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Salzburgerin wüst beschimpft, weil sie ihr Baby in der Kirche stillte

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Von: Raffaela Maas

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Eine Mutter stillt ihr Baby.
Viele Mütter, die in der Öffentlichkeit stillen, haben schon Anfeindungen erlebt. (Symbolbild) © IMAGO/ Addictive Stock/ Antonio Ovejero

Weil sie ihr Baby wegen Schlechtwetters in einer Kirche stillte, wurde Julia-Marie R. von einem fremden Mann wüst beschimpft.

Österreich - Laut einer aktuellen Umfrage von MAM Babyartikel, an der mehr als 1.900 Frauen in Deutschland, Österreich und der Schweiz teilgenommen haben, gaben über 70 Prozent der Mütter an, zu stillen oder gerne gestillt zu haben. Dabei haben mehr als zwei Drittel bereits negative Reaktionen in der Öffentlichkeit erlebt. Fast 40 Prozent der Frauen ist das Stillen in der Öffentlichkeit deshalb unangenehm.

„Im Rahmen der Umfrage haben wir zahlreiche Erfahrungsberichte von Müttern erhalten, die uns von unaufgeforderten, teilweise sehr übergriffigen Bemerkungen und Ratschlägen erzählten. Egal, ob es um das Stillen oder das Füttern mit dem Fläschchen geht - Mütter sind mit einem regelrechten ‚Mumsplaining‘ konfrontiert“, erklärte Eline Strobl von MAM Baby Österreich.

Mutter wüst beschimpft, weil sie ihr Kind in einer Kirche stillte

Auch die Salzburgerin Julia-Marie R., erlebte Anfeindungen wegen des Stillens in der Öffentlichkeit. Die Mutter einer Tochter (5) und eines Sohnes (sechs Monate) erzählte heute.at von ihrem unschönen Erlebnis. Als ihr Sohn gerade einmal zwei Monate alt war, musste sie ihn in der Basilika Mariazell, in Niederösterreich, füttern. Aufgrund eines Unwetters und des großen Hungers ihres Babys suchte sie in der Kirche Zuflucht, die zu dem Zeitpunkt kaum besucht war.

Während die junge Mutter gerade stillte, wurde ein fremder Mann auf sie aufmerksam und beschimpfte sie übelst, obwohl sie „keinen Millimeter nackte Haut entblößte“, so heute.at. Verärgert habe sie dem Fremden geantwortet: „Die halbe Kunstgeschichte besteht aus dem nackten Busen der Gottesmutter. Oder wollen sie mir jetzt erklären, Maria hätte Jesus mit einem Flascherl aufgezogen!“

Stillen in der Öffentlichkeit „nichts Sexuelles“

Für Julia-Marie R. ist Stillen das Natürlichste der Welt. Sowohl peinlich betretenes Wegschauen als auch gieriges Hingaffen findet die Salzburgerin befremdlich. „Ich kann nicht verstehen, was daran so unangenehm sein muss. Es hat nichts Sexuelles und in der Sauna wackeln wir ja auch u.a. mit nacktem Busen durch die Gegend. Außerdem klatscht man seine Brust auch nicht in der Öffentlichkeit auf den Tisch, sondern bedeckt sich, bzw. hat eine eigene Methode entwickelt, wie der kleine hungrige Brüllaffe den schnellsten Weg zur Quelle findet“, erklärte sie heute.at.

Sängerin und Zweifach-Mutter Sarah Engels verriet kürzlich ihren Followern auf Instagram, wo sie ihre kleine Tochter Solea Liana am liebsten stillt. (rrm)

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