Schweizer Regierung setzt Atompläne aus

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Doris Leuthard, Energieministerin der Schweiz

Bern - Die Schweizer Regierung setzt vor dem Hintergrund der Atomunfälle in Japan die Pläne zur Bewilligung neuer Atomkraftwerke vorerst aus.

Das erklärte Energieministerin Doris Leuthard am Montag in Bern. Bei den bestehenden fünf Kernkraftwerken leite die Behörde für Nuklearsicherheit ENSI eine vorzeitige Sicherheitsüberprüfung ein, teilte ihr Ministerium weiter mit. “Die Sicherheit und das Wohlergehen der Bevölkerung haben oberste Priorität“, erklärte Leuthard.

Die Ministerin beauftragte das ENSI, die Ursachen des Unfalls in Japan zu analysieren und daraus gegebenenfalls neue oder schärfere Sicherheitsstandards abzuleiten. Dies gelte besonders für die Fragen zur Erdbebensicherheit und Kühlung. Die fünf Atomkraftwerke in der Schweiz wurden in den 70er Jahren gebaut und sollen zum Teil ersetzt werden. Die endgültige Entscheidung soll bei einer Volksabstimmung voraussichtlich 2013 getroffen werden.

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Eine Mehrheit der Bürger im Kanton Bern hatte sich im Februar bei einer Abstimmung für den Bau eines neuen Kernkraftwerks ausgesprochen. Diese Stimmung könnte sich nach jüngsten Medienberichten jetzt drehen. Selbst die Kraftwerksbetreiber wollen die japanischen Erfahrungen nun besonders streng auswerten.

In der Schweiz kommt der Strom nach Angaben der Energiewirtschaft zu rund 55 Prozent aus Wasserkraftwerken und zu rund 40 Prozent aus den Kernkraftwerken Beznau-1, Beznau-2, Gösgen, Leibstadt und Mühleberg, die zum Teil nahe der deutschen Grenze liegen. Die übrigen fünf Prozent stammen zum größten Teil aus Abfallverbrennungsanlagen. Die Ökoenergien Wind und Sonne liefern weniger als 0,1 Prozent des Stroms.

dpa

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