Transrapid: Bewährung für Fahrdienstleiter

+
Die beiden Fahrdienstleiter Hermann K. (2.v.l.) und Günther M. (r.) haben ihr Verschulden beim Transrapid-Unglück eingeräumt.

Osnabrück - Rund viereinhalb Jahre nach der Transrapid-Tragödie sind die beiden verantwortlichen Fahrdienstleiter zu Bewährungsstrafen verurteilt worden:

Rund viereinhalb Jahre nach der Transrapid-Tragödie mit 23 Todesopfern und 11 Verletzten sind die beiden verantwortlichen Fahrdienstleiter zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Das Osnabrücker Landgericht sprach die 61 und 52 Jahre alten Männer am Donnerstag der fahrlässigen Körperverletzung und fahrlässigen Tötung schuldig. Das Urteil lautete auf ein Jahr beziehungsweise ein Jahr und sechs Monate Haft auf Bewährung.

Zuvor haben die beiden Fahrdienstleiter ihr Fehlverhalten eingeräumt. Einer der Angeklagten bat zum Prozessstart vor dem Osnabrücker Landgericht um Entschuldigung und Vergebung. Möglicherweise fällt schon am Donnerstag das Urteil. Bei dem Unglück starben 23 Menschen, 11 wurden verletzt.

Die beiden Männer hatten am 22. September 2006 die Startfreigabe für den Hochgeschwindigkeitszug auf der Teststrecke in Lathen erteilt. Dabei vergaßen sie einen Werkstattwagen auf der Strecke. Wenige Sekunden später raste der Transrapid mit Tempo 170 auf das Hindernis.

Bereits im Mai 2008 verurteilte das Landgericht zwei frühere Betriebsleiter zu Geldstrafen. Nach Überzeugung des Gerichts hatten sie es versäumt, das Setzen einer elektronischen Fahrwegsperre beim Nutzen des Werkstattwagens verbindlich in den Arbeitsanweisungen für das Teststrecken-Personal vorzuschreiben. Eine solche Sperre hätte nach Experten-Ansicht die Katastrophe verhindert.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare