Flugblätter als Informationsquelle

Neuer Regen in Krisenregion: Freiwillige sollen ein Gebiet sofort verlassen - Polizei kämpft mit Verkehrschaos

Am Wochenende könnten bereits schwer gebeutelte Regionen erneut von Unwettern heimgesucht werden. Erste Sicherheitsmaßnahmen wurden getroffen.

  • Erneut warnt der DWD vor schweren Unwettern* im Südwesten von Deutschland (Siehe Erstmeldung vom 24.Juli)
  • Wegen neuer Regenfälle und blockierter Straßen sollen freiwilligen Helfer ein Gebiet in Rheinland-Pfalz schnellstmöglich verlassen (Siehe Update, 24. Juli 15.53 Uhr)
  • Viele Helfer verstopften in PKWs die wenigen befahrbaren Straßen der Region. (Siehe Update, 24. Juli 17.11 Uhr)
  • Dieser News-Ticker wird regelmäßig aktualisiert.

Update vom 24. Juli, 18.15 Uhr: Neben den Krisengebieten in Rheinland-Pfalz könnte neuer Regen auch in Nordrhein-Westfalen zu Problemen führen. Auf vielen Straßen liegen auch hier noch Berge von Sperrmüll. Spülen etwa größere Regenmengen Unrat zu den Abflüssen, könnten diese verstopft werden. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz ermahnte die Bürger deshalb: „Stellt die Arbeiten an den Gewässern ein, wenn der Regen kommt.“ Lokaler Starkregen könne an Gewässern, bei denen der Abfluss durch Sand- oder Kiesbänke, Bäume und anderen Unrat der vergangenen Unwetter ohnehin schon beeinträchtigt sei, plötzlich zu lokalen Überschwemmungen führen.

Neuer Regen in den Krisenregionen: Müll wird zum Problem - Amt warnt vor lokalen Überschwemmungen

Der DWD hat am Samstagnachmittag auch für NRW eine amtliche Warnung der Stufe 2 herausgegeben. Gewitter sollen Sturmböen (um 70 km/h), Starkregen und Hagel mit sich bringen. Die Niederschlagsmengen bleiben laut DWD-Prognose allerdings bei 20 bis 30 Liter pro Quadratmeter binnen sechs Stunden. Zum Vergleich: In der vergangenen Woche hatte flächendeckender Dauerregen mit Regenmengen von teilweise über 150 Litern pro Quadratmeter für die Hochwasser-Katastrophe in Teilen von NRW und Rheinland-Pfalz gesorgt.

Update vom 24. Juli, 17.11 Uhr: Während der Regen in der Katastrophenregion Ahrweiler wieder vom Himmel kommt, hat die Polizei vor allem mit einem großen Verkehrschaos zu kämpfen. Nichts geht voran. Autos von Einsatzkräften, Mülltransportern und vor allem von zahlreichen freiwilligen Helfern stauen sich kilometerlang auf den wenigen Straßen, die nach den schweren Unwettern der vergangenen Wochen noch befahrbar sind. Das wird dann zum Problem, wenn wichtige Rettungskräfte nicht mehr durchkommen.

Am frühen Nachmittag bat die Polizei bereits alle freiwillige Helfer im Krisengebiet Ahr dieses wegen der schwierigen Umstände dort möglichst schnell zu verlassen. Die Abfahrt Dreieck Bad-Neuenahr (30) in Richtung Ahrtal (A61/A573) wurde laut dem Twitter-Account der Polizei Koblenz „aufgrund der Verkehrslage AB SOFORT für jeglichen Verkehr gesperrt“.

Erneuter Regen könnte in den Unwetter-Regionen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen zur Gefahr werden

Erneut Unwetter-Warnung für Krisengebiete in Rheinland-Pfalz: Evakuierung mit Shuttlebussen

Update vom 24. Juli, 15.53 Uhr: In Rheinland-Pfalz haben erneut Regenfälle eingesetzt - und es wurden Evakuierungen angeboten. Laut DWD ist mit örtlichem Starkregen (siehe vorheriges Update) zu rechnen. Ab Sonntagmorgen gegen 6 Uhr könne sich die Wetterlage noch verschärfen.

Den besonders betroffenen Kommunen sei daher ein Evakuierungsangebot gemacht worden, teilte der Katastrophenschutzstab mit. In Schuld, Insul, Dümpelfeld und Bad Neuenahr sollen die Menschen demnach mit Shuttlebussen zu einer Notunterkunft in Leimersdorf gebracht werden können.

„Das entscheiden dann die Menschen selbst“, so Leiterin Begona Hermann, denn die Wetterlage sei nicht so verschärft wie in der vergangenen Woche. „Aber wir haben eine nicht mehr funktionierende Kanalisation.“ Daher würden sich die Regenfälle anders auswirken als noch vor zehn Tagen.

Freiwillige Helfer im Krisengebiet Ahr sollen dieses wegen der schwierigen Umstände dort möglichst schnell verlassen. Das teilte die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) am Samstag mit. Als Grund nannte sie die starken Niederschläge an diesem Wochenende, die zerstörte Infrastruktur und die unübersichtliche Verkehrssituation.

Nach der Hochwasserkatastrophe: Ein in Trümmern liegendes und mit Schlamm bedecktes Haus in Ahrbrück.

Update vom 24. Juli, 15.15 Uhr: Die Menschen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen müssen sich nach den katastrophalen Überflutungen mit mindestens 179 Todesopfern auf neue Unwetter vorbereiten. Wie der Deutsche Wetter-Dienst am Samstag berichtete, werden „lokal eng begrenzt“ Unwetter durch heftigen Starkregen erwartet.

Unwetter-Warnung in Rheinland-Pfalz: Einsatzfahrzeuge und Baumaschinen stehen im Stau - Angriffe auf THW-Einsatzkräfte

Aktuell befinden sich auch Einsatzfahrzeuge des Technischen Hilfswerks auf dem Weg in die Krisenregion. Vize-Präsidentin Sabine Lackner beklagte dabei Attacken gegen Einsatzkräfte vor Ort. „Das geht dann soweit, dass unsere Helferinnen und Helfer beschimpft werden. Wenn sie mit Einsatzfahrzeugen unterwegs sind, werden sie mit Müll beschmissen“, meinte sie gegenüber RTL/ntv.

Die Koblenzer Polizei reagierte mit Bestürzung auf die Berichte, derartige Vorfälle seien aus ihrem Gebiet bislang nicht bekannt. Das Präsidium hatte stattdessen mit Helfern zu Kämpfen, die für eine „völlige Überlastung sämtlicher Zufahrtsstraßen zum Ahrtal, sowie der Straßen im Katastrophengebiet selbst“ sorgten.

Aktuell können keine große Baumaschinen, die etwa zum Straßen- und Brückenbau oder zum Wiederaufbau der Trinkwasserversorgung im Katastrophengebiet benötigt werden, die Einsatzorte nicht erreichen und stehen im Stau.

Erneut Warnung in Rheinland-Pfalz: DWD erwartet schwere Gewitter im Südwesten

Erstmeldung vom 24. Juli:
Offenbach am Main - Nach dem schweren Unwetter und daraus folgenden Hochwasser in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) erneut gefährliches Wetter* in den Regionen an der Grenze zu Frankreich und Luxemburg. In einem großen Gebiet, das den Südwesten von Rheinland-Pfalz und das gesamte Saarland umfasst, könnten dem Wetterdienst zufolge am Samstagnachmittag (24. Juli) teilweise schon wieder schwere Gewitter auftreten.

Erneut Unwetter-Warnung in Rheinland-Pfalz: DWD erwartet Sturm, Hagel, Starkregen

Der DWD rechnet mit Sturmböen, die mit einer Geschwindigkeit von rund 100 Kilometern pro Stunde über das Land fegen. Zudem könnte Hagel* mit Korngrößen von drei Zentimetern auftreten, während innerhalb kurzer Zeit Starkregen mit 30 Litern pro Quadratmeter auf die Erde prasselt. Laut der Prognose werden die Gewitter zwischen 16 und 23 Uhr auftreten.

Der Deutsche Wetterdienst prognostiziert erneut schwere Gewitter in den Hochwasser-Regionen in Rheinland-Pfalz.

Bei der Meldung handelt es sich zum jetzigen Zeitpunkt (Stand: 11.30 Uhr) noch nicht um eine konkrete Warnung, sondern zunächst um eine Vorabinformation. Daher ist auch ein relativ großes Gebiet potenziell von starken Gewittern* betroffen. Im weiteren Verlauf des Nachmittags sollte eine genauere Eingrenzung des betroffenen Gebiets möglich sein.

Unwetter-Warnung in Rheinland-Pfalz: Katastrophenschutz richtet Notunterkünfte ein

Der Katastrophenschutz in Rheinland-Pfalz hat bereits auf die Meldung reagiert. In der Hochwasserregion wurde für die Bürger wegen der vorhergesagten Unwetter* eine Notunterkunft eingerichtet. Laut der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion wird dazu in möglicherweise betroffenen Orten informiert. „Die Vorbereitungen laufen. Die Bevölkerung wird in den sozialen Medien noch einmal gewarnt und es werden Flugblätter verteilt“, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur am Samstagmorgen.

Eine akute Hochwassergefahr für die Ahr besteht dem Sprecher zufolge nicht. Dennoch sei in den Orten, in denen Teile der Kanalisation zerstört oder verstopft sind, mit verstärktem Oberflächenwasser zu rechnen. Dadurch könne es örtlich zu einem neuen Einlaufen von Wasser in Kellern kommen. Davon stärker betroffen sein könnten laut Katastrophenschutz die Ortschaften Schuld, Insul und Dümpelfeld. Außerdem könne es wegen verstopfter Einläufe in der Stadt Bad Neuenahr und der Ortsgemeinde Müsch zur Einstauung von Wasser in den Straßen kommen. Auch im Süden Bayerns* erwartet der DWD schwere Gewitter.

Die Vorabinformation des DWD im Wortlaut:

Von Frankreich und Luxemburg her ziehen ab dem Spätnachmittag teils schwere Gewitter auf. Es muss mit schweren Sturmböen (Bft 10) um 100 km/h gerechnet werden. Zudem kann es Hagel mit Korngrößen um 3 cm und Starkregen um 30 l/m² in kurzer Zeit geben.

Dies ist ein Hinweis auf eine Wetterlage mit hohem Unwetterpotential. Er soll die rechtzeitige Vorbereitung von Schutzmaßnahmen ermöglichen. Gewitter mit den genannten Begleiterscheinungen treten typischerweise sehr lokal auf und treffen mit voller Intensität meist nur wenige Orte. Genauere Angaben zu Ort, Gebiet und Zeitpunkt des Ereignisses können erst mit der Ausgabe der amtlichen Warnungen erfolgen. Bitte verfolgen Sie die weiteren Wettervorhersagen mit besonderer Aufmerksamkeit. (Stand: 24.07.2021, 11.30 Uhr)

(lb/dpa) *Merkur.de und echo24.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Thomas Frey/dpa

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