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Stadt am Gardasee greift durch - Großbrand in Rom: „Italien bereitet sich auf schwierigen Sommer vor“

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Von: Patrick Mayer

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Gefährliche Trockenheit: In Rom gab es nahe des Vatikans in einem Park einen Großbrand.
Gefährliche Trockenheit: In Rom gab es nahe des Vatikans in einem Park einen Großbrand. © IMAGO/Ansa/Massimo Percossi

Die Trockenheit sorgt in Italien für Waldbrände - zum Beispiel in einem Park von Rom. Währenddessen greift Verona nahe des Urlaubs-Hotspots Gardasee zu drastischen Maßnahmen.

München/Rom/Verona - Italien kämpft mit Hitze, Dürre, Trockenheit und Wasserknappheit. Der Po, mit 652 Kilometern der längste Fluss des Landes und existenziell wichtig für Landwirtschaft sowie Industrie in Norditalien, ist an vielen Stellen gänzlich versiegt. Die Regierung in Rom rief deshalb für fünf Regionen den Ausnahmezustand aus: das Piemont, die Lombardei, die Emilia-Romagna, Venetien und Friaul-Julisch Venetien.

Das bedeutet: Städte und Gemeinden in den Regionen können nun leichter Maßnahmen zum staatlich verordneten Wassersparen erlassen. Die Großstadt Verona mit ihren 250.000 Einwohnern, die nur 25 Kilometer östlich des Gardasees liegt, griff an diesem Dienstag (5. Juli) prompt drastisch durch und verkündete neue Regeln.

Trockenheit und Hitze in Italien: Verona am Gardasee ergreift drastische Maßnahmen

Konkret: Gärten dürfen nicht mehr mit Trinkwasser gegossen werden, Brunnen wurden abgestellt, private Pools müssen leer bleiben. Wer dagegen verstößt, dem drohen Strafgelder von bis zu 500 Euro. Die Tageszeitung Corriere del Veneto postete bei Twitter symbolisch ein Foto vom Laghetto Squarà. Der kleine See am Stadtrand ist völlig ausgetrocknet.

Trockenheit und Hitze in Italien: Bauernverband rechnet mit schlechter Ernte

Doch: Kommen die Maßnahmen zu spät? Der italienische Bauernverband rechnet schon jetzt damit, dass mindestens 30 Prozent der Ernte wegen der Dürre hinfällig sind. Selbst die Produktion des beliebten Käses Parmesan ist wegen der Wasserknappheit angeblich in Gefahr.

Laut Nachrichtensender CNN bekommen Kühe und Rinder, aus deren Milch der Käse hergestellt wird, nicht mehr ausreichend Wasser für die geltenden Qualitätsstandards - zum Beispiel für das Herkunftssiegel „DOP“. Zu Risiken für Landwirtschaft und Nahrungsmittelindustrie, die in Städten wie Bologna, Modena oder Parma ein großer Arbeitgeber ist, kommt jetzt ein weiteres Problem dazu: Waldbrände.

Im Video: Italien beschließt Dürre-Notstand in fünf Regionen - auch Lombardei und Venetien darunter

So musste die Feuerwehr der Hauptstadt am Montag (4. Juli) mitten in Rom einen Großbrand bekämpfen. Dieser war wenige Kilometer vom Vatikan entfernt in einem Park ausgebrochen. Ein Hubschrauber unterstützte die Einheiten am Boden bei den Löscharbeiten, Kinder mussten aus zwei Sportzentren evakuiert werden. Wegen der Trockenheit und extremer Hitze gilt auch auf der Urlaubsinsel Sizilien die höchste Waldbrand-Warnstufe.

Laut Zivilschutz wurden hier bereits Löschflugzeuge angefordert, ebenso vereinzelt in der Region Latium, die die Hauptstadt Rom umgibt. Weitere Anfragen zur Unterstützung gegen Waldbrände kamen demnach aus den süditalienischen Regionen Kalabrien und Apulien sowie aus Venetien, an dessen Alpen-Grenze zu Südtirol sich in den Dolomiten das schwere Gletscher-Unglück an der Marmolata ereignet hat. Als eine Ursache wurde auch hier das viel zu warme Wetter genannt.

Hat an vielen Stellen kein Wasser mehr: Der Po, Italiens längster und größter Fluss.
Hat an vielen Stellen kein Wasser mehr: Der Po, Italiens längster und größter Fluss. © Luca Bruno/AP/dpa

Trockenheit, Dürre und Hitze: „Italien bereitet sich auf einen schwierigen Sommer vor“

Die Suche nach präventiven Maßnahmen zum Wassersparen intensiviert sich indes. „Abwasser stellt eine Ressource dar. Wir müssen es öfter reinigen und es so besser in den Zyklus aufnehmen“, erklärte Simona Rossetti vom Nationalen Forschungsrat der „Tagesschau“ der ARD: „Es gibt hier viele Handlungsmöglichkeiten, die wir haben, und die jetzt begonnen werden müssen. In Italien, aber auch auf der ganzen Welt.“ Der Beitrag der „Tagesschau“ endete mit dem Satz: „Italien bereitet sich auf einen schwierigen Sommer vor.“ (pm)

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