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Tigermücke breitet sich in NRW aus – sie ist eine potenzielle Gefahr für Menschen

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Das Umweltbundesamt prognostiziert, dass wegen des Klimawandels die Tigermücke immer öfter in Deutschland vorkommen wird. Ist die Mücke für Menschen gefährlich?

Hamm - Eigentlich ist die Asiatische Tigermücke, wissenschaftlich Aedes Albopictus, nicht aus Deutschland. Ursprünglich stammt das bis zu einem Zentimeter große Tier aus dem Asiatisch-Pazifischen Raum. Das Umweltbundesamt erklärt, dass der Blutsauger sich als blinder Passagier in Handelsschiffen, Fahrzeugen und Flugzeugen durch den globalen Handel weltweit ausbreiten konnte. Seit etwa 2007 werden in Deutschland Einzelexemplare beobachtet, mittlerweile kommen auch größere Populationen vor. Auch NRW bleibt dabei nicht verschont. Die Tigermücke ist nicht ungefährlich für Menschen, im Umgang mit ihr muss einiges beachtet werden.

Tigermücke breitet sich in NRW aus – sie ist eine potenzielle Gefahr für Menschen

Das Robert-Koch-Institut (RKI) erklärt auf seiner Website, dass „Dengue-, Chikungunya- und Zika-Viren durch Aedes-Mücken übertragen werden. Zu dieser Mückengattung gehört auch die asiatische Tigermücke (Aedes albopictus), die sich als invasive Art auch in Deutschland an immer mehr Orten ansiedelt.“ Besonders Fälle von Dengue-Fieber haben in letzter Zeit zugenommen. Das Umweltbundesamt spricht von 20 Virus-Krankheiten, die die Mücke übertragen kann, dazu noch bestimmte Arten von Fadenwürmern. Nicht alle davon sind aber auf Menschen übertragbar.

Also nochmal kurz: Die Tigermücke kann über 20 Krankheiten übertragen, für Menschen besonders gefährlich sind:

Dengue-, Chikungunya- und Westnilfieber verlaufen in der Regel so ähnlich wie eine Grippe, können aber in seltenen Fällen sehr schwer oder sogar tödlich sein.

Überträger schwerer Krankheiten – Infektionen sind bislang selten

Das RKI informiert, dass Übertragungen der gefährlichen Krankheiten nur unter bestimmten Bedingungen erfolgen können: „Wenn Reiserückkehrende, die solche Viren im Blut haben, in Deutschland von einer Aedes-Mücke gestochen werden, ist zumindest saisonal eine Übertragung dieser Krankheiten auch in Deutschland vorstellbar.“ Es muss also eine bereits infizierte Person gestochen werden. Zudem müssen die passenden Klimabedingungen für die Vermehrung der jeweiligen Viren gegeben sein. Erst dann kann die Mücke den Virus auch übertragen.

Wenn also an einem beliebten Touristenort eine dieser Krankheiten ausbricht – wie etwa im letzten Jahr am Gardasee – und die Reisenden sie dann nach Deutschland mitbringen und dazu noch das Wetter stimmt, könnte es auch hierzulande zu Übertragungen kommen. Das kommt bislang sehr selten vor. So wurden in NRW vom 1. Januar bis zum 10. April nur 54 Fälle von Dengue-Fieber festgestellt – und das ist bereits ein Rekord für die letzten zehn Jahre. Das RKI vermutet jedoch, dass durch den Klimawandel die Wetterbedingungen Übertragungen in Zukunft behgünstigen werden.

Reisende Dengue-Fieber
Eine Stechmücke der Art „Aedes aegypti“, auch Gelbfiebermücke, Denguemücke oder Ägyptische Tigermücke genannt. Sie überträgt verschiedene Krankheiten, darunter das Dengue-Fieber. © Gustavo Amador/epa efe/dpa-tmn

Woran man die Asiatische Tigermücke erkennt

Die Mücke befindet sich in der Größenordnung zwischen drei und acht Millimetern. Es ist also nicht leicht, die Merkmale an dem kleinen Tier auszumachen. Trotzdem gibt es äußerliche Kennzeichen, an der man das Insekt erkennen kann.

Wer ein Insekt beobachtet, auf das diese Beschreibung zutrifft und dazu juckende oder gerötete Stellen am Körper findet, sollte wissen, wie mit einem Stich der Mücke umzugehen ist.

Was bei einem Stich der Tigermücke zu tun ist

Zunächst unterscheidet sich der Stich einer Tigermücke nicht von dem einer heimischen Mücke. Sollten sich aber kurz auf einen Stich oder einem Besuch in einem Verbreitungsgebiet der Mücke die folgenden Symptome einstellen, sollte ein Arzt aufgesucht werden:

Die durch den Biss entstandene Reizung mit einem kalten Gegenstand, etwa einem Kühlpack, beruhigt werden.

Tigermücke noch selten in NRW - andere exotische Insektenarten stärker verbreitet

In NRW kommt die Tigermücke bis heute nur vereinzelt vor. Größere Populationen finden sich eher im Süden, etwa in Baden-Württemberg. Die Wahrscheinlichkeit einer Krankheitsübertragung ist allein deswegen schon sehr gering. Im Gegensatz dazu hat sich eine andere Insektenart, die ursprünglich aus Asien stammt, hierzulande verbreitet. Die Asiatische Hornisse wirbelt zurzeit das Ökosystem in NRW auf, trotzdem steht das Tier unter Artenschutz und sollte auf keinen Fall getötet werden.

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