Flucht über sechs Autobahnen

Verfolgungsjagd aus Holland durch NRW: Das war die Taktik der Polizei

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Spektakulärer Nachteinsatz für die Polizei NRW: Per Hubschrauber verfolgte sie einen BMW aus Holland über sechs Autobahnen.

Spektakulärer Polizei-Einsatz in der Nacht in NRW: Eine mehrere hundert Kilometer lange Verfolgungsjagd von der A3 bis auf die A44 endete in der Provinz. Das war die Taktik der Polizei.

  • Zwei junge Männer und eine Minderjährige sind in der Nacht quer durch NRW vor der Polizei geflüchtet.
  • Die rasante Verfolgungsjagd über sechs Autobahnen und drei Bundesstraßen endete erst in der Provinz.
  • Das Trio wurde festgenommen - ein Sprecher der Polizei erläutert exklusiv die Taktik der Polizei.

Düsseldorf/Brilon - In der Nacht auf Mittwoch hat sich von der deutsch-holländischen Grenze an bis ins Sauerland eine Verfolgungsfahrt quer durch NRW abgespielt.

Der 24-jährige Deutsche am Steuer, sein Beifahrer aus Afghanistan (20) und ein minderjähriges Mädchen aus Deutschland (16) wurden schließlich nach weit mehr als 200 Kilometern in der Stadt Brilon festgenommen, wie WA.de* exklusiv recherchiert hat.

Details dazu, wo die drei Personen in Deutschland gemeldet sind, wollte ein Sprecher der Polizei Düsseldorf nicht nennen.

Verfolgungsjagd durch NRW: Sprit in Holland nicht bezahlt

Nach bisherigen Erkenntnissen waren die beiden Männer und ihre jugendliche Begleiterin mit dem besagten BMW am frühen Morgen auf niederländischem Hoheitsgebiet von einer Tankstelle geflüchtet, ohne den Sprit bezahlt zu haben.

Davon erhielt die Leitstelle der Düsseldorfer Polizei um 2.25 Uhr Kenntnis, weil das Fahrzeug auf dem Weg in Richtung Deutschland war. 

Das flüchtige Trio überquerte dann exakt um 2.37 Uhr auf der A3 bei Elten in NRW die Grenze zu Deutschland - verfolgt von der holländischen Polizei, die auf deutschem Boden um 2.47 Uhr die Verfolgung abbrach und diese quasi in die deutschen Hände übergab.

Verfolgungsjagd durch NRW: Das war der minutiöse Ablauf

Im Kreuz Oberhausen-West wechselte der BMW von der A3 auf die A42 in Richtung Ruhrgebiet und blieb hier bis zum Autobahnende am Dreieck Dortmund-Bodelschwingh, wo es auf die A45 in Richtung Süden ging.

Am Kreuz Dortmund-West manövrierte der 24-Jährige das Fluchtauto schließlich auf die A40, die ja dann im Dortmunder Stadtgebiet in die B1 und danach in die A44 in Richtung Kassel übergeht.

Verfolgungsjagd durch NRW: In Richtung Winterberg gefahren

Auf dieser Autobahn blieb der BMW bis zum Kreuz Wünnenberg-Haaren, wo er auf die B480 in Richtung Winterberg abbog. Schon in Brilon (NRW) folgte der Wechsel auf die B7 in Richtung Marsberg.

Und dann war nach sechs Autobahnen und drei Bundesstraßen Endstation: Das Fahrzeug hielt an - weil nach der Flucht mit teilweise sehr hoher Geschwindigkeit das Benzin aufgebraucht war.

Das passiert exakt um 3.51 Uhr. Beamte der Kreispolizeibehörde Hochsauerlandkreis nahmen die drei Insassen des BMW fest, das Auto wurde sichergestellt. 

Verfolgungsjagd durch NRW: Hubschrauber immer nah dran

Dass bei der rund 90-minütigen Flucht niemand verletzt wurde, war der Einsatztaktik der Polizei zu verdanken. Die setzte früh zusätzlich zu den Fahrzeugen auf der Straße einen Hubschrauber ein und hatte den BMW so ständig im Blick.

"Wir haben ganz bewusst keine Barrikaden aufgebaut - beispielsweise aus quer gestellten Streifenwagen. Man weiß nie, was dann passiert. Möglicherweise fährt der Fahrer bei einer Kurzschlusshandlung in die Barrikade hinein und riskiert so, dass es Verletzte oder sogar Tote gibt.

Da haben sich also nicht etwa krimireife Szenen wie im Fernsehen abgespielt. Wir lassen solche Leute einfach fahren und waren im sicheren Abstand immer dran. Es ist immer so, dass wir auch angesichts des teilweise sehr ordentlichen Tempos kein Risiko eingehen. Deshalb sind alle Beteiligten unverletzt geblieben", sagte ein Sprecher der Polizei Düsseldorf.

Verfolgungsjagd durch NRW: Neue Funktechnik großer Vorteil

Dabei habe es sich als großer Vorteil erwiesen, dass dank der neuen Funktechnik früh der Landesfunk der Polizei aufgeschaltet werden konnte. Das bedeutet, dass sämtliche Einsatzeinheiten miteinander sprechen können.

Ob das Fluchtfahrzeug des Trios - ein BMW - oder aber nur die deutschen Kennzeichen gestohlen waren, müssen die weiteren Ermittlungen zeigen. Die liegen bei der Kriminalpolizei der Hochsauerlandkreises.

*WA.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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