobahn: Die Polizei will einen Lastwagenfahrer stoppen, der in Schlangenlinien fährt. Der kracht mit voller Wucht in den Einsatzwagen der Beamten.

Viersen - Eine Polizistin ist bei einem schweren Unfall auf der Autobahn 61 bei Viersen getötet worden. Ein Kollege der 23-Jährigen wurde in der Nacht zu Donnerstag schwer verletzt, eine Kollegin lebensgefährlich, wie ein Polizeisprecher sagte. Der Fahrer des beteiligten Lastwagens wurde vorläufig festgenommen.

Ermittlungen gegen den Lastwagenfahrer

Die Ermittler schließen ein absichtliches Verschulden des Lkw-Fahrers nicht aus. Gegen den 48-Jährigen werde wegen des Anfangsverdachts des Mordes ermittelt, sagte eine Polizeisprecherin in Mönchengladbach am Donnerstag. Er war zunächst nur wegen Fluchtgefahr vorläufig festgenommen worden. Nach Polizeiangaben sollte nun über einen Haftbefehl entschieden werden.

Der Lkw-Fahrer wurde bis zum Donnerstagnachmittag vernommen. Ein Alkoholtest hatte einen Wert von mehr als zwei Promille ergeben. „Es konnte bislang nicht ausgeräumt werden, dass der Lkw-Fahrer mit bedingtem Vorsatz gehandelt hat und absichtlich auf den Wagen zugesteuert ist“, sagte die Polizeisprecherin. Weitere Details nannte die Polizei nicht.

Nach Einschätzung der Polizeigewerkschaft GdP konnte die Besatzung des Streifenwagens nicht absehen, wie sich der betrunkene Lkw-Fahrer verhält. Für die beabsichtigte Kontrolle hätten die Beamten nur zwei Möglichkeiten gehabt: den Lastwagen abzuwarten und entweder hinterher- oder vorauszufahren, um den Fahrer mit Anhaltezeichen zum Stopp am nächsten Rastplatz zu bewegen, sagte der Vizechef der GdP in NRW, Rainer Peltz, der

Brummi aus den Niederlanden

Ein 40 Tonnen schwerer Lastwagen war der Polizei bei seiner Fahrt aus den Niederlanden aufgefallen, weil er in Schlangenlinien fuhr. Zuvor hatte die niederländische Polizei die Beamten in Deutschland über den Lastwagenfahrer informiert, weil er bereits dort wegen seiner Fahrweise aufgefallen war. Ein Streifenwagen der Beamten wartete daraufhin mit Blaulicht und eingeschalteter Warnblinkanlage bei Viersen auf dem Seitenstreifen der Autobahn in Richtung Mönchengladbach.

Lkw prallt mit voller Wucht in Einsatzwagen

Der Lastwagen geriet ins Schlingern und prallte mit voller Wucht gegen den Streifenwagen, der dann rund 200 Meter weit geschoben wurde. Die drei Polizisten wurden in dem stark deformierten Streifenwagen eingeklemmt.

Im Wrack des Wagens starb die 23-jährige Polizistin auf der Rückbank, ihre 48 Jahre alte Kollegin am Steuer erlitt lebensgefährliche, der 22-jährige Beifahrer schwere Verletzungen. Der Fahrer des Lastwagens blieb unverletzt. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) sprach den Familien, Freunden und Kollegen der Beamten sein Beileid aus. Der Unfall habe ihn „schwer getroffen“, sagte Reul der Deutschen Presse-Agentur. 

Erst am zweiten Weihnachtsfeiertag gab es einen schrecklichen Unfall, bei dem eine junge Frau in München starb: Eine Krankenschwester wurde auf dem Weg zur Arbeit von einem Porsche erfasst und getötet, wie tz.de* berichtete

Video: Darum ist die Rettungsgasse so wichtig

dpa/Video: Glomex

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