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Tod bei Tornado-Drama: Familie verklagt Amazon - „Profit an erste Stelle gesetzt“

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Einsatzfahrzeuge stehen vor dem Amazon-Verteilzentrum, das teilweise eingestürzt ist, nachdem es am 10.12.2021 von einem Tornado getroffen wurde.
Einsatzfahrzeuge stehen vor dem Amazon-Verteilzentrum, das teilweise eingestürzt ist, nachdem es am 10.12.2021 von einem Tornado getroffen wurde. © Robert Cohen/dpa/St. Louis Post-Dispatch/Zuma

Bei einem Tornado im Dezember starben in den USA sechs Mitarbeiter von Amazon, als ein Lagerdach einstürzte. Die Familie eines Opfers klagt jetzt - und äußert schwerwiegende Vorwürfe.

Edwardsville - Was geschah wirklich in dem Amazon-Zentrallager in Edwardsville, als ein Tornado das Dach der riesigen Halle zum Einsturz brachte und sechs Todesopfer forderte? Wurden die Mitarbeiter rechtzeitig vor dem heftigen Unwetter gewarnt? Die Familie eines Auslieferungsfahrers sagt Nein - und klagt gegen den Versandriesen. Schwere Vorwürfe stehen im Raum.

Am 10. Dezember wütete ein Tornado im US-Staat Illinois. In Edwardsville stürzte das Dach eines Zentrallagers von Amazon ein. Sechs Mitarbeiter starben in den Trümmern.

Die Familie eines 26-jährigen Lieferfahrers hat jetzt Klage eingereicht. Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, werfen die Angehörigem dem Online-Händler vor, von der Gefahr des Tornados gewusst, aber nicht rechtzeitig evakuiert zu haben. Auch hätte es gar keinen Notfallplan für eine solche Situation gegeben.

Tod bei Tornado-Drama: Familie verklagt Amazon - „Profit an erste Stelle gesetzt“

„Traurigerweise sieht es so aus, dass Amazon Profite in der Weihnachtssaison wichtiger als die Sicherheit unseres Sohns und der anderen fünf waren“, sagte die Mutter Alice McEwen am Montag auf einer Pressekonferenz. Laut dem Anwalt der Familie wurde in dem Lager gearbeitet, bis es für eine Evakuierung zu spät gewesen ist.

Die Beschäftigten seien angewiesen worden, sich in einer Toilette zu verstecken. „Sie ließen die Leute bis zum Äußersten arbeiten“, sagte der Anwalt der Familie.

Amazon wehrt sich gegen die Vorwürfe und die Klage. Laut AP erklärte Firmen-Sprecherin Kelly Nantel, die örtlichen Teams hätten die Wetterbedingungen genau verfolgt. Auch sei das Gebäude neu und nach allen geltenden Bauvorschriften gebaut worden.

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