Schatzsuche in Polen

Nazi-Goldzug: Keine heiße Spur, aber viele Neugierige

+
Die Suche nach einem angeblichem Nazi-Goldzug im polnischen verlief bisher ohne Erfolg.

Walbrzych/Warschau - Bei der Suche nach einem angeblichen Nazi-Goldzug im niederschlesischen Walbrzych (Waldenburg) hat es bislang keinen Durchbruch gegeben. Etwas fanden die Hobbyforscher dann aber doch - und auch andere profitieren von der Aufregung um den Schatz.

Am ersten Tag der Grabungsarbeiten wollen die Hobby-Schatzgräber nach eigenen Angaben auf Fremdmaterial gestoßen sein. "Es handelt sich um Material, das dort normalerweise nicht in der Erde vorkommt, wie Tonscherben", sagte Sprecherin Christel Focken am Mittwoch. Dies könne ein Hinweis auf einen zugeschütteten unterirdischen Tunnel sein, behauptete sie. "Das gibt uns Hoffnung." Dass sich das Material aber auch aus anderen Gründen in der Erde befinden könnte, schloss sie nicht aus.

Kein Livestream - aus juristischen Gründen 

Das Team rund um die Hobbyhistoriker Andreas Richter und Piotr Koper, die Zug und Tunnel auf Bodenradarbildern entdeckt haben wollen, hatte zunächst einen Live-Stream der Suche angekündigt. Dies sei nun aus juristischen Gründen nicht möglich, sagte Focken.

Zweifel an der Echtheit der Aufnahmen 

Seit den 1970er Jahren kursieren in der Region in Südwestpolen Gerüchte über den angeblichen Goldzug. Die Nazis sollen damit ihre Kriegsbeute vor der heranrückenden Sowjet-Armee versteckt haben. Beweise dafür gibt es aber keine. Experten aus Krakau zweifelten sogar daran, ob die Bodenaufnahmen des Schatzgräber-Duos echt seien.

"Gold-Wochenenden" und Goldzug-Shirts zu erwerben

Es dauerte ein Jahr, bis Koper und Richter nach dem angeblichen Zug graben durften. Im August 2015 meldeten die Schatzsucher den polnischen Behörden ihre Entdeckung, bis zum ersten Spatenstich mussten sie viele Anträge ausfüllen und Genehmigungen einholen. Als Ende Juni alle Papiere beisammen waren, ging es an die Vorbereitungen: Das Suchgebiet wurde abgesperrt, der Boden geebnet und Bäume gefällt. 

Die anhaltende Aufregung um den Goldzug ist vor allem für die Stadt Walbrzych und Umgebung ein Glücksfall. Die Gerüchte zogen Neugierige in die Region. Hotels und Geschäfte sprangen auf den Hype auf und boten mitunter „Gold-Wochenenden“ und Goldzug-Shirts an.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.