Eklat in der A-Klasse

Spiel wegen Massenschlägerei abgebrochen: Türk Spor Rosenheim kassiert sieben Rote Karten

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Es hätte ein schöner Kick werden können bei sonnigem Wetter. Stattdessen endete das Spiel zwischen dem SV Prutting und Türk Spor Rosenheim mit einem brutalen Eklat! 

Prutting - Im Landkreis Rosenheim eskalierte ein Amateurspiel der A-Klasse (Kreis Inn/Salzach) am Sonntagnachmittag völlig! Es musste in der 60. Spielminute abgebrochen werden, als es zu einer Massenschlägerei auf dem Platz kam. 

So kam es zum Eklat

Wie die Polizei mitteilte, war ein Freistoß zum Ausgleichstor für den Tabellenletzten SV Prutting der Auslöser für den Tumult. Zusätzlich zum Freistoß wurde in der 59. Minute nämlich auch noch ein Spieler von Türk Spor Rosenheim mit einer roten Karte vom Platz gestellt. Die Auswärtsmannschaft fühlte sich benachteiligt und mehrere Spieler bedrängten daraufhin den Schiedsrichter nach dem 2:2. Daraufhin mischten sich auch Spieler des SV Prutting ein, es kam zu einem Handgemenge, das in einer wilden Schlägerei endete. 

In einem Facebook-Video von „Chiemgau Fußball“ ist der Spielabbruch zu sehen. Mehrere Spieler schubsten, traten und schlugen sich. Auch Zuschauer mischten sich ein. Zu sehen ist auch, wie einige verängstigte Mütter mit Kindern Abstand suchten. Unklar ist, wer zuerst zuschlug. Auf Facebook gibt es darüber Diskussionen, wer letztlich die Eskalation auslöste.  

Die unglaubliche Bilanz: Sieben Spieler von Türkspor Rosenheim erhielten Platzverweise! Laut dem BfV-Spielbericht sahen fünf Spieler in der besagten 60. Spielminute rote Karten. Die Polizei wertet nun die Zeugenaussagen und Handyvideos als Beweismittel aus. 

In einer Stellungnahme auf Facebook erklärte der SV Prutting, dass Ordner und ein Spieler des Vereins verletzt ins Krankenhaus gebracht werden mussten: „Unsere Ordner, welche den Schiedsrichter in seine Kabine begleiten wollten, wurden hier von gegnerischen Spielerin mit Tritten gegen den Kopf verletzt und ins Klinikum gebracht.“

Laut dem SV Prutting, wurde der Schiedsrichter auch nach Abbruch des Spiels und im Netz weiter beschimpft: „Wenn ein Schiedsrichter sich in der Kabine einsperren muss, um sich vor Angriffen zu schützen, so hat das nichts mit unserem Fußball zu tun. Worte wie‚Hurensohn‘, ‚Nazischwein‘ und ‚Arschloch‘ haben gegen einen Schiedsrichter nicht zu fallen.“ Ein Statement von Türk Spor Rosenheim liegt zur Zeit noch nicht vor. 

Weitere Schiedsrichter-Attacken im Raum Rosenheim

Die Attacke auf den Schiedsrichter am Sonntag ist kein Einzelfall im Landkreis Rosenheim, wie rosenheim24.de* berichtet. Bereits im Jahr 2016 kam es zu einem Skandal bei einem Fußballspiel. Ein Schiedsrichter wurde bei der Begegnung zwischen FC Bosnia i Hercegovina Rosenheim gegen SV DJK Kolbermoor II gewürgt und zu Boden geworfen

Einen besonders brutalen Angriff gab es 2012, als ein Spieler des FC Iliria einen Schiedsrichter niederschlug. Die Folge: Kieferbruch, ein zerfetztes Trommelfell, sowie psychische Beschwerden wie Angstzustände, Schlafstörungen und eine Sehstörung. Der Täter wurde zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr und zwei Monaten ohne Bewährung sowie der Zahlung eines Schmerzensgeldes in Höhe von 15.000 Euro verurteilt.

Lesen Sie hier den tz.de-Gastbeitrag eines Schiedsrichters: Was ich über die aggressiven Eltern am Spielfeld denke.

*rosenheim24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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