Ein Toter bei Cholera-Protesten in Haiti

Port-au-Prince - Bei teilweise gewaltsamen Protesten mehrerer Tausend Demonstranten ist am Montag im Norden Haitis ein Mensch ums Leben gekommen, mehrere weitere wurden verletzt. Angeblich war es Notwehr:

Wie die UN-Mission Minustah am Abend in Port-au-Prince mitteilte, erschoss ein UN-Soldat einen der Demonstranten in Notwehr. Unterdessen teilte das Gesundheitsministerium in Port-au-Prince am Abend (Ortszeit) mit, dass die Zahl der Cholera-Toten auf 1000 gestiegen sei.

Nach lokalen Medienberichten demonstrierten die aufgebrachten Bewohner der zweitgrößten Stadt Haitis, Cap Haïtien, gegen die Erfolglosigkeit der Regierung im Kampf gegen die Cholera. Wie die Regierung am Montag weiter mitteilte, hat sich die Cholera vom zentralen Department Artibonite vor allem nach Norden in in die Cap- Region ausgebreitet. Allerdings hieß es, der Höhepunkt mit über 66 Toten pro Tag sei in der vergangenen Woche überschritten worden. Am Montag seien 46 Tote registriert worden.

Die Demonstranten in Cap Haitien und in Hinche forderten gleichzeitig den Abzug der UN-Blauhelme, die seit 2004 die Lage in dem ärmsten Land Amerikas stabilisieren sollen. UN-Soldaten und haitianische Polizei gingen gegen die Demonstranten vor, die eine Polizeistation angezündet hatten, und beendeten die Proteste.

Die Art der Demonstrationen lasse darauf schließen, dass diese in Zeiten des Wahlkampfs politisch motiviert seien, hieß es in der UN- Erklärung weiter. Die Minustah forderte die Haitianer auf, sich nicht manipulieren zu lassen und so die Demokratie zu gefährden.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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