Himmelsphänomen

Sternschnuppen im April 2018: So sehen Sie die Lyriden heute Abend

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Lyriden am Himmel über Myanmar.

Sternschnuppen im April 2018: Heute Abend sind die Lyriden am Himmel über Deutschland zu sehen. Das müssen Sie zu den Meteoren wissen.

Sternschnuppen im April 2018: Was sind die Lyriden

Wer in der Schule Latein gelernt hat, ist klar im Vorteil. „Lyra“ heißt auf Deutsch nämlich Leier. Gemeint ist jenes Zupfinstrument, das Troubadix, der Barde aus den Asterix-Comics, immer quält - und dafür regelmäßig gefesselt und geknebelt wird. Was das mit den Lyriden zu tun hat? Ihr Ausstrahlungspunkt liegt im Sternbild Leier. Der Ausstrahlungspunkt - Astronomen nennen ihn auch Radiant - ist jener Punkt am Himmel, das dessen Richtung die Sternschnuppen zu kommen scheinen. 

Die Lyriden sind sehr schnelle Sternschnuppen, die mit Geschwindigkeiten um die 50 Kilometer pro Sekunde (umgerechnet: 180.000 km/h) in die Erdatmosphäre eindringen und dort verglühen. Zum Vergleich: Mit dem Tempo der Lyriden würde man den Mond von der Erde aus in zwei Stunden dauern. Das kriegt nur Superman schneller hin! (Werte Astro-Fans, sparen Sie sich die E-Mails, wir wissen, dass er nur eine Comic-Figur ist, die Vorstellung ist trotzdem cool!)

Wann kann man die Lyriden im April 2018 am besten sehen? 

  • Im Zeitraum vom 16. bis 25. April sind die Sternschnuppen der Lyriden am Himmel über Deutschland zu sehen
  • Das Maximum erreichen die Lyriden in der heutigen Nacht auf den 23. April 2018 (Montag).

Astronomen gehen davon aus, dass heute Nacht bis zu 20 Sternschnuppen pro Stunde am Himmel aufblitzen. Was ungefähr doppelt so viel ist wie in einer normalen Nacht, in der mit bloßem Auge im Schnitt fünf bis zehn Meteore am Himmel zu sehen sind. Meteor ist übrigens der wissenschaftliche Name für eine Sternschnuppe.

Im Vergleich zu anderen Sternschnuppen-Regen sind die 20 Meteore pro Stunde auch recht wenig. Zum Vergleich: Beim Perseiden-Regen im vergangenen August waren bis zu 150 Sternschnuppen pro Stunde zu sehen. 

Sternschnuppen im April 2018: Video zeigt, wie die Lyriden aussehen

Lyriden: Wie, wo und wann man die Sternschnuppen im April 2018 heute am besten sehen?

Die beste Beobachtungszeit sind die Stunden nach Mitternacht, wenn Wega in der Leier im Nordosten steht. Heute stört auch kein Mondlicht die Beobachtung der Lyriden: Am 22. und 23. ist der zunehmende Halbmond schon untergegangen, wenn man in den frühen Morgenstunden nach den Lyriden Ausschau hält.

Den besten Blick auf die Lyriden hat man abseits der Ballungsräume. In Städten und größeren Ortschaften wird der Nachthimmel durch viele künstliche Lichtquellen aufgehellt. Das erschwert das Erkennen der Lyriden. 

Astronomen empfehlen, dass Lyriden-Gucker sich möglichst einen hübschen Ort weit weg von der Großstadt suchen sollten. Am besten eignet sich ein Ort mit möglichst wenig Licht. Auf einem Berg sind wohl die besten Sichtbedingungen gegeben.

Wo genau sehe ich die Lyriden heute am Himmel?

Der Ausstrahlungspunkt der Lyriden ist heute im Sternbild Leier. Zu diesem Sternbild gehört auch einer der hellsten Sterne, die Sie am Nachthimmel erkennen können: Wega.

Wenn Sie sich nicht gut mit Astronomie auskennen, hilft Ihnen diese Information auch nicht weiter. Deswegen empfehlen wir einen Blick auf die Seite astrokramkiste.de, die sehr gut erklärt, wie Sie das Sternbild Leier und den Stern Wega am Himmel finden können. 

Wetter am Abend: Sternschnuppenregen in der Nacht

Lyriden im April 2018: Wie ist heute die Wetterprognose zum Sternschnuppen-Gucken?

Sternschnuppen-Freunde sollten heute den Nachthimmel im Blick behalten. Am Montagfrüh ist der Himmel vielerorts bedeckt, im Norden regnet es sogar. „Die Beobachtungschancen sind dann noch im Süden und Osten am besten“, sagte eMteorologe Thomas Ruppert vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach.

Wie sind die Lyriden eigentlich entstanden?

Als Quelle der Lyriden wurde der Komet Thatcher (C/1861 G1) ausgemacht. Er umrundet die Sonne auf einer langgestreckten Ellipsenbahn in 415 Jahren. Entdeckt wurde der Komet am 4. April 1861 von Albert E. Thatcher von Manhattan (New York) aus. Thatcher war Amateurastronom und hatte sich von einem Freund ein Fernrohr ausgeliehen.

In manchen Jahren gab es deutlich höhere Fallraten. So wurden 1982 in Nordamerika 250 Lyriden pro Stunde gezählt. Einen regelrechten Ausbruch gab es 1922, als in Polen bis zu 600 Meteore in einer Stunde registriert wurden. Die Aktivitäten der Lyriden lassen sich weit in die Vergangenheit verfolgen. So berichtete der chinesische Provinzfürst Zhuang im Jahre 687 vor Chr., dass es im Frühjahr „Sterne regnete“.

Der Komet ist inzwischen teilweise zerfallen. Manche Trümmerwolken sind durch die Schwerkraft der großen Planeten in neue Bahnen gezwungen worden.

Weiteres Highlight im astronomischen Jahr

Eines der größten Ereignisse, das 2018 am Himmel stattfindet, ist von Deutschland aus leider nicht zu sehen. Bei der partiellen Sonnenfinsternis im August wird die Sonne im Maximum zu 70 Prozent verdeckt. Einen Tag später erreichen die Sternschnuppen der Perseiden 2018 ihr Maximum.

Lesen Sie auch auf Merkur.de*: Auf der Sonne haben sich Löcher gebildet - mit Folgen für die Erde

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

fro/dpa

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