Alle Entwicklungen im News-Ticker

Corona in Spanien: RKI erklärt auch Kanaren zum Risikogebiet - das sollten Urlauber nun wissen

Das Robert-Koch-Institut hat am Mittwochabend auch die Kanarischen Inseln und damit ganz Spanien zum Risikogebiet erklärt. Der News-Ticker.

Update vom 9. September, 17.22 Uhr: In Spanien steigt die Zahl der Corona-Todesfälle deutlich an. Auch in Frankreich lässt sich ein besorgniserregender Trend erkennen.

Update vom 7. September, 12.56 Uhr: Corona trifft Spanien derzeit mit voller Wucht. Insbesondere die Region Madrid ist betroffen. Auf Mallorca spielen sich unwirkliche Helikopter-Szenen ab.

Update vom 2. September, 19.20 Uhr: Wegen der gestiegenen Zahl von Corona-Neuinfektionen hat die Bundesregierung auch die Kanarischen Inseln und damit ganz Spanien als Risikogebiet eingestuft. Das Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlichte am Mittwoch eine aktualisierte Liste der Corona-Risikogebiete.

Das bedeutet, dass für Reiserückkehrer aus ganz Spanien nun eine Test-Pflicht besteht. Zudem müssen sich Einreisende aus einem Risikogebiet unmittelbar an ihren Zielort begeben und sich dort häuslich absondern, bis ein negatives Testergebnis vorliegt. Darüber hinaus müssen sich die Rückkehrer bei der für Sie zuständigen Behörde melden.

Lange galt Schweden als absoluter Sieger der Corona-Krise, schaffte es das Land doch ohne einen Lockdown durch die Zeit. Doch nun zeigt sich: das Coronavirus hat in Schweden mehr angerichtet, als bislang angenommen.

Coronavirus in Spanien: Ganze Gemeinde abgeriegelt - „kommt ohne Polizeikontrolle niemand rein oder raus“

Update vom 1. September, 14.30 Uhr: Spanien kämpft gegen Corona, doch eine Rückkehr in den Alltag vor Covid-19-Zeiten ist aktuell meilenweit entfernt.

Das gilt insbesondere für ein Dorf in der Region Kastilien und León: Cantalejo, rund eineinhalb Auto-Stunden nördlich von Madrid. Die Gemeinde mit mehr als 3.500 Einwohnern wurde von der Guardia Civil abgeriegelt, weil es dort viele neue Coronavirus-Fälle gibt. Das berichtet der Weltspiegel der ARD. Demnach „kommt ohne Polizeikontrolle niemand rein oder raus“. Die Bürger werden gebeten, ihre Häuser nicht zu verlassen.

Corona-Pandemie in Spanien: Kritik von Medizinern - zu wenige Covid-19-Tests

Weil sie die heimtückische Lungenkrankheit einfach nicht eindämmen lässt, werden mehr und mehr Vorwürfe gegenüber den Behörden laut. So kritisieren Mediziner in Spanien: Es werde zu wenig und zu spät auf den Erreger SARS-CoV-2 getestet.

„Wir müssten viel mehr tun als im Moment geschieht. Wir brauchen mehr Leute, damit wir Infektionen zurückverfolgen und Infizierte in Quarantäne schicken können", erzählte der Mediziner Quique Bassat vom Hospital Sant Joan de Deu Barcelona in dem Beitrag des ARD-Weltspiegels.

Saragossa: Ein Feldlazarett steht wegen steigender Corona-Fälle auf dem Parkplatz des klinischen Krankenhauses.

Mittlerweile gehen in Madrid täglich Test-Teams in den Arbeitervierteln herum und nehmen Proben, dort, wo es dem Bericht zufolge die meisten Neuinfektionen mit dem heimtückischen Coronavirus gibt. Parallel werden immer mehr Einzelheiten zur Corona-Pandemie in Spanien bekannt: So sollen fast 20.000 Menschen in spanischen Pflegeeinrichtungen an einer und/oder mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben sein.

Coronavirus in Spanien: Über 23.500 neue Covid-19-Infektionen

Update vom 01. September, 13.30 Uhr: Die Corona-Zahlen aus Spanien nehmen dramatischere Ausmaße an. Konkret: Laut Johns Hopkins Universität kamen zwischen dem vergangenen Wochenende und Montag, 31. August, 23.572 neu registrierte Covid-19-Fälle hinzu. 83 Menschen starben demnach mit und/oder durch das Coronavirus.

Zum Vergleich: In Italien starben derselben Quelle nach im gleichen Zeitraum sechs Menschen mit einer Corona-Erkrankung, in Deutschland gab es am Montag zum Glück kein einziges Todesopfer mit Covid-19-Symptomen zu beklagen.

Im Schnitt werden in Spanien täglich mittlerweile deutlich über 7.000 Infektionen mit der heimtückischen Lungenkrankheit nachgewiesen.

Corona-Pandemie in Spanien: Die Krankenhäuser in Madrid füllen sich

Update vom 1. September, 12.45 Uhr: Die Hauptstadt Madrid steht in der zweiten Welle der Coronavirus-Pandemie in Spanien weiter im Fokus.

Wie die Costa Nachrichten* schreiben, stieg die Zahl der Einweisungen in lokale Krankenhäuser in Madrid auch wegen Corona* innerhalb von zehn Tagen um 70 Prozent. Die Zahl der Einweisungen auf Intensivstationen erhöhte sich im selben Zeitraum sogar um 73 Prozent.

Corona-Pandemie in Spanien: Wieder trifft Covid-19 Madrid hart

Erstmeldung vom 30. August: Die spanische Millionenstadt Madrid ist der geografische, politische und kulturelle Mittelpunkt des Landes. In Zeiten der Corona-Pandemie geriet Madrid jedoch auch zum Epizentrum der Infektionszahlen.

Als sich das Virus im März immer stärker ausbreitete, war es insbesondere die Hauptstadt, welche am stärksten mit den Folgen von Covid-19 zu kämpfen hatte. Es folgte ein rigoroser Lockdown, der die Wirtschaft lahmlegte, sich in puncto Corona-Zahlen aber auszuzahlen schien. Nach einer Phase der Entspannung ist die Lage aktuell aber wieder angespannt - und Madrid einmal mehr am stärksten von der Pandemie betroffen.

Corona in Spanien: Steigende Infektionszahlen - vor allem in Madrid

Das spanische Gesundheitsministerium hat am Freitagabend mit 3.829 neuen Fällen binnen 24 Stunden deutlich weniger Infektionen als am Donnerstag gemeldet, als es noch 6.000 neue Fälle waren. Dennoch ist die Lage in dem Land beunruhigend, denn die Neuinfektionen entsprechen teilweise dem Niveau der Corona-Hochzeiten.

Besonders angespannt ist die Situation in Madrid. Laut Johns-Hopkins-Universität sind 108.374 der insgesamt 439.286 Corona-Fälle Spaniens in der autonomen Region Madrid lokalisiert. Dieser Anteil entspricht fast einem Viertel (24,7 Prozent) der aktuellen Fälle. In Madrid sterben zudem vergleichsweise viele Menschen, denn mit 8.546 von 29.011 Toten kommen 29,5 Prozent der an den Folgen von Covid-19 gestorbenen Spanier von dort (Stand: 30. August, 15.30 Uhr).

Corona in Spanien: Infektionszahlen der letzten sieben Tage in ausgewählten Regionen (Quelle: Gesundheitsministerium Spanien, Stand: 30. August)

Madrid: 16.218 (243 pro 100.000 Einwohner)

Katalonien: 8.349 (110 pro 100.00 Einwohner)

Andalusien: 4.909 (58 pro 100.000 Einwohner)

Baskenland: 3.415 (157 pro 100.000 Einwohner)

Balearen: 2.306 (192 pro 100.000 Einwohner)

La Rioja: 513 (163 pro 100.000 Einwohner)

Corona in Spanien: Madrid als Epizentrum der Pandemie

Worin begründet sich dieser große Anteil, zählt die Metropolregion Madrid doch nur weniger als ein Siebtel der Gesamtbevölkerung? Eine mögliche Erklärung: Vor Ort gibt es viele Armenviertel wie das von Fuenlabrada. Weil dort viele Menschen auf engsten Raum leben und durch die halbe Stadt pendeln, um zu arbeiten, könnte es das Virus leicht haben, sich auszubreiten. Um dem entgegenzuwirken, gibt es in und um Madrid nun die Möglichkeit, sich kostenlos auf das Coronavirus testen zu lassen. Ein guter Schritt, der allerdings womöglich zu spät kommt, wie Kritiker mahnen.

Die Testzentren in Madrid werden ausgeweitet. Der Fokus liegt derzeit vor allem auf symptomfreie Personen. In der Vergangenheit hatten sich vermehrt junge Menschen infiziert.

Corona in Spanien: „Es ist gut möglich, dass uns noch eine viel größere Infektionswelle bevorsteht“

Die Opposition wirft der Regionalregierung vor, sich quasi nicht auf eine zweite Welle vorbereitet und vorschnell gelockert zu haben: „Ich glaube, Madrid ist zu schnell wieder zur Normalität zurückgekehrt“, meint Antonio Zapatero, Minister der Regionalregierung, gegenüber der Tagesschau. Trotz dreimonatiger Ausgangssperre „ging die Öffnung zu schnell.“ Jetzt hänge es „sehr vom Verhalten der Bevölkerung ab, dass die Zahlen nicht weiter steigen.“

Die Infektionszahlen waren in den letzten Wochen stark angestiegen und die Sorgen vor einer zweiten, schlimmeren Welle dementsprechend gegeben: „Es ist offensichtlich, dass die Lage nicht gut ist“, sagt der Epidemiologe Quique Bassat. „Die Infektionszahlen steigen - und zwar auf eine Art und Weise, die es unmöglich erscheinen lässt, dass wir das mit den derzeitigen Mitteln eindämmen können. Es ist gut möglich, dass uns noch eine viel größere Infektionswelle bevorsteht.“

Corona in Spanien: Kommt die Reisewarnung für das ganze Land?

Die angespannte Situation im Land bleibt derweil auch in Deutschland nicht unbemerkt. Mitte August hat das Auswärtige Amt seine Reisewarnung für Spanien kontinuierlich ausgeweitet, mittlerweile ist nahezu das ganze Land betroffen.

Auf der Website der Bundesbehörde ist zu lesen: „Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Spanien mit Ausnahme der Kanarischen Inseln wird derzeit aufgrund hoher Infektionszahlen gewarnt.“ Pikant: Die Kanarischen Inseln verzeichnen inzwischen 79,69 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner. Das Auswärtige Amt hatte als kritische Marke eine Inzidenz von mehr als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner (auf sieben Tage gerechnet*) festgelegt. (as)

Derweil stellt sich weiterhin die Frage nach der Gefahr von Aerosolen. Ein Infektiologe rechnet nun mit Drosten & Co. ab und sieht eine „völlig übetriebene Diskussion.“

Ministerpräsident Markus Söder hat nun zum Schulstart in Bayern eine temporäre Maskenpflicht eingeführt.

Spanien hat gegen die Ausbreitung des Coronavirus wie kein anderes westeuropäisches Land zu kämpfen. Aufgrund hoher Infektionszahlen, kündigt die Regierung drastische Maßnahmen für Madrid* an. *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © picture alliance/Arturo Jimenez/dpa

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