Totenschädel-Übergabe: Staatsministerin wird ausgebuht

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Cornelia Piper

Berlin - Eklat bei der Übergabe von 20 namibischen Totenschädeln an das afrikanische Land: Die Vertreterin der Bundesregierung, Cornelia Pieper, ist nach ihrer Rede in der Berliner Charité ausgebuht worden.

Rund ein Dutzend Zuschauer der Zeremonie forderten am Freitag während der Rede der Staatsministerin im Auswärtigen Amt lautstark, sie müsse sich für die Verbrechen der Deutschen während der Kolonialzeit in Namibia entschuldigen.

Das tat sie nicht. “Im Namen der Bundesregierung bitte ich sie um Versöhnung“, sagte sie stattdessen. Weitere Aussagen machte Pieper nur in eigenem Namen, nicht als Vertreterin der Bundesregierung: “Ich möchte Ihnen gegenüber auch ganz persönlich mein tiefes Bedauern, meine Scham ausdrücken.“ Sie gedenke “mit Hochachtung“ der gestorbenen Menschen.

Das war vielen Anwesenden nicht genug, und sie buhten die Staatsministerin lautstark nach ihrer Rede aus. Die FDP-Politikerin verließ daraufhin die Feier, noch bevor der namibische Minister für nationale Angelegenheiten das Wort ergriffen hatte.

Unstimmigkeiten vor Übergabe der Totenschädel

Unmittelbar vor der geplanten Rückgabe der Schädel war es zu Verstimmungen auf diplomatischer Ebene gekommen. Das Auswärtige Amt hatte am Dienstag mitgeteilt, dass der offizielle Gastgeber der Zeremonie die Berliner Charité sei und damit nicht die Bundesregierung. Das hatte die namibische Delegation brüskiert.

Das Mitglied des namibischen Parlaments, Katuutire Kaura, sagte der Nachrichtenagentur dapd: “Die deutsche Regierung ignoriert uns vollständig!“ Der Minister für nationale Angelegenheiten werde nicht wie geplant die Übergabeurkunde unterschreiben, da dies auch kein gleichrangiger Vertreter der deutschen Regierung tun werde.

Stattdessen unterschrieb am Freitag eine Vertreterin des namibischen Rates für Nationales Erbe die Urkunde. Von deutscher Seite unterschrieb der Vorstand der Berliner Charité, Karl Max Einhäupl, unterschreiben.

Die Schädel, die in der Zeremonie übergeben wurden, stammen von Mitgliedern der Stämme Herero und Nama, die zwischen 1904 und 1908 bei Aufständen gegen die Kolonialherrschaft der Deutschen ihr Leben ließen. Deutsche Wissenschaftler hatten die Köpfe vor über hundert Jahren nach Berlin gebracht und für ihre Rassenforschung benutzt.

dapd

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