Nach Lkw-Anschlag mit vier Toten

Anschlag in Stockholm: Haftbefehl gegen Tatverdächtigen erlassen

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Der Ort des Schreckens: Hier war der Attentäter in eine Menschenmenge gerast.

Stockholm - In der schwedischen Hauptstadt ist ein Lastwagen erst in eine Menschenmenge und anschließend in ein Kaufhaus gefahren. Der mutmaßliche Täter hatte laut Polizei Sympathien für die Terrororganisation IS. Alle Entwicklungen hier im News-Ticker.

  • In Stockholm ist am Freitag kurz vor 15 Uhr ein Lastwagen in einer belebten Einkaufsmeile erst in eine Menschenmenge und anschließend in ein Kaufhaus gefahren.
  • Nach Polizeiangaben von Freitagabend wurden bei dem Anschlag vier Menschen getötet und 15 verletzt. 
  • Die schwedische Polizei meldet am Freitagabend nach dem Anschlag die Festnahme eines Verdächtigen.
  • Der Verdächtige kommt aus Usbekistan und war den Behörden länger bekannt.
  • Tausende gedenken am Sonntag den Opfern.

<<<AKTUALISIEREN>>>

+++ Drei Tage nach dem Lkw-Anschlag in Stockholm hat die Staatsanwaltschaft Haftbefehl gegen den Hauptverdächtigen beantragt. Der 39-jährige Usbeke soll morgen einem Haftrichter vorgeführt werden, hieß es in einer Mitteilung. Zuvor hatte Reichspolizeichef Dan Eliasson bei einer Pressekonferenz erklärt, der kurz nach der Tat festgenommene Mann sei „mit großer Sicherheit“ der Täter.

+++ Der nach dem mutmaßlichen Terroranschlag in Stockholm festgenommene Usbeke ist nach Einschätzung der schwedischen Polizei „mit großer Sicherheit“ der Täter. Das sagte Reichspolizeichef Dan Eliasson bei einer Pressekonferenz am Montag. Der 39-Jährige steht unter Terror- und Mordverdacht. Am Sonntag hatte die Polizei einen weiteren Verdächtigen festgenommen, über den sie zunächst keine näheren Angaben machte.

+++ Schwedens Regierungschef Stefan Löfven hat bei einer Trauerfeier für die Opfer des Anschlags in Stockholm den internationalen Zusammenhalt gegen den Terror beschworen. „Wir werden uns dem Terror nie ergeben. Wir werden das gemeinsam durchstehen“, sagte Löfven am Montag an Belgien und Großbritannien gerichtet. Unter den vier Todesopfern des Lkw-Anschlags am Freitag waren eine Belgierin und ein Engländer. Den Angehörigen der Opfer versicherte der Politiker: „Ihr seid nicht einsam. Wir denken an euch. Ganz Schweden ist bei euch.“

+++ Mit einer landesweiten Schweigeminute hat Schweden heute der Opfer des mutmaßlichen Terroranschlags in Stockholm gedacht. Bei bewölktem Himmel versammelten sich in der schwedischen Hauptstadt viele Menschen rund um den Tatort und das Rathaus, vor dem Flaggen in den schwedischen Farben Blau und Gelb auf halbmast wehten. Bei einer Gedenkfeier im angrenzenden Park wollte Regierungschef Stefan Löfven anschließend eine Rede halten. Auch die schwedische Königsfamilie sowie Vertreter des Reichstags nahmen an der Schweigeminute teil.

+++ Drei Tage nach dem Lkw-Anschlag in Stockholm beginnt in Schweden die Diskussion um die Durchsetzung von Abschiebungen. Dem mutmaßlichen Attentäter war 2016 das Aufenthaltsrecht in dem Land verwehrt worden. Statt Schweden zu verlassen, war der 39-jährige Usbeke untergetaucht.

„Wenn die Angaben, die wir über die Person bekommen haben, stimmen, dann müssen wir verlangen, dass jemand dafür die Verantwortung übernimmt. Vor allem von der Regierung“, sagte der Chef der Rechtspopulisten, Jimmie Åkesson, am späten Sonntagabend im schwedischen Fernsehen.

+++ Laut der schwedischen Nachrichtenseite Expressen soll der am Freitag festgenommene Usbeke in einem WhatsApp-Chat zugegeben haben, dass er die Tat begangen habe. Einem Freund, der der Terrormiliz IS nahe stehe, soll er geschrieben haben: „Ich hab zehn Menschen überfahren.“ Zuvor soll der Verdächtige gefragt haben, wie man eine Bombe herstelle. „Eine Frage, wie stelle ich einen Sprengkörper her? Morgen suche ich mir ein großes Auto und fahre damit in eine Menschenmasse.“ Des Weiteren soll er geschrieben haben, dass er bereits Streichhölzer, Azeton, Zigaretten, Gasfeuerzeuge und Bolzen dafür besitze. Die Herkunft des Chatverlaufs ist noch nicht ganz klar. Die schwedische Nachrichtenseite bezieht sich auf mehrere russische Medien. 

Mehrere Festnahmen in Stockholm

+++ Tausende Menschen haben in Stockholm am Sonntag ein Zeichen gegen Gewalt und Terror gesetzt. Bei einer Kundgebung auf einem zentralen Platz in der schwedischen Hauptstadt gedachten sie am Sonntag der vier Todesopfer mit einer Schweigeminute. In der Nähe des Anschlagsortes in Stockholm versammelten sich am Sonntagnachmittag Tausende zu einer „Liebes-Kundgebung“. Um 14.53 Uhr, der Uhrzeit des Anschlags vom Freitag, war es auf dem Platz komplett still. Viele hielten sich an den Händen und weinten. Am Montag soll es eine landesweite Schweigeminute geben.

+++ Die Polizei in Stockholm hat am Sonntagmorgen eine zweite Person unter Terror- und Mordverdacht festgenommen. Das teilte die Staatsanwaltschaft am Nachmittag mit. Details zu der Festnahme wollte die Behörde zunächst nicht bekanntgeben. Einen 39-jährigen Usbeken hatten die Ermittler bereits am Freitagabend festgenommen.

+++ Die Polizei sucht weiter nach möglichen Helfern des mutmaßlichen Attentäters. „Ungefähr fünf“ Personen halte man derzeit fest, sagte Jan Evensson von der Stockholmer Polizei am Sonntag auf einer Pressekonferenz. Etwa 500 Menschen habe man befragt. Polizeisprecher Jonas Hysing sagte, es gebe keine konkreten Hinweise auf weitere Anschläge. „Wir haben eine enge Zusammenarbeit mit Europol und Interpol.“

Verdächtiger sollte ausgewiesen werden

+++ Der nach dem Lkw-Anschlag in Stockholm festgenommene Usbeke hat nach Angaben der Ermittler Sympathien für die Terrororganisation IS geäußert. „Wir wissen, dass er Sympathien für extreme Organisationen gezeigt hat, darunter IS“, sagte Polizeisprecher Jonas Hysing am Sonntag auf einer Pressekonferenz. Der Festgenommene habe 2014 eine Aufenthaltsgenehmigung in Schweden beantragt, im Juni 2016 habe die Migrationsbehörde entschieden, ihn auszuweisen. Da er das Land nicht verlassen habe, hätten die Behörden ihn gesucht. 

+++ Nach dem Lkw-Anschlag in Stockholm hat die Polizei die technischen Untersuchungen am Tatort abgeschlossen. Die Absperrungen rund um die Einkaufsstraße Drottninggatan seien aufgehoben, sagte eine Polizeisprecherin der Deutschen Presse-Agentur am späten Samstagabend. 

„Wir lassen die Dunkelheit niemals gewinnen“

In die Absperrgitter hatten viele Stockholmer am Tag nach der Tat Blumen gesteckt und davor Kerzen angezündet. „Wir lassen die Dunkelheit niemals gewinnen“, stand in auf einem handgeschriebenen Zettel, der zwischen Blumen und leuchtenden Kerzen lag.

+++ Eines der vier Todesopfer des mutmaßlichen Terroranschlags in Stockholm ist identifiziert. Die Ermittler hätten die Angehörigen benachrichtigt, sagte eine Polizeisprecherin am Samstagabend der Deutschen Presse-Agentur. Zu Geschlecht und Alter des Opfers wollte die Sprecherin keine Angaben machen. Informationen über die anderen drei Opfer werde die Polizei erst herausgeben, wenn die Angehörigen informiert seien.

+++ Nach dem mutmaßlichen Terroranschlag in Stockholm öffnet das Kaufhaus, in das der Täter mit einem Lkw gerast war, am Sonntag teilweise wieder. Das teilte das Einkaufszentrum Åhléns City am Samstagabend mit. Die meisten Etagen sollten aber bis Montag geschlossen bleiben, hieß es. Allen Mitarbeitern gehe es „den Umständen entsprechend“ gut, erklärte die Kaufhaus-Kette. „Åhléns ist ein Teil der offenen Gesellschaft, und wir werden nie den bösen Kraften nachgeben, die das ändern wollen.“

+++ Schwedens König Carl XVI. Gustaf hat den Lkw-Anschlag im Zentrum von Stockholm als „verachtenswürdig“ verurteilt. Dennoch gebe es ihm Hoffnung, „dass all diejenigen unter uns, die helfen wollen, viel zahlreicher sind als diejenigen, die uns schaden wollen“. Das sagte der Monarch am Samstagnachmittag in einer Stellungnahme vor dem Königspalast in der Hauptstadt. Zudem lobte er Polizei und Rettungsdienste für ihre „tolle Arbeit“ nach dem Vorfall.

Behörden kündigen lange Untersuchungen an

+++ Nach dem Lkw-Anschlag von Stockholm stellen sich die Behörden auf lange Untersuchungen ein. „Das ist eine umfassende Ermittlung, die lange dauern wird“, sagte Dan Eliasson, Chef der schwedischen Reichspolizei, auf einer Pressekonferenz am Samstag. Dabei bekämen die Beamten auch Hilfe aus dem Ausland. „Wir haben breite internationale Unterstützung“, sagte der Polizeichef weiter. Auch mit Ministerpräsident Stefan Löfven und seinem Kabinett stehe man in ständiger Verbindung: „Wir teilen alle unsere Untersuchungsergebnisse mit der Regierung.“

+++ Bei dem Fund in dem Anschlags-Lkw von Stockholm soll es sich nach Angaben der Ermittler um einen Apparat handeln. „Ein technisches Gerät, das dort nicht sein sollte“, sei auf dem Fahrersitz gefunden worden, sagte der schwedische Reichspolizeichef Dan Eliasson bei einer Pressekonferenz am Samstag. Weitere Untersuchungen sollen nun klären, um was genau es sich gehandelt hat.

+++ Die Polizei in Stockholm schließt nicht aus, dass an dem Lkw-Anschlag mit vier Toten mehrere Täter beteiligt waren. „Wir können weiter nicht ausschließen, dass mehr Personen in die Attacke verwickelt sind“, sagte der Chef der Reichspolizei, Dan Eliasson, am Samstag auf einer Pressekonferenz. Es werde weiter ermittelt. Er zeigten sich zuversichtlich, dass der am Freitagabend Festgenommene der Mann ist, der den Lastwagen in eine Menschenmenge und dann in ein Kaufhaus gesteuert hat. „Nichts deutet darauf hin, dass wir die falsche Person haben“, sagte Eliasson.

So soll die Tat abgelaufen sein.

+++ Der mutmaßliche Lkw-Attentäter von Stockholm ist ein 39-jähriger Usbeke. Das bestätigte die schwedische Polizei. Schwedische Medien hatten zuvor berichtet, der festgenommene Verdächtige stamme aus Usbekistan und sei ein Anhänger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).

+++ Für die Opfer des Lkw-Anschlags in Stockholm soll es am Montagmittag eine Gedenkfeier und eine landesweite Schweigeminute geben. Das kündigte Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven am Samstag an, nachdem er einen Strauß roter Rosen in der Nähe des Tatorts niedergelegt hatte.

+++ Um 13.30 Uhr will die schwedische Polizei bei einen Pressekonferenz die neusten Details präsentieren. In Deutschland überträgt der Ereigniskanal PHOENIX die Konferenz live. Sie finden den Livestream hier.

+++ Schwedens Kronprinzessin Victoria (39) und ihr Mann Prinz Daniel (43) haben am Tag nach dem Lkw-Anschlag in Stockholm in der Nähe des Tatorts rote Rosen niedergelegt. „Ich fühle große Trauer und Leere“, sagte die Thronfolgerin laut der Boulevardzeitung „Aftonbladet“ am Samstag. „Aber ich fühle trotzdem eine Stärke, denn die Gesellschaft hat mit enormer Kraft gezeigt, dass wir uns dem hier entgegensetzen.“ Auf die Frage eines Reporters, wie das Land durch diese schwere Zeit kommen solle, antwortete Victoria demnach: „Zusammen.“

+++ Bei den Ermittlungen zu dem Stockholmer Lkw-Anschlag hat Schweden auch zu den deutschen Behörden Kontakt aufgenommen. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte am Samstag der Nachrichtenagentur AFP, er könne bestätigen, dass in dem Fall "natürlich die deutschen Sicherheitsbehörden in engem Kontakt mit den schwedischen sind". Zum Inhalt des Austauschs wollte er sich unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht äußern. Die Sendung "Ekot" des schwedischen Rundfunks hatte am Samstagmorgen berichtet, "deutsche Behörden" hätten bestätigt, dass der festgenommene mutmaßliche Attentäter aus Usbekistan stamme. Ob der Verdächtige Verbindungen zu Deutschland habe, sei unklar.

+++ Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Karin Rosander, sagte AFP, dem Mann würden "terroristische Tötungen" zur Last gelegt. Sie führte aus, dass das schwedische Strafrecht mehrere Verdachtsstufen vorsehe und dass für den Verdächtigen die höchste Verdachtsstufe gelte. Zur Identität des Verdächtigen wollte sich die Staatsanwaltschaft nicht äußern.

Der zweite Festgenommene soll der Fahrer sein

+++ Wie die Polizei in Stockholm am Samstagmorgen mitteilt, gilt es als gesichert, dass der zweite Verdächtige, der in Gewahrsam genommen wurde, auch der Fahrer des LKW war. "Wir haben den Verdacht, dass der Mann, der festgenommen wurde, der Angreifer ist", sagte Polizeisprecher Lars Byström am Samstag der Nachrichtenagentur AFP.

+++ Im Norden Stockholms wurde am frühen Samstagmorgen ein weiterer Verdächtiger im Zusammenhang mit dem Anschlag in Gewahrsam genommen. Der Zeitung Aftonbladet zufolge, soll es sich um einen 39-jährigen, usebkischen Sympathisanten der Terrormiliz IS handeln. Der LKW, der für den Anschlag verwendet wurde, war in der Nacht zum Samstag zu Untersuchungen abtransportiert worden.

+++ Der schwedische Ministerpräsident Stefan Löfven hat den Anschlag von Stockholm als verabscheuungswürdige Tat verurteilt. „Schweden wird sich nicht durch diese abscheulichen Mörder einschüchtern lassen“, sagte er am Freitagabend auf einer Pressekonferenz. „Es fühlt sich so furchtbar an, was passiert ist. Unschuldige Menschen sind getroffen worden.“ Ziel des Terrorismus sei es, die Demokratie zu untergraben. „Aber so ein Ziel wird in Schweden nie erreicht werden.“

+++ Ministerpräsident Stefan Löfven hat am Freitagabend den Anschlagsort in Stockholm besucht. Im schwedischen Fernsehen war zu sehen, wie er in der großen Einkaufsstraße im Zentrum der Stadt Rosen niederlegte.

Polizei geht von Terroranschlag aus

+++ Bei der Lkw-Attacke von Stockholm gehen die Ermittler von einem Terroranschlag aus. „Wir haben eine Arbeitshypothese, dass das hier eine Terrortat ist“, sagte ein Polizeisprecher am Freitagabend auf einer Pressekonferenz in Stockholm. Er bestätigte zugleich die Festnahme eines Mannes. Der Mann stimme mit Beschreibungen einer Person überein, die sich in der Nähe des Tatorts aufgehalten haben soll. Ob es sich aber um den Täter handelt, war zunächst unklar.

„Wir haben eine Anzahl von Personen kontrolliert, die interessant waren, und vor einer Weile eine Person festgenommen, an der wir besonders interessiert sind“, sagte ein Polizeisprecher. Der Festgenommene habe sich in einem Laden auffällig verhalten. Deshalb sei eine Polizeistreife auf ihn aufmerksam geworden und habe ihn festgenommen.

+++ Nach dem Lkw-Anschlag in Stockholm fahndet die Polizei weiter nach dem Täter. Ein am Freitagabend in einem Vorort von Stockholm festgenommener Mann sei nicht derjenige, der den Lkw durch eine Menschenmenge in der Innenstadt gesteuert habe, erklärte ein Polizeisprecher bei einer Pressekonferenz. 

+++ Bei dem mutmaßlichen Anschlag in Stockholm sind vier Menschen gestorben und 15 verletzt worden. Das bestätigte die schwedische Polizei am Freitagabend auf ihrer Webseite, nachdem zuvor aus verschiedene Quellen unterschiedliche Opferzahlen veröffentlicht wurden. Es handle sich aber um vorläufige Angaben, so die Polizei. „Eine Person wurde festgenommen, die Verbindungen zu dem Fall haben kann“, schrieb die Polizei. „Mehr können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht über die Festnahme sagen.“ 

+++ Nach dem Lkw-Anschlag in Stockholm ist am Freitag eine Person festgenommen worden. Das bestätigte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur.

+++ Die Angaben über die Opferzahlen widersprechen sich nach dem Anschlag von Stockholm am Freitagabend: während die schwedischen Gesundheitsbehörden im Moment von einem Todesopfer und 15 Verletzten berichten, sind laut schwedischer Medien vier Menschen ums Leben gekommen. Das berichteten mehrere Zeitungen unter Berufung auf die Nachrichtenagentur TT.   

+++ Bei dem Anschlag in der Stockholmer Innenstadt ist ein Mensch getötet worden. 15 weitere wurden nach Angaben der schwedischen Gesundheitsbehörden bei dem Lkw-Anschlag am Freitag zum Teil schwer verletzt, darunter mehrere Kinder.

+++ Die Stadt Stockholm hat öffentliche Gebäude für Bürger geöffnet, die aufgrund von Verkehrsbehinderungen nicht mehr nach Hause kommen können. Das meldeten die Stadt und der schwedische Kriseninformationsdienst „Krisinformation“ am Freitag. Mehrere öffentliche Gebäude in der Hauptstadt wie eine Schule stünden den Bürgern am Abend offen. Wegen des mutmaßlichen Anschlags ist der Verkehr von U-Bahnen, Bussen und Zügen im Zentrum Medienberichten zufolge stillgelegt worden

Attacke in Stockholm: Lastwagen soll Brauerei-Fahrer geraubt worden sein

+++ Der Lastwagen, der in Stockholm in eine Menschenmenge gefahren worden war, stammt Medienberichten zufolge von einer Brauerei. Ein Sprecher der Brauerei Spendrups sagte dem schwedischen Radio, der Fahrer habe gerade ein Restaurant in der Drottninggatan im Zentrum der schwedischen Hauptstadt beliefern wollen. Er habe hinten am Laster gestanden, um ihn aufzuschließen, als ein Maskierter vorne in die Fahrerkabine gesprungen und mit dem Wagen weggefahren sei. Der Brauerei-Fahrer habe versucht, den Mann zu stoppen, wurde dabei angefahren, habe aber keine ernsten Verletzungen erlitten.

+++ Wegen des mutmaßlichen Terroranschlags in Schweden sind die Telefonnetze teilweise überlastet. Das berichtete der nationale Kriseninformationsdienst „Krisinformation“ am Freitag im Kurznachrichtendienst Twitter. Der Notfallinfodienst forderte die Bevölkerung auf, soziale Medien zur Kommunikation zu nutzen und nicht unbegründete Gerüchte zu verbreiten.

+++ Nach dem Lkw-Anschlag in Stockholm fahndet die schwedische Polizei nach dem Täter. Der Fahrer des Lastwagens sei noch nicht gefasst, erklärte die Polizei am Freitagnachmittag und veröffentlichte Videoaufnahmen eines Verdächtigen.

+++ Als Geste des Gedenkens nach dem mutmaßlichen Anschlag in Stockholm schaltet Paris die Beleuchtung des Eiffelturms ab. Das Wahrzeichen solle in der Nacht zum Samstag von Mitternacht an im Dunkeln liegen, teilte Bürgermeisterin Anne Hidalgo auf Twitter mit. Damit solle an die Opfer erinnert werden. Die französische Hauptstadt nutzt den jährlich von rund sieben Millionen Menschen besuchten Turm häufiger, um nach Anschlägen ein Zeichen der Solidarität zu setzen - zuletzt wurden etwa nach den Attacken von Sankt Petersburg und London die Lichter ausgeschaltet.

+++ Auch Stunden nach dem mutmaßlichen Anschlag von Stockholm ist das Ausmaß nach Angaben der Behörden noch unklar. „Wir wissen nicht, ob es eine Einzeltat ist oder ob wir mit mehr rechnen müssen“, sagte Reichspolizeichef Dan Eliasson am Freitag auf einer Pressekonferenz in Stockholm. Zur Zahl der Toten und Verletzten konnte er noch keine genauen Angaben machen. „Es gibt so viele Aussagen, die kursieren, deshalb ist es besser zu warten“, fügte er hinzu. „Das hier ist eine schwarze Stunde für die Angehörigen und die Opfer“, sagte Eliasson.

+++ Alle Kinos und viele Theater in Stockholm und Umgebung haben Medienberichten zufolge ihr Abendprogramm eingestellt. Das berichtete unter anderem die öffentlich-rechtliche Fernsehgesellschaft Sveriges Television AB am Freitag.

+++ Die schwedische Polizei hat eine Hotline für besorgte Angehörige freigeschaltet. Sie könnten im schwedischen Telefonnetz unter der Nummer 11414 und der Direktwahl 9 die Polizei kontaktieren, schrieb die Polizei am Freitag auf Twitter.

+++ Bei einer Durchsuchung des Lastwagens habe man nichts Gefährliches wie etwa Sprengstoff entdeckt, schreibt die schwedische „Aftonbladet“.  

+++ Die Polizei stellte klar: Bislang gab es im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Attentat noch keine Festnahme.

+++ Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat erschüttert auf den mutmaßlichen Anschlag mit einem Lastwagen in Stockholm reagiert. Er habe während seines Besuchs in Athen „von dem brutalen Angriff auf unschuldige Menschen in Stockholm erfahren“, schrieb das Staatsoberhaupt am Freitag in einer Mitteilung. „Auch wenn die Hintergründe noch unklar sind: Unsere Gedanken und unsere Solidarität sind bei den Opfern und Verletzten, bei unseren schwedischen Freunden und allen Menschen in Stockholm“, ergänzte er.

+++ Der Anschlag in Stockholm erinnert an mehrere Attentate, bei denen Fahrzeuge als tödliche Waffen eingesetzt wurden. Wie bei dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt im Dezember kam auch in Stockholm ein Lastwagen als Waffe zum Einsatz. Noch ist unklar, ob auch das Attentat in Schweden einen islamistischen Hintergrund hat.

+++ SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat sich bestürzt über den mutmaßlichen Terroranschlag in Schwedens Hauptstadt geäußert. „Bin schockiert über den Anschlag in Stockholm“, schrieb Schulz am Freitag auf Twitter. Seine Gedanken seien bei den Opfern und ihren Angehörigen. „Terror wird niemals siegen“, fügte der SPD-Chef hinzu.

+++ Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in Berlin gab es zunächst keine Informationen über Deutsche unter den Opfern in Stockholm.

+++ Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat mit Bestürzung auf den mutmaßlichen Terrorangriff in Stockholm reagiert. „Die Nachrichten, die aus Stockholm kommen, sind schrecklich“, schrieb Stoltenberg am Freitag über den Kurznachrichtendienst Twitter. „Mein tiefes Mitgefühl gilt allen, die betroffen sind.“ Die Nato stehe an der Seite des trauernden schwedischen Volkes.

+++ Die Europäische Union hat bestürzt auf den mutmaßlichen Terroranschlag in Stockholm reagiert. „Ein Angriff auf einen unserer Mitgliedsstaaten ist ein Angriff auf uns alle“, erklärte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker am Freitag in Brüssel. Schweden könne auf Solidarität und jede erdenkliche Hilfe zählen. „Unsere Gedenken sind beim schwedischen Volk“, erklärte Juncker. Er sprach den Familien der Opfer im Namen der Kommission sein Beileid aus und würdigte den Einsatz der Rettungskräfte.

+++ Das Auswärtige Amt hat Reisende in der Hauptstadt Stockholm zur Vorsicht aufgerufen. "Reisenden wird geraten, vorerst in ihren Unterkünften zu verbleiben und die Lageentwicklung über die Medien und diese Reise- und Sicherheitshinweise zu verfolgen", erklärte das Auswärtige Amt am Freitag in seinen Reise- und Sicherheitshinweisen für Schweden. "Den Anweisungen der Sicherheitskräfte ist unbedingt Folge zu leisten", hieß es darin weiter.

+++ Die Bundesregierung hat der schwedischen Bevölkerung nach dem mutmaßlichen Lkw-Attentat in Stockholm ihre Solidarität versichert. „Wir stehen zusammen gegen den Terror“, erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag auf Twitter.

Auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) erklärte: "Meine Gedanken und mein tiefes Mitgefühl sind bei jenen, die so jäh aus dem Leben gerissen worden sind und bei ihren Angehörigen." Er fügte hinzu: "Wir wissen noch nicht, ob es Bezüge zum internationalen Terrorismus gibt, auch wenn erste Bilder diesen Gedanken aufkommen lassen." Für die Sicherheitsbehörden sei diese Frage wichtig und müsse geklärt werden. Für die Opfer und ihre Angehörigen sei die Motivation für diese „furchtbare Tat“ zweitrangig.

+++ Auch der Hauptbahnhof Stockholms wurde geräumt. Das berichtete die öffentlich-rechtliche Fernsehgesellschaft Sveriges Television AB am Freitag unter Berufung auf den Pressedienst der Schwedischen Bahn.

+++ Facebook hat nach dem möglichen Anschlag in Stockholm seinen „Sicherheitscheck“ aktiviert. Nutzer in Stockholm können darüber Freunden mitteilen, dass sie in Sicherheit sind. Der Service war bei Terroranschlägen in den vergangenen Monaten immer wieder aktiviert worden. Der „Safety Check“ war ursprünglich unter dem Eindruck des Tsunami 2011 in Japan für den Fall von Naturkatastrophen entwickelt worden.

+++ Die schwedischen Sicherheitsbehörden haben Medienberichte zufolge wichtige Gebäude in der Innenstadt abgeriegelt. Der Gebäudekomplex Rosenbad, Sitz der schwedischen Regierung, das Parlamentsgebäude und das Königsschloss sind demnach von der Polizei abgesperrt worden. Die Polizei bittet die Bevölkerung in geschlossenen Räumen zu bleiben und sich vom Zentrum fernzuhalten.

Polisen uppmanar människor att stanna hemma och undvika city. Sprid detta till de ni känner.

+++ Das Personal des Universitätskrankenhauses Karolinska-Institut bei Stockholm ist Medienberichten zufolge in Alarmbereitschaft versetzt worden. Zusätzliches Personal sei angefordert worden. Alle Ärzte seien gebeten worden, sich einzufinden.

Königsfamilie reagiert bestürzt

+++ Die schwedische Königsfamilie hat schockiert auf das mögliche Attentat mit einem Kleinlaster in Stockholm reagiert. „Ich und die gesamte Königsfamilie haben mit größter Bestürzung die Informationen über das Attentat am Nachmittag in Stockholm entgegengenommen“, schrieb König Carl XVI. Gustaf am Freitag auf der Homepage der Königsfamilie. „Wir folgen der Entwicklung, aber vorerst gehen unsere Gedanken an die Getöteten und deren Familien.“

+++ Der schwedische Ministerpräsident Stefan Löfven bestätigte eine Festnahme in Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Attentat.

+++ Der Lastwagen wurde offenbar gestohlen. Ein Fahrer einer Brauerei sagte dem „Aftonbladet“, er habe gerade eine Lieferung für ein Restaurant im Zentrum Stockholms ausgeliefert, als ein Mann ins Führerhaus sprang und davonfuhr. 

+++ Ein Augenzeuge des Vorfalls berichtete dem schwedischen „Aftonbladet“ gegenüber, er sei in einem Schuhgeschäft gewesen, als er Schüsse hörte. „Dann fingen Leute an zu kreischen.“ Als er nach draußen sah, habe er einen großen Laster gesehen. „Ich habe Menschen gesehen, die mit einer Decke abgedeckt wurden“, sagte eine andere Augenzeugin im Fernsehen.

Ausnahmezustand in Stockholm: Lkw fährt durch Fußgängerzone - Bilder

+++ Die Polizei hat die Meldung von drei Toten des mutmaßlichen Anschlags bestätigt. Zudem sprach sie von mehreren Verletzten. Zu deren Zahl und zur Schwere der Verletzungen könne man aber noch keine Angaben machen, hieß es auf Twitter.

+++ Über dem Zentrum der Stadt kreisen Hubschrauber, bewaffnete Polizisten haben Stellung bezogen, viele von ihnen tragen Gasmasken.  

+++ Die Züge im Stockholmer Zentrum stehen Medienberichten zufolge still. Der Verkehr von Zügen und U-Bahnen sei stillgelegt worden, berichten schwedische Medien.

+++ „Wir haben erste Angaben darüber, dass Menschen verletzt sind“, sagte ein Polizeisprecher dem schwedischen Fernsehsender SVT am Freitag. Nach Angaben des schwedischen Radios soll es mindestens drei Tote geben. 

+++ SVT-Reporter vor Ort berichteten von einem Brand auf der Einkaufsstraße und völligem Chaos. Fernsehsender zeigten Bilder von dichtem Rauch, der über dem Anschlagsort stand. Durch die Stadt fahre ein Polizeiwagen, aus dem Beamte „Warnung vor einer Terrortat“ riefen. Die Polizei war zunächst für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

+++ Auf den sozialen Medien sind entsprechende Bilder von der Drottninggata, der größten Einkaufsstraße in der Innenstadt von Stockholm, zu sehen. 

+++ Ein Video zeigt Rettungskräfte, die sich um einen am Boden liegenden Menschen kümmern. Auf einem anderen Video sind Menschen zu sehen, die von dem Tatort flüchten.

dpa/hn/afp/js

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