Studie: Freikirchler schlagen öfter ihre Kinder

Hamburg/Hannover - Jugendliche aus freikirchlich- evangelischen Familien werden in Deutschland laut einer Studie besonders häufig von ihren Eltern geschlagen.

Das hat eine Umfrage des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen unter tausenden jungen Leuten ergeben. Kinder der Freikirchler werden häufiger gezüchtigt als der Nachwuchs von Katholiken, Protestanten oder Muslimen. 

So werden der Untersuchung zufolge bei diesen Kindern nur 27 Prozent gewaltfrei erzogen, berichtet “Der Spiegel“ in seiner neuesten Ausgabe. 21,3 Prozent gaben sogar an, massiven Schlägen ausgesetzt zu sein. Dies beruhe auf den Aussagen von mehr als 600 Kindern freikirchlicher Eltern aus Deutschland, sagte Institutsdirektor Christian Pfeiffer der Nachrichtenagentur dpa. “Das reicht für eine statistisch sichere Aussage.“

Die Befragten hätten von Schlägen unterschiedlicher Intensität berichtet. Bei den Freikirchlern handele es sich zumeist um Menschen, die gesellschaftlich besser gestellt sind. Normalerweise gebe es in solchen Familien eher weniger Gewalt. “Das ist hier nicht der Fall.“

Befragt wurden Kinder in 61 Städten und Landkreisen. Je religiöser die Eltern seien, so Pfeiffer, desto weniger habe es sie gekümmert, dass jegliche körperliche Züchtigung in Deutschland seit dem Jahr 2000 verboten sei.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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