"Sekte verliert an Bedeutung"

Scientology bald nicht mehr unter Beobachtung?

Köln/Hamburg - Der Bundesverfassungsschutz überprüft im Rahmen seiner laufenden Reform auch die Beobachtung der umstrittenen Organisation Scientology.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) sei grundsätzlich „im Gespräch über die Beobachtung der Arbeitsfelder“, sagte eine Sprecherin am Montag in Köln. Das erfolge im Rahmen eines „Priorisierungsprozesses“. Das Arbeitsfeld Scientology sei nicht ausgeklammert von dieser Überprüfung. Die Behörde bestätigte aber nicht den Bericht des „Spiegels“, nach dem das BfV die Scientology-Beobachtung deutlich reduzieren will.

Scientology bezeichnet sich als Kirche, wird von Kritikern aber als gefährliche Sekte angesehen. Das Bundesamt geht davon aus, dass Scientology wesentliche Grund- und Menschenrechte außer Kraft setzen will. Die Behörde hat den Landesverfassungsschutzämtern aber nun laut „Spiegel“ mitgeteilt, sie wolle ihre Beschäftigung mit Scientology „auf ein Minimum“ herunterfahren. Die Bedeutung der Organisation nehme ab. Das Magazin berichtet über Kritik aus den Ländern und nennt etwa Niedersachsen und Hamburg.

Die Verfassungsschutzämter von Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg hatten jüngst gewarnt, Scientology versuche vor allem junge Leute verdeckt in Internetportalen zu ködern. Es gebe bundesweit 4500 Anhänger. Das BfV als Inlandsgeheimdienst hatte nach Fehlern im Fall der Neonazi-Terrorzelle NSU eine Reform eingeleitet, zu der auch eine neue Prioritätensetzung gehört. Der Fokus richtet sich vor allem auf gewaltbereiten Extremismus, die Beobachtung anderer Bereiche wird reduziert.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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